Harpstedterin geht mit Internet-Shop für Kindersachen online

Der Mama schwatzte sie die Nähmaschine ab

Kleine Füße brauchen kleine Schuhe – diese hier sind so winzig, dass sie bequem auf eine Handfläche passen. - Foto: aro

Harpstedt   - Von Anja Rottmann. Stolze Besitzerin eines eigenen Internet-Shops für schöne und praktische Dinge für Babys und Kleinkinder ist nunmehr die Harpstedterin Jessica Ondra. Von farbenfroher Kinderkleidung, Spielzeug und praktischen Accessoires wartet sie mit allem auf, was das Mutterherz höher schlagen lässt. Ihre Produkte lässt sie in liebevoller Handarbeit entstehen.

Walkstiefel, Babyschuhe, Mitwachshose, Wickelunterlage, Zipfelmütze: Jessica Ondra zeigt hier einen Querschnitt aus ihrem Sortiment an Baby- und Kindersachen. - Foto: Rottmann

Genäht hat die heute 37-Jährige schon im Alter von zwölf Jahren; anfangs experimentierte sie mit Wolle und Stoffen. Nach kurzer Zeit begann sie, Puppensachen zu nähen und Hosen zu kürzen. Schließlich erschuf sie die ersten Eigenkreationen. Jessica Ondra erinnert sich noch gut daran, wie es ihr gelang, ihrer Mutter, die „keinen Draht zum Nähen hatte“, deren Nähmaschine abzuschwatzen. Die Mama habe ihr von Anfang an vertraut. „Sie wusste, dass ich ein Händchen dafür habe. Normalerweise flicken und ändern ja die Mütter die kaputten Klamotten. Bei uns lief es andersrum“, erzählt die Harpstedterin.

Nach ihrer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin arbeitete sie erst einmal sieben Jahre lang in diesem Gewerbe, bevor sie sich wieder mehr mit ihrem eigentlichen Metier beschäftigte. Während der Elternzeit anlässlich der Geburt ihrer ersten Tochter vor sieben Jahren erwuchs in ihr der Wunsch, sich mehr den Handarbeiten zu widmen. So entstanden nach und nach tolle Produkte. Etwa die sogenannten Wiegenflitzer, gemütliche Babyschuhe aus gewalkter Wolle. Der Vorteil dieses Materials: Es wirkt klimaregulierend und hat ausgezeichnete Wärmeeigenschaften – der optimale Schutz vor Kälte für die kleinen Babyfüße.

Sehr bewährt haben sich nach Einschätzung von Jessica Ondra auch die Walkstiefel für Säuglinge im Tragetuch. Sie sind länger als „Schühchen“ und in der Kniekehle mit einem Gummi versehen. Somit ist nicht nur der Fuß vor Kälte geschützt, sondern auch das Bein.

Einen guten Absatz findet ebenso eine pfiffige Wickelauflage, die innen abwischbar ist; in integrierten Innentaschen können Body, Windel und Creme versteckt werden. Das Ganze lässt sich nach Gebrauch zusammenfalten, mit einem Gummizug festzurren und platzsparend in der Handtasche verstauen. Das Mitschleppen einer klobigen Wickeltasche entfällt somit. Begeistert zeigen sich viele Mütter von der Mitwachshose über drei Größen, die mit Bündchen – auch an den Fußgelenken – für die Kleinen angenehm zu tragen und obendrein sehr lässig und bequem geschnitten ist. Mützen, Schals sowie Pullis in den Größen 56 bis 122 (auf Bestellung auch in anderen) umfasst das Sortiment ebenfalls.

Anfangs verkaufte die Harpstedterin ihre Produkte zusammen mit einer Freundin über den DaWanda-Shop – nach einiger Zeit dann in Eigenregie. Später erhielt sie zusätzlich die Möglichkeit, das Angebot des Trageladens „Rein ins Tuch“ in Weyhe mit ihren Kreationen zu ergänzen. Seit etwa vier Jahren, nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, hat die kreative Mutter mit ihrem Handarbeitstalent ihren Traum wahrgemacht und ist damit beruflich durchgestartet. „Das ist der Job, den ich schon immer machen wollte“, weiß sie heute.

Unter ihrem eigenen Label „Zita“ entwirft und produziert sie auch immer mal wieder neue Sachen; dabei stehen ihr ihre Kinder als Produkttesterinnen zur Seite. „Oftmals stelle ich neue Entwürfe zunächst ins Internet, um zu schauen, wie sie ankommen, manchmal aber auch erst bevorzugt in den ,Trageladen’ – je nachdem, was mein Bauchgefühl mir sagt“, erläutert die 37-Jährige.

Beim Kürbisfest in Stühren kamen ihre Produkte bei den Besuchern gut an. Die nächsten Ausstellungstermine sind die Kunst- und Hobbyausstellung im Koems-Saal, der Wintermarkt in der Bremer Uni-Mensa sowie zum ersten Mal der Kunst- und Handwerkermarkt bei Bettina Brinkmann in Harpstedt. Feste Arbeitszeiten kennt Jessica Ondra nicht. Meistens handarbeitet sie morgens, wenn die Kinder in der Schule und im Kindergarten sind, manchmal aber auch abends – je nach Auftragslage und Familiensituation. Gleichwohl muss sie täglich ran, um ihr Pensum zu schaffen. Ihre beiden Nähmaschinen stehen im Wohnzimmer; somit ist die Arbeitsstelle mit in das Familienleben integriert.

Schon seit sechs Monaten ist „Zita“ eine eingetragene Marke; der eigene Internet-Shop ging vor zwei Wochen online. „Eine tolle Entwicklung für eine kreative, junge Frau, die sich einen großen Traum erfüllt hat mit der Herstellung von Eigenkreationen, die es nicht überall zu kaufen gibt“ – so oder ähnlich lauten Kommentare über den Werdegang von Jessica Ondra, aus denen Bewunderung spricht.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich gerne im Internet-Shop oder auch auf facebook informieren.

www.zita-ondra.de

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