Drei von vier Fraktionen in neuer politischer Spitze vertreten

Stefan Wachholder (CDU) ins Bürgermeisteramt gewählt

Die vom Rat im Amt bestätigte Verwaltungsspitze aus Gemeindedirektor Ingo Fichter (links) und seinem Stellvertreter Jens Hüfner (rechts) mit der neuen politischen Spitze des Fleckens Harpstedt, bestehend aus Bürgermeister Stefan Wachholder (Mitte) sowie seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern Klaus Budzin (2.v.l.) und Horst Hackfeld (2.v.r.). - Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Die Mehrheitsgruppe aus Harpstedter Bürgerliste (HBL) und CDU hatte viele Jahre Bestand. Seit Montagabend ist sie Geschichte. Im neuen Fleckenrat gibt es keine „koalierenden“ Fraktionen mehr, wohl aber mit Stefan Wachholder einen neuen Bürgermeister.

Erwartungsgemäß hat die HBL während der konstituierenden Ratssitzung im Hotel „Zur Wasserburg“ Werner Richter für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen. Die CDU schickte Stefan Wachholder ins Rennen. In geheimer Wahl fiel die Entscheidung: Wachholder vereinte zehn Stimmen auf sich; Richter unterlag mit fünf.

Der Wechsel kam nicht ganz überraschend: Richter gilt als guter Redner und Ratsvorsitzender, der seine repräsentativen Pflichten gewissenhaft wahrgenommen hat; seine Kritiker sehen bei ihm aber Defizite, wenn es darum geht, Dinge politisch voran zu bringen. Mit 202 bei der Kommunalwahl gezogenen Stimmen konnte sich Richter seiner Wiederwahl im Rat nicht sicher sein. Zum Vergleich: Stefan Wachholder hatte 337 Stimmen errungen, Rolf Ranke (HBL) 347, Horst Hackfeld (HBL) 438 und Klaus Budzin (SPD) sogar 555.

Die HBL konnte als stärkste Fraktion durchaus Ansprüche auf den Bürgermeisterposten erheben. Allerdings standen Rolf Ranke und Horst Hackfeld, weil sie im Job stark eingespannt sind, als mögliche Anwärter nicht zur Verfügung.

Ebenfalls aus beruflichen Gründen schied SPD-Mann Klaus Budzin als Aspirant aus. Und so stellt nun die CDU als drittstärkste Kraft den Bürgermeister. Zugleich aber sind die drei stärksten der insgesamt vier Fraktionen in der politischen Spitze vertreten: Zu gleichberechtigten Stellvertretern des Bürgermeisters wählte der Rat in geheimer Abstimmung Horst Hackfeld und Klaus Budzin. Beide vereinten elf von 15 möglichen Stimmen auf sich.

„Es sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass weiß Gott nicht alles schlecht war hier im Rat unter Führung von Werner Richter. Trotzdem hielt die Mehrheit den Zeitpunkt für einen Wechsel für gekommen. Ich werde euch, liebe Ratskollegen, und Harpstedt nicht enttäuschen“, sicherte Wachholder in seiner kurzen Antrittsrede nach seiner Vereidigung zu. Er dankte Richter dafür, „dass du zehn Jahre unser Bürgermeister warst“, und fand lobende Worte für seinen Vorgänger. „In deiner Kontinuität und deinem Bestreben, es möglichst allen recht zu machen, hast du mich immer wieder beeindruckt“, sagte Wachholder. Ihm selbst werde ganz mulmig, wenn er an die Bürde denke, die beim Schiebenscheeten nun ihm auferlegt sei, spielte er auf das Verlesen der Fest- und Schießordnung an – eine Aufgabe, die der bisherige Bürgermeister am „Pfingstdienstag“ stets in großer Ruhe und Gelassenheit gemeistert habe.

Das Amt habe ihm viel Freude bereitet, erwiderte Richter. „Manchmal war's auch ein bisschen mühsam und hat gehakt“, räumte er ein. Gleichwohl habe es ein gutes Miteinander im Rat gegeben. Lobend erwähnte Richter die gute Vor- und Mitarbeit der Verwaltung. „Ohne die wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen“, gestand er. Ein Wehmutstropfen aber sei für ihn, dass die Absicht, die personellen Weichen neu zu stellen, „mich so spät erreicht hat“.

Unverändert bleibt indes die Verwaltungsspitze. Der Rat sprach sowohl Gemeindedirektor Ingo Fichter als auch seinem Stellvertreter Jens Hüfner das Vertrauen aus.

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