Leerstände im Ippener Gewerbegebiet kein Thema mehr 

Harries-Mühle wächst an neuem Standort

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Sichtbare Fortschritte machen die Arbeiten am künftigen Standort der Harries-Mühle im Gewerbegebiet Groß Ippener. 

Groß Ippener - Von Jürgen Bohlken. Die Harries-Mühle ist an ihrem künftigen Standort im Gewerbegebiet Groß Ippener im Werden begriffen. Den ehemaligen Sitz der Spedition Johannesen an der Robert-Bosch-Straße 1, der zeitweilig an die Fricke Holding GmbH verpachtet war, hat das Tiefbauunternehmen Hermann Kassens aus Papenburg binnen drei Wochen in eine Großbaustelle verwandelt.

Noch 2017, möglichst nach der Getreideernte, will die Mühle mit einem rund 40 Meter hohen Turm, den Betrieb aufnehmen – dann unter dem „Dach“ einer neuen Firma, der Harries Schälmühlenwerk GmbH und Co. KG. Die Geschäftsführung übernimmt Florian Harries. Die 1912 gegründete Mühle sah an der „Haferflocken-Kreuzung“ in Stuhr-Moordeich keine Zukunft mehr. Erweiterungsmöglichkeiten fehlten. Nach Kenntnis von Groß Ippeners Bürgermeister Georg Drube gab es zudem Probleme wegen einer Bahn, die „demnächst über das mit Gleisanschluss versehene Betriebsgelände fahren soll“. Zudem habe das Unternehmen einen Standort gesucht, wo Schichtbetrieb möglich sei. „Das geht bei uns, weil wir hier eine Industriegebietsausweisung haben“, so Drube. Er vermutet, dass Harries das Ex-Johannesen-Hochregallager sowie vorhandene Büroräume nutzen wird.

Einiges ist im Ippener Gewerbegebiet in Bewegung: Die S.A. Frega Bremen GmbH wolle die Immobilie der Baskal Handels GmbH & Co. KG an der Robert-Bosch-Straße 2 erwerben, so Drube. Das kaufwillige Unternehmen, das in Bremen einen Großmarkt betreibt, aber auch Gastro-Betriebe beliefert, importiert und vertreibt italienische Spezialitäten – von Parma-Schinken und Parmesan über Pasta und Antipasti bis hin zu Spirituosen. Aktuell besteht für die Immobilie, die sich der Groß- und Einzelhändler ausgeguckt hat, ein Pachtvertrag mit der Werbefirma POS. Der ist zum 31. Dezember gekündigt worden. Ob der Kaufvertrag mit der S.A. Frega bereits in trockenen Tüchern ist, ließ sich gestern nicht in Erfahrung bringen. Giuseppe Gencarelli aus der Geschäftsführung war nicht zu erreichen. „Die Leerstände der Immobilien Baskal und Johannesen haben uns schon etwas Kummer gemacht“, gesteht Drube.

Metallwarensortiment und Kurierdienst

Die Fläche des einstigen Kranverleihs Walsemann und Sommer an der Rudolf-Diesel-Straße 35 sei unterdessen an die Firma Lieken Metall Design verkauft worden, die ein umfangreiches Metallwarensortiment für den Außenbereich anbietet, darunter Carports und Terrassen-Überdachungen. Das Nachbargrundstück (Nr. 37) gehörte ehemals dem Kurierdienst HMZ (der wiederum das einstige Drawin-Areal kaufte). Nun habe es die Edewechter Stahl- und Beton-Verwaltungs GmbH erworben. Deren Haupttätigkeitsfeld liegt „im Bereich Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen“.

Die Liegenschaft Nr. 31 bis 33 an der Rudolf-Diesel-Straße, einst Standort der Spedition Riedel und Pöllnitz und zuletzt im Besitz eines Mitglieds der Schausteller-Familie Löwenthal, gehört jetzt laut Drube der R  &  J Beekmann Spedition. Die wiederum habe vorher die Immobilie an der Rudolf-Diesel-Straße 5 gepachtet gehabt. „Beekmann hat sich hier gut entwickelt und will bleiben. Daher der Kaufentschluss.“

Der Bürgermeister ist froh, dass derzeit das alte Speditionsgrundstück in Schuss gebracht wird. Der Mescheder Eigentümer wolle es nun verpachten, nicht verkaufen. Leider verwilderten Flächen häufig und hinterließen einen „schlechten Eindruck“, wenn die Eigentümer oder Pächter sie nicht mehr oder nicht sehr intensiv nutzten, bedauert Drube. Von daher freut ihn die geglückte Überwindung der Leerstände. Sogar über eine Erweiterung des Gewerbegebietes denkt er nach, zumal es dort keine verfügbaren Flächen mehr gebe. Das Thema werde wohl den neuen Rat beschäftigen.

Pläne für Erweiterung des Gebiets liegen seit langem in der Schublade

Die Politik müsse sich dann auch Gedanken darüber machen, welchen Betrieben sie eine Ansiedlung ermöglichen wolle und welchen nicht, denn, so Drube: „Wir können die Grundstücke nur einmal verkaufen. Danach haben wir keinen Einfluss mehr darauf.“

Die Pläne für die Erweiterung des Gebiets liegen seit langem in der Schublade. Möglich wäre die Ausweisung von etwa sechs Hektar zwischen Brillheide und A1 (am Ende der Straße „Am Gewerbegebiet“). Ein ortsansässiger Landwirt hatte der Gemeinde dieses Areal schon vor etwa einem Jahrzehnt angeboten. Georg Drube hofft, dass sich zeitnah zumindest ein Interessent für eine Teilfläche findet. „Dann“, so sagt er, „hätten wir eine gute Grundlage für die Realisierung der Erweiterungspläne.“

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