„Kultur am Glockenturm“ mit Axel Petermann

Er lässt Täterprofile Gestalt annehmen

„Der Profiler“ heißt das neue Buch von Axel Petermann. Die beiden Vorläufer „Auf der Spur des Bösen“ und „Im Angesicht des Bösen“ schafften es in die Bestsellerlisten.

Dünsen - Der Täter, der im August 1995 die damals erst 19-jährige Heike Rimbach in ihrem Elternhaus im Harz getötet hat, ist bis heute, mehr als 20 Jahre später, nicht gefasst. Von den jährlich rund 300 Morden bundesweit können die Ermittler rund 90 Prozent aufklären. „Aber was ist mit den übrigen zehn Prozent?

Und mit den vielen anderen Sterbefällen, bei denen Angehörige begründete Zweifel an der im Totenschein notierten Todesursache haben?“, fragt sich Axel Petermann, einer der renommiertesten Profiler Deutschlands. Er nimmt sich dieser Fälle auch noch im Ruhestand an und geht ihnen auf den Grund. Im Rahmen der Reihe „Kultur am Glockenturm“ weiht der ehemalige Mordkommissionsleiter Interessierte am Freitag, 4. November, 20 Uhr, in der Zufluchtskirche in Dünsen in die Geheimnisse der Kriminalistik und Erstellung von Täterprofilen ein. Karten gibt es für acht Euro das Stück auf dem Dünsener Wesselhof sowie in Harpstedt bei Schreibwaren Beuke und im Bücherlädchen. An der ab 19.30 Uhr geöffneten Abendkasse beträgt der Eintritt zehn Euro.

Petermann hat seinen Erfahrungsschatz in Bücher einfließen lassen; „Der Profiler“ heißt sein neuestes. Darin beschreibt der Kriminalist nicht nur den Rimbach-Mord, sondern ebenso weitere spektakuläre Fälle aus seiner über 40-jährigen Karriere. Er gewährt einen ungeschönten Einblick in die kriminalistische Arbeit bei Tötungsdelikten, die ihn durch Leichenhallen, Sektionssäle oder sogar Schlachthäuser geführt hat. Petermann zeigt, wie er im Zusammenspiel von Fakten und Beweisen, von Theorien und Studien, von Aussagen und Expertenmeinungen eine Ermittlungsstrategie entwirft und was sich aus den Spuren an einem Tatort ablesen lässt, um aus den Erkenntnissen ein Täterprofil zu erstellen. Dabei macht er sich selbst ungewöhnlichste Untersuchungsmethoden zunutze. Er versetzt sich etwa sowohl in die Rolle des Opfers als auch des Täters, um so beider Gedanken „lesen“ zu können und den Motiven nahe zu kommen. „Der Profiler“ nimmt den Leser mit in seine persönliche Gefühls- und Gedankenwelt – und lässt ihn so ein Stück weit selbst zum Ermittler werden.

Petermann, Jahrgang 1952, hat als Leiter der Mordkommission in Bremen und stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen mehr als 1000 Fälle bearbeitet, in denen Menschen eines unnatürlichen Todes starben. Im Jahr 2000 begann er mit dem Aufbau der Dienststelle „Operative Fallanalyse“. Gemeinsam mit seinen Kollegen etablierte er Profiling-Methoden in Deutschland. Obendrein fungiert er als ständiger Berater des Bremer „Tatort“. Vier seiner Fälle hat die ARD verfilmt. Seit seiner Pensionierung (2014) widmet sich Petermann im Auftrag Hinterbliebener weiterhin und pro bono der Aufklärung bislang ungelöster Todesfälle. Seit vielen Jahren lehrt er als Dozent für Kriminalistik an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung. Seine bisherigen Bücher „Auf der Spur des Bösen“ und „Im Angesicht des Bösen“ schafften es in die Bestsellerlisten.

www.axelpetermann.de

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