Konzert zum zehnjährigen „Agama“-Bestehen

„Weltweit einzigartig – das gibt’s nur in Harpstedt“

Reichlich Temperament versprühte „Agama“ bei seinem „Geburtstagskonzert“. - Foto: Timo Rucks

Harpstedt - Afrikanische Rhythmen in Kombination mit Samba und Gospel – dieses Arrangement entwickelte sich während des Konzerts, mit dem der Harpstedter Chor „Agama“ am Sonntag im Garten des Ersten Pfarrhauses sein zehnjähriges Bestehen feierte, zu einem besonderen Erlebnis für Zuhörer, Sänger und Musiker.

„Unser Ziel ist es, Berührungsängste zwischen den Kulturen abzubauen“, beschrieb Chorleiter Komi Amefiohoun das Anliegen der Gruppe. Was unter den deutsch- und afrikanischstämmigen Mitgliedern seit zehn Jahren gelingt, übertrug sich auf die rund 200 Zuhörer, die das Open-Air-Konzert in lockerer Atmosphäre genossen – bei Bratwürstchen und Getränken. Daran, dass für „Agama“ zur Musik und zum Singen das Tanzen einfach dazugehört, ließen die Mitglieder keinen Zweifel.

„Als ich vor zehn Jahren von Komi Amefiohouns Workshop las, bin ich sofort neugierig geworden“, verriet ein Chormitglied auf der Bühne und berichtete dem Publikum von den „Agama“-Anfängen. Singen, tanzen und trommeln, und zwar alles gleichzeitig – das habe sich zunächst als schwierig, aber auch sehr spannend erwiesen.

Bei den Zuschauern stieg unterdessen die Spannung auf den Auftritt des Chors, den es in dieser Weise kein zweites Mal gibt. „Weltweit einzigartig. So etwas kommt nur in Harpstedt vor“, kündigte Amefiohoun schmunzelnd an – und sorgte sodann für Erheiterung, als er seine in bunte, afrikanische Kostüme gekleideten Sängerinnen erst einmal wieder von der Bühne holte, um der Oldenburger „Cadillac Steelband“ die Konzerteröffnung zu überlassen.

Für karibisches Flair sorgte die „Cadillac Steelband“. - Foto: Rucks

Die Sambagruppe, die sich der karibischen Musik verschrieben hat und wie der von Daniela Predescu geleitete Harpstedter Gospelchor das fast zweistündige „Agama“-Konzert zusätzlich bereicherte, hatte ihre Steeldrums unter dem Pavillon aufgebaut. Die Instrumente stellt Bandleiter Rüdiger Jürges aus alten Ölfässern her – so wie es aus Mangel an Alternativen in den Armenvierteln von Trinidad üblich ist. Dort lernte Jürges die Instrumente auch erstmals kennen. Auf der freien Fläche zwischen Chorbühne und Steeldrum-Pavillon bewegte bald eine Gruppe um Amefiohoun beschwingt ihre Hüften zu den Salsa-, Samba- und Calypso-Rhythmen, die ihrerseits die „Cadillacs“ ihren Ölfässern entlockten. Unter den kolumbianischen und kubanischen Songs fanden sich Titel wie „Oye como va“ oder „Carnival“ wieder – alles in angenehmer, für eine Sambagruppe fast „zarter“ Lautstärke.

Schließlich nahm „Agama“ wieder seinen Platz auf der Bühne ein. Den Zuschauern war nicht zu viel versprochen worden: Die traditionell afrikanischen Lieder verlockten dazu, sich im Rhythmus der Djembe-Trommler mitzubewegen. Die Sängerinnen zeigten dazu auf der Bühne die verschiedenen, ebenfalls traditionell afrikanischen Choreografien Amefiohouns.

Der Chorleiter lehnt sich mit seinen Kompositionen an die traditionelle Musik aus der vorkolonialen Zeit in seiner Heimat an; die Harmonien stammen jedoch aus der Musiklehre Europas; Tänze und Bewegungen sind wiederum westafrikanisch – eine reizvolle Kombination.

Eine kurze Pause nach der ersten Konzerthälfte nutzte der Harpstedter Gospelchor, um das Klavier im Pfarrgarten zu platzieren. Gewohnt stimmungsvoll, ergreifend und mitreißend brachten die Mitstreiter, die schon beim Eintreten in den Pfarrgarten die Gäste mit dem traditionellen deutschen Volkslied „Viel Glück und viel Segen“ mehrstimmig begrüßt hatten, dann noch eine andere Variante afrikanischstämmiger Musik zu Gehör. 

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