Schützenverein hat der Kiez-Kneipe „Zur Ritze“ nachempfundene Eingangs-„Deko“ nach Beschwerden verhüllt

Mottoball provoziert einen Hauch von Eklat

Für gewöhnlich bewerben Mitglieder des Schützenvereins Schulenberg-Horstedt den Motto-Ernteball, indem sie sich in Verkleidung und mit passender Deko ablichten lassen. Diesmal ging der Presse nur dieses fotografierte Plakat zu. Aus gutem Grund.

Horstedt -  St. Pauli lässt grüßen: „Vom Fischmarkt bis zur Reeperbahn“ lautet diesmal das Motto, das der Schützenverein Schulenberg-Horstedt für seinen Ernteball gewählt hat. Die Party mit dem Team der „Magic Sound Light Disco“ steigt am Sonnabend, 24. September, ab 20 Uhr im Festsaal in Horstedt. Im Vorfeld hat es viel Trubel gegeben. Den Saal-Eingang hatten die Organisatoren optisch dem Tür-Motiv der Kiez-Kneipe „Zur Ritze“ nachempfunden. Gespreizte Frauenschenkel zur Begrüßung der Festgäste? Das gehe trotz verdeckter Scham gar nicht, fanden aufgebrachte Dorfbewohner, die an dem Bild Anstoß nahmen; einige ältere sollen angekündigt haben, nicht zum Ball zu kommen. Das seien aber zumeist Bürger, die ohnehin den Motto-Partys fernblieben, weil ihnen die Musik nicht zusage, halten andere dagegen.

Die Beschwerden über die Saal-Eingangs-„Deko“ rief unter anderem auch Prinzhöftes Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl auf den Plan. Damit keine sittlichen Gefühle verletzt und keine Sexismus-Vorwürfe provoziert werden, ist das umstrittene „Schenkel-Motiv“ nun mit Stoff verhüllt worden. Und das soll auch am Erntefesttag so bleiben, zumindest den Nachmittag über.

Während die laut gewordene Empörung vielleicht noch zum Schmunzeln animieren mag, hat der tragische Tod eines jungen Vereinskameraden bei einem Verkehrsunfall Entsetzen sowie tiefe Betroffenheit ausgelöst und die Frage aufgeworfen, ob in diesem Jahr überhaupt das Erntefest gefeiert werden soll. Das Ergebnis nach reiflicher Überlegung: Der Schützenverein Schulenberg-Horstedt hält an der Veranstaltung fest und erhofft sich auch zum Ball einen guten Besuch. Der Todesfall werfe, so der Vorsitzende Stefan Baumgarten, „natürlich einen dunklen Schatten auf unser Erntefest“.

Am Nachmittag wird traditionell gefeiert

Der Verunglückte habe als Vereinsmitglied selbst auch Interesse am Festausschuss gezeigt, sei jedoch noch nicht aktiv dabei gewesen. „Wir glauben“, so Baumgarten weiter, „dass es auch in seinem Sinne ist, die Veranstaltung trotz der Umstände stattfinden zu lassen.“

Am Nachmittag vor der Motto-Party läuft das Erntefest – wie gehabt – in ganz traditionellen Bahnen. In diesem Jahr obliegt den Schulenbergern das Binden der Erntekrone. Der Schützenverein trifft sich mitsamt Spielmannszug um 13 Uhr auf der Straße „Am Wickhorn“ in Schulenberg. Sodann geht es zur Familie Manfred Schuhmacher. „Bei hoffentlich gutem Wetter wollen wir Kaltgetränke genießen und die sicherlich liebevoll mit den Feldfrüchten des Jahres geschmückte ,Ernteecke’ bewundern“, schreibt Stefan Baumgarten in einer Pressemitteilung. Mitsamt Erntekrone geht es gegen 14.30 Uhr in Richtung Horstedt – zum Festsaal, „wobei wir“, so der Vorsitzende, „die ,Fußkranken’ und das unsichere Wetter berücksichtigen und daher per Auto reisen“. Nach dem Antreten werden alle Beteiligten gegen 15 Uhr in den Saal einmarschieren. Dort hält Pastorin Elisabeth Saathoff dann die Ernteandacht. Im Anschluss locken Kaffee und Kuchen.

Ab 16 Uhr nehmen Preisschießen um Geld-, Sach- und Weinpreise ihren Lauf. Außerdem wird es einen Mannschaftswettbewerb geben. Dabei wetteifern beliebig zusammengestellte Teams aus Dörfern oder Vereinen, gern auch bunt gemischt, um den „Wanderpokal der Vereine“. Hinzu kommen Schießwettbewerbe für Kinder und Jugendliche. Im Saal läuft derweil ein Belustigungsprogramm für Mädchen und Jungen. Für den Festplatz sind Buden und eine Hüpfburg organisiert. Die Verteilung der Schießpreise erfolgt um 18 (Kinder/Jugendliche) und 19 Uhr (Erwachsene). - boh

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