Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark ehrt im Rat Alfred Gentzik

55 Jahre lang der Gemeinde zu Diensten

Mit einer Wanduhr mit Gemeindewappen, einem Blumenstrauß und einem Restaurantgutschein ehrte Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark (l.) Alfred Gentzik. - Foto: Bohlken

Kirchseelte - Von 1960 bis 2015, also 55 Jahre lang, für eine Gemeinschaft da zu sein, „bei Wind und Wetter seine Aufgaben zu erfüllen und dabei immer ein freundliches Wort oder einen kleinen Schnack parat zu haben, das ist schon herausragend“, lobte Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark am Mittwoch im Rat den langjährigen Gemeindearbeiter Alfred Gentzik, der sich mit seinen inzwischen 83 „Lenzen“ endgültig zur Ruhe gesetzt hat.

Der rüstige Rentner kam im „Dreimädelhaus“ in den Genuss einer Ehrung: Stark überreichte ihm eine Wanduhr mit Gemeindewappen, einen Restaurantgutschein, den er mit seiner Frau einlösen kann, und einen Blumenstrauß. Für „jemanden wie mich, der nicht in dieser Gegend aufgewachsen ist“, so der Bürgermeister, sei Gentzik auch ein „wandelndes Lexikon“. Er könne über fast jeden Menschen und nahezu jedes Ereignis im Dorf eine Geschichte erzählen. 

Eine kleine Gemeinde wie Kirchseelte könne nicht funktionieren ohne Bürger, die sich ehrenamtlich engagierten, sei es im Rat, in der Feuerwehr oder in den verschiedenen Vereinen, in der Hilfe für Alte und Bedürftige oder auch für Flüchtlinge; genauso wenig funktioniere eine Gemeinde aber, wenn es nicht auch Bürger gäbe, die gegen geringes Entgelt als Gemeindemitarbeiter tätig seien, begann Stark seine Laudatio. 

Dass nicht alle Beschäftigten die gleiche Aufmerksamkeit genießen, liegt, wie der Bürgermeister deutlich machte, in der Natur der Sache: „Eine Putzfrau wird man wenig wahrnehmen, da sie ihre Arbeit meist zu Zeiten verrichtet, wenn niemand sonst im Dorfgemeinschaftshaus ist. Die Schreibkraft der Gemeinde trifft man üblicherweise nur zu den Öffnungszeiten des Büros oder bei Sitzungen des Rates – als Protokollführerin – an. 

Am meisten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden die Gemeindearbeiter, die sich um die Außenbereiche, die Grünflächen, Spielplätze, Straßenränder und dergleichen kümmern. Man trifft sie an ihren Arbeitsplätzen an, kann mal einen kleinen Schnack mit ihnen halten, und das Ergebnis ihrer Arbeit ist auch gleich zu sehen. Für den Gemeinderat stellen sie zudem eine gute Informationsquelle dar. 

Weil sie viel im Dorf unterwegs sind, fallen ihnen natürlich die großen und kleinen Probleme auf, und sie geben ihr Wissen darüber weiter. Auch der eine oder andere Bürger erfährt von ihnen vieles, was sich im Dorf so tut“, fuhr Stark mit Blick auf den zu Ehrenden fort.

Wie Gentzik in die Dienste der Gemeinde kam, verschwieg er nicht. 1960 habe der heute 83-Jährige, damals noch jung, das Haus an der Ecke Dorfstraße/Groß-Ippener-Weg bezogen. Danach habe er angefangen, bei einer Tageszeitung zu arbeiten – in Nachtschicht. 

„Im Dorf blieb es nicht verborgen, dass es hier einen kräftigen jungen Mann gab, der tagsüber Zeit hatte“, plauderte der Bürgermeister ein wenig aus dem Nähkästchen. Und so habe Gentzik die ersten Arbeiten für die Gemeinde übernommen. „Da galt es, Straßen zu befestigen, Bäume zu schneiden und vieles andere mehr“, fuhr Stark fort. 

Gentzik sei außerdem „über die Jahre hinweg“ als Tierseuchenbekämpfer für den Landkreis Hoya tätig gewesen, „zu dem Kirchseelte ja mal gehörte“. Von 1972 an habe er 15 Jahre lang im Auftrag der Samtgemeinde Harpstedt als Klärwärter im damaligen Klärwerk am Wiesenweg gewirkt. 

„Die ganze Zeit blieb es aber bei der Tätigkeit für Kirchseelte – und nach der Gebietsreform auch für Klosterseelte. Schon früh bildete Alfred Gentzik ein Team mit dem leider schon verstorbenen Helmut Meyer. Beide konnte man vor allem, als beide Rentner waren, fast täglich im Ort bei ihrer Arbeit sehen“, so der Bürgermeister.

Stellvertretend für den Rat und die Einwohner dankte Klaus Stark dem Ruheständler für seinen Einsatz, seine Zeit, „für die schönen und die weniger schönen Stunden“, seine Döntjes und seine Freundlichkeit. - boh

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