Huder Bürgermeister: „Müssen verhindern, dass Schindluder getrieben wird“

Besucher nutzen Klosterruine als Abenteuerspielplatz

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Am Fuße der Klosterruine aus dem 13. Jahrhundert liegen abgebrochene Steine.

Hude - Neugierig greift ein kleiner Junge in ein Loch im Gemäuer der Klosterruine in Hude, wühlt einen kleinen, flachen Stein hervor und wirft ihn mit voller Kraft ins Gebüsch. Für ihn sind die historischen Gebäudereste ein Abenteuerspielplatz. Greta von Witzleben, deren Familie das Denkmal besitzt und es an die Gemeinde Hude verpachtet hat, blutet bei diesem Anblick dagegen das Herz, sagt sie. Sie will, dass es besser geschützt wird.

Auf Dauer sieht von Witzleben sogar die Verkehrssicherheit gefährdet, wenn immer wieder Teile der Ruine herausgebrochen werden. Zurzeit ist das jedoch nicht ihre Hauptsorge, da die Gemeinde im Rahmen des 1997 geschlossen Pachtvertrags die Verantwortung für die Sicherheit der Besucher übernimmt.

Viel mehr treibt von Witzleben die Sorge um den Erhalt des Gemäuers um, das immerhin „1987 vom Bundesinnenminister zum nationalen und kulturellen Denkmal von besonderer Bedeutung erklärt wurde“, wie sie erwähnt. Im Umgang damit fehle vielen Besuchern die Sensibilität, beklagt die Gutsverwalterin. Darunter leidet dementsprechend die Bausubstanz des im 13. Jahrhundert gegründeten Klosters. Schon 300 Jahre danach wurde das Gebäude zerstört und diente lange Jahre als Steinbruch für die umliegenden Höfe. Erst Kurt Veit von Witzleben (1645-1719) verhinderte den weiteren Abbruch.

„Ich will, dass die Ruine öffentlich zugänglich bleibt, aber sie soll auch für die nächste Generation bewahrt werden“, sagt Greta von Witzleben, Nachfahrin in der zehnten Generation. Ihr schweben zwei Lösungen vor. Die Besucher könnten einen Euro Eintritt an einem Drehkreuz entrichten. Das Geld würde dann für die Sanierung verwendet werden. „Das Objekt könnte sich so ein bisschen selbst tragen“, hofft sie. Außerdem könne dadurch die Wertschätzung der Besucher für die Ruine steigen.

Alternativ könnte ein hauptamtlicher Leiter für das angrenzende Museum eingestellt werden, der das Gelände im Blick hat und Fahrradfahrer sowie herumtobende Kinder ermahnt. In diesem Fall sieht sie allerdings die Gemeinde in der Pflicht, etwas zur Finanzierung der Stelle beizutragen.

Die Verhandlungen über eine Ausdehnung des 2017 auslaufenden Pachtvertrags mit der Kommune laufen seit rund drei Jahren. Sollte es nicht zu einer Fortsetzung kommen, kann sich von Witzleben nicht vorstellen, alleine die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen und die Ruine der Öffentlichkeit weiter zur Verfügung zu stellen. „Wenn so ein Stein einem Kind auf den Kopf fällt, da wird man ja sein Leben lang nicht mehr froh.“ Sie geht allerdings davon aus, dass mit der Gemeinde eine Einigung erreicht werden kann.

Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew will sich mit allen Beteiligten, dazu gehört auch der Verein Klosterfreunde, zusammensetzen. „Wir müssen verhindern, dass mit der Ruine Schindluder getrieben wird“, bezieht er Position. Es bestehe das öffentliche Interesse, die Gebäudereste zu besichtigen. Und diesem fühlt er sich auch verpflichtet. Aber „einige wenige können mit dieser Freiheit nicht umgehen“. Lebedinzew kündigt an, noch in diesem Spätsommer Gespräche zu führen, um eine einvernehmliche Lösung für das Problem zu finden. 

bor

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