„Löwen“ befassen sich mit Nutzen und Gefahren des Feuers

Striktes Verbot animiert nur dazu, das „Tabu“ zu brechen

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Das Blaulicht des Hilfeleistungslöschfahrzeuges war eingeschaltet, als Klaus Stiller (hinten Mitte) die „Löwen“ mit den Erzieherinnen Karin Böse (hinten l.) und Maike Lindloge (hinten r.) sowie Jahrespraktikantin Ula Kosmalska (hinten, 2.v.r.) willkommen hieß. 

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Bauklötze staunten die „Löwen“ über das von Klaus Stiller umgebaute Puppenhaus im Harpstedter Feuerwehrhaus. Der „Disco-Nebel“, den der Brandschutzerzieher auf Knopfdruck in das vorn mit einer durchsichtigen Scheibe versehene Modell blies, breitete sich rasch im Gebäude aus – zunächst unten, dann im Obergeschoss. Ein lautes Piepen ließ die Mädchen und Jungen zusammenzucken. Ein Rauchmelder signalisierte damit lautstark: „Raus hier! Es brennt!“

Mit einem Mini-Lüfter demonstrierte Stiller der „Löwen“-Gruppe des (DRK-)Kindergartens „Waldburg“, wie die Feuerwehr ein Haus schnell rauchfrei bekommt. Er postierte das Gerät vor der geöffneten Haustür des Puppenhauses. Der Qualm entwich durch ein Fenster.

Stiller lag daran, den Kindern zu veranschaulichen, dass die inzwischen in Niedersachsen zwingend in Gebäuden zu installierenden Rauchmelder Leben retten können. Die allermeisten Todesfälle bei Hausbränden gehen nicht auf die Flammen, sondern die giftigen Rauchgase zurück. Wenige Atemzüge im dichten Qualm reichen oftmals schon aus, um das Bewusstsein zu verlieren.

Den Notruf 112 kannten die von den Erzieherinnen Karin Böse und Maike Lindloge sowie Jahrespraktikantin Ula Kosmalska zur Harpstedter Feuerwehr begleiteten Kinder längst. Auf welche Angaben es beim Melden eines Brands ankommt, erklärte ihnen Klaus Stiller, seit einem Jahr auch Kreisbrandschutzerzieher, im Detail. Besonderes Interesse weckten natürlich die Fahrzeuge und die Gerätschaften der Feuerwehrleute. Der kleine Luca staunte nicht schlecht darüber, dass die Atemschutzausrüstung, die Einsatzkräfte bei einem Löscheinsatz tragen, rund 20 Kilogramm auf die Waage bringt. Nicht minder verblüffend: Die ganze Gruppe fand einschließlich der Erwachsenen Platz im Hilfeleistungsfahrzeug. Stiller hatte gleich zur Begrüßung das Blaulicht eingeschaltet.

Das Thema „Feuer“ beschäftigt die „Löwen“ mehrere Wochen lang. Dabei geht es keineswegs nur um die zerstörerische Wirkung, die es haben kann, sondern auch um seinen Nutzen – als Lichtquelle sowie zum Heizen oder Kochen. Die Eltern waren schriftlich über die Inhalte dieses Projektes informiert worden. Ziel sei es, den Kindern einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Element Feuer zu vermitteln; auch seien einfache Experimente vorgesehen, damit die Mädchen und Jungen unter Einhaltung geltender Regeln „Erfahrungen im naturwissenschaftlichen Bereich sammeln können“, hieß es in dem Brief.

Der dahinter stehende Gedanke: Es mache keinen Sinn, den Kindern zu sagen, dass Feuer für sie tabu sei. Das Verbot würde sie nämlich gerade zum Experimentieren und Zündeln reizen. Von daher sei es besser, ihnen den richtigen Umgang mit Feuer zu erklären, dabei aber natürlich besonders die Gefahren herauszustellen.

Heute erwarten die „Löwen“ übrigens Besuch von der Jugendfeuerwehr Prinzhöfte-Horstedt und Klein Henstedt. Obendrein dürfen sie anlässlich des Laternenfestes selbst jeweils die Kerze ihrer Laterne anzünden.

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