Sehen und gesehen werden / Spannendes Experiment im Rahmen der Verkehrserziehung

Wenn Dunkelheit die Farbe „schluckt“

Auch die Kombiklasse der Grundschule Dünsen mit ihrer Lehrerin Stephanie Ihmels kam in den Genuss des „Black Box“-Experimentes, mit dem Rolf Quickert veranschaulichte, was der Mensch im Hellen sieht, aber im Dunkeln übersieht. - Foto: Rottmann

Harpstedt - „Sehen und gesehen werden“ – darum ging es am Dienstagvormittag zu Beginn eines dreitägigen Präventionskurses im Interesse von mehr Sicherheit im Straßenverkehr an der Grundschule Harpstedt. Polizeihauptkommissar Rolf Quickert aus Wildeshausen, zugleich Verkehrssicherheitsberater für den Landkreis Oldenburg, gab den Dritt- und Viertklässlern wichtige Infos im Rahmen der Verkehrserziehung an die Hand.

Den Anfang machte die Kombiklasse der Grundschule Dünsen mit ihrer Klassenlehrerin Stephanie Ihmels. Eine wichtige Message von Quickert an die Kinder lautete: „Ihr braucht im Auto Kindersitzschalen mit Hörnchen, um zu verhindern, dass ihr bei einer Vollbremsung nach vorn fliegt und der Gurt in euren Bauch drückt.“

Bei einem Experiment an der „Black Box“ ging es darum, was der Mensch bei Tageslicht sieht, aber in der Dämmerung übersieht. „Eine Katze kann 40-mal besser gucken als wir. Wir dagegen können besser denken als die Tiere“, sagte Quickert. „Wir benutzen Taschenlampen, Reflektoren, Warnwesten und Fahrradlichter, denn wir sind ja schlau und wissen: Nur weil wir jemanden sehen, heißt das noch lange nicht, dass wir selbst auch gesehen werden.“

Die Kinder schauten sodann für fünf Sekunden bei Dämmerlicht in eine „Black Box“. Anschließend sollten sie ankreuzen, was sie erblickt hatten. Das Experiment wiederholten sie bei Tageslicht. Jetzt sollten sie notieren, was sie im Dämmerlicht übersehen hatten. Ein schwarzer Hund war ihnen entgangen, aber kurioserweise auch ein rotes Auto. Nicht ohne Grund: Je dunkler es wird, desto mehr schwindet die Fähigkeit des menschlichen Auges, Farben zu unterscheiden. Daher steckt durchaus Wahrheit in der Volksweisheit „Nachts sind alle Katzen grau“. In der Dunkelheit mutet ein Rot schwarz an, als hätte der Lichtmangel die Farbe weggeschlürft. So wird das vermeintlich schwarze, in Wirklichkeit aber rote Auto in der schwarzen Umgebung praktisch unsichtbar. Auf Quickerts Frage, was die Kinder daraus gelernt hätten, kamen Antworten wie: „Wenn ich ein Auto sehe, heißt das nicht, dass mich auch das Auto sieht.“ Oder: „Im Dunkeln muss man immer helle Sachen anziehen.“ Auch das Wissen bei Verkehrszeichen fragte der Polizeibeamte ab. Am Ende konnte er vermelden: „Experiment geglückt, tolles Ergebnis!“

Am Mittwoch und am Donnerstag sind die vierten Klassen gefragt, mit dem Fahrradsimulator unterschiedliche Verkehrssituationen nachzuempfinden. Quickert hat 38 interaktive Filme dabei, mit deren Hilfe die Kinder lernen sollen, durch defensives, vorrausschauendes, umsichtiges Verhalten, speziell durch Bremsen im richtigen Moment, Unfälle zu vermeiden – beileibe kein leichtes Unterfangen. Jungen und Mädchen fällt es bis zu ihrem zehnten Lebensjahr schwer, links und rechts zu unterscheiden sowie Geschwindigkeit und Entfernung korrekt einzuschätzen.

„Ich möchte ihnen richtiges Verhalten im Straßenverkehr vermitteln, sie auf Gefahrenquellen hinweisen und ihnen die Verkehrsregeln aufzeigen“, so der Polizeibeamte. „Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Schüler durchaus bei der Sache sind.“ - aro

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