Samtgemeindebürgermeister schildert Sachstand

Mittel für Breitbandausbau: Bewilligung im Januar?

Winkelsett - Von Jürgen Bohlken. Die Förderanträge auf Bundes- und Landesmittel für den Breitbandausbau habe der Landkreis Oldenburg auf den Weg gebracht, so Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse am Dienstag im Winkelsetter Rat. Darauf, dass sie bewilligt werden, „können wir uns nicht verlassen“, räumte er ein.

In die Antragstellung habe besonders die Kreisverwaltung viel Arbeit investiert. „Die Mitarbeiter mussten sich mit ganz vielen widrigen Umständen plagen. Es geht ja um verschiedene Fördermittel und neue Programme. Die Rahmenbedingungen haben sich laufend geändert.“ Gleichwohl habe der Landkreis die Herausforderung mit aktiver Mithilfe eines Projektbüros gemeistert.

Die Bewilligung der Fördermittel könnte nach Einschätzung des Samtgemeindebürgermeisters „vielleicht im Januar“ 2017 kommen. Wenn die Zuschüsse flössen, sei eine Umsetzung binnen zwei Jahren zu erwarten.

Innerhalb des Landkreises Oldenburg gebe es bei der Versorgung mit schnellem Internet in der Samtgemeinde Harpstedt die „meisten weißen Flecken“. Dort wiederum sei die Gemeinde Winkelsett ein besonders schwieriges Gebiet wegen der Weitläufigkeit bei geringer Einwohnerzahl. Das wiederum bewirke einen überdurchschnittlichen Zuschussbedarf, weil viel Leitungsbau auf wenige Haushalte komme. Vor diesem Hintergrund habe Winkelsett relativ viel Geld, 100 000 Euro, an Haushaltsmitteln eingeplant. Die tatsächlich benötigte Summe werde darunter liegen, „aber nicht wesentlich“.

Der avisierte Breitbandausbau in der Gemeinde Winkelsett habe fast unverändert Berücksichtigung bei der Antragstellung gefunden. Im Zentrum der Ortschaft Winkelsett gebe es schon einen Kabelverzweiger. „Wenn der mit einem Glasfaseranschluss versehen wird, kommen alle Häuser im Nahbereich auf einen richtig guten Stand. Sind sie 300 Meter weg, sieht’s noch sehr passabel aus. Bei Entfernungen von 500, 600 oder 700 Metern wird’s schon ein bisschen dünner“, deutete Wöbse an, dass von dem Breitbandausbau nicht alle Haushalte profitieren werden. Im Einzelfall könne es Überraschungen geben – „im positiven oder im negativen Sinn“. Nicht nur für den Ort Winkelsett, sondern auch für Hölingen und Reckum seien Verbesserungen vorgesehen. „Gerade in Reckum werde nicht jeder Haushalt etwas davon haben. Egal, wo man den Kabelverzweiger platziert, lassen sich nicht alle Häuser abdecken“, erläuterte Wöbse.

Wohlde werde mitberücksichtigt, aber dort werde ebenso „die Breitenwirkung begrenzt“ sein. Ein „kleiner Trost“, so Wöbse: Liege erst einmal in einem Bereich Glasfaserkabel in der Erde, sei dies mit Blick auf künftige Förderprogramme eine gute Grundlage für einen etwaigen weiteren Ausbau. Manche Haushalte blieben gleichwohl auf längere Sicht auf andere Alternativen, etwa LTE, angewiesen.

Unterschiedliche Erfahrungen mit LTE

Ratsherr Michael Müller-Hjortskov (Grüne) erinnerte sich an eine frühere Beratung des Themas – und daran, dass voraussichtlich „gerade mal die Hälfte“ der Haushalte im Zuge des Breitbandausbaus in der Gemeinde Winkelsett „in den Genuss eines Anschlusses“ kämen. „Hat man seitens der Samtgemeinde mal über Hotspots oder dergleichen nachgedacht?“, hinterfragte er. Wöbse verneinte dies. Der Breitbandausbau, um den es jetzt gehe, sei ein „kreisweites Projekt“. Hotspot-Modelle, bei denen mit Hilfe einer Funkantenne in dünn bebauten Gebieten einige Häuser über Funk erreicht würden, gebe es zwar vereinzelt; sie seien „aber nicht unbedingt Standard“.

Müller-Hjortskov berichtete von guten Erfahrungen mit LTE: „Wir haben’s – und haben einen besseren Datenfluss als in Wildeshausen“, sagte er. Was die der Gemeinde entstehenden Kosten angehe, halte er LTE für „viel günstiger“ als den Breitbandausbau.

„Wir behalten im Landkreis weiße Flecken, die wir nicht erreichen werden. Was ist dafür angedacht?“, hinterfragte Andreas Mikutta (Grüne). „Unsere Kanzlerin hat gesagt, bis 2018 gebe es keinen Ortsteil mehr, der nicht breitbandfähig sei.“ Ob auf Landkreis-Ebene überlegt worden sei, „wie man weitermacht“, wollte der Ratsherr wissen.

Die Fördermittel, die in den aktuellen Programmen bereitgestellt würden, reichten nicht ansatzweise aus, um das Ziel zu erreichen, zumal der Bund die Latte „hoch gehängt“ habe, so Wöbse. Letztlich sei das eine Frage des Geldes. Auch noch das letzte Haus zu erreichen, kann nach Einschätzung Wöbses „keiner bezahlen“. Der Landkreis werde vermutlich wieder aktiv, wenn „ein neues Förderprogramm kommt“. Mikutta fand das „sehr unbefriedigend“. Auch er habe auf LTE zurückgreifen müssen. Seine Erfahrung: „Es funktioniert so gut wie nie.“

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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