Wunschbaumaktion startet in der Hörstube

75 Kinder bescheren? „Wir schaffen das!“

Der Wunschbaum in der Hörstube darf wieder „abgeerntet“ werden. Von links: Susanne Stößer, Annelen Voß, Sabine Karwacik und Jennifer Fritzsch. - Foto: Bohlken

Harpstedt - „Wir schaffen das!“, bemüht Susanne Stößer, Mitarbeiterin der Hörstube in Harpstedt, ein mittlerweile geflügeltes Kanzlerinnenwort – in Anspielung auf die sage und schreibe 75 Kinderwünsche, die diesmal in Form von Kärtchen am Wunschbaum hängen. Es sind so viele wie noch nie. „2015 waren es 60“, erinnert sich Annelen Voß von der Jugendpflege Harpstedt. Die „JuH“ hat wieder die Namen und Adressen der zu beschenkenden Kinder organisiert – in Absprache mit den Schulen und Kindergärten in der Samtgemeinde Harpstedt sowie der Flüchtlingsinitiative.

Die an diesem Freitag in der Hörstube startende Aktion kommt Mädchen und Jungen im Alter zwischen vier Monaten und 16 Jahren zugute, die zu Weihnachten keinen so üppigen Gabentisch erwarten dürfen. Sie wohnen in allen möglichen Teilen der Samtgemeinde „zwischen Annen und Holtorf“, so Annelen Voß. Stets hängen auch Wünsche aller Geschwister in Form von Kärtchen mit am Wunschbaum, damit am Heiligen Abend keine Tränen bei der Bescherung fließen.

Wer einem Kind aus einer nicht so gut situierten Familie mit einem Präsent eine Freude zu Weihnachten bereiten möchte, kommt einfach in die Hörstube an der Burgstraße in Harpstedt und nimmt sich einen „Sticker“ vom Baum. Anonymität ist gewährleistet. Nur der Vorname und das Alter stehen jeweils mitsamt dem Wunsch des Kindes auf dem Kärtchen. 

Ein dreieinhalbjähriges Mädchen etwa möchte einen Gutschein haben. Das klingt etwas befremdlich, lässt sich aber schlüssig erklären. „In diesem Fall wollen die Eltern mit Hilfe des Gutscheins selbst ein Geschenk besorgen und es ihrem Kind unter den Weihnachtsbaum legen“, erläutert Annelen Voß. Mitbürger, die sich einen Wunsch vom Baum „pflücken“, um ihn zu erfüllen, bekommen diesmal zusätzlich einen Merkzettel in die Hand gedrückt, der sie daran erinnert, das weihnachtlich verpackte Geschenk bis spätestens Freitag, 16. Dezember, zurück in die Hörstube zu bringen. 

Nur zwei Tage für die Verteilung 

Der Jugendpflege stehen nämlich diesmal nur zwei Tage zur Verfügung – für die Verteilung der Präsente, die vor Beginn der Weihnachtsferien abgewickelt werden muss. Zu den Schulkindern bringt die JuH die Pakete überwiegend selbst. Bei den Mädchen und Jungen im Vorschulalter und den Flüchtlingskindern gelangen sie indes über die Kitas und die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in die betreffenden Familien.

Die Wünsche bewegen sich im Wert um 20 Euro und sind – wie in jedem Jahr – sehr unterschiedlich geartet. „Total toll“ finden Susanne Stößer, Sabine Karwacik und Azubi Jennifer Fritzsch aus der Hörstube, dass ein Mädchen aus einer Flüchtlingsfamilie ein Lesebuch zum Erlernen der deutschen Sprache haben möchte. Andere Flüchtlingskinder hätten beispielsweise gern etwas Schönes zum Anziehen.

Aktion ist sehr beliebt

Mehr als zehn Wünsche will allein der DRK-Ortsverein Harpstedt erfüllen. Die Aktion läuft schon zum siebten Mal und erfreut sich einer stetig wachsenden Beliebtheit. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Wunschkärtchen zu. Die Frage „Macht ihr das wieder?“ sei diesmal sogar schon im August erstmals gekommen, erinnert sich Susanne Stößer. - boh

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