Klaus Stark bleibt Bürgermeister in Kirchseelte

SPD und grüner Ratsneuling bilden eine Mehrheitsgruppe

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Klaus Stark (rechts) verabschiedete am Dienstagabend im „Dreimädelhaus“ Heinrich Meyer, Reinhard Müller und Stefan Meyer-Jacob (von links) aus dem Rat.

Kirchseelte - Von Jürgen Bohlken. Ende Mai 2015 war Klaus Stark (SPD) als Nachfolger des bei einem tragischen Absturz mit einer Cessna tödlich verunglückten Walter Raem zum Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte gewählt worden. Seit Dienstagabend steht fest: Er bleibt im Amt. Der Gemeinderat votierte während seiner konstituierenden Sitzung im „Dreimädelhaus“ wieder für ihn, und zwar einstimmig.

Die Ratsmitglieder hatten kürzlich in inoffizieller großer Runde Absprachen getroffen und sich nicht nur über Personalien verständigt, sondern auch über die Abschaffung des Verwaltungsausschusses (VA), die jetzt einstimmig durchging. Dem VA, der nicht nur Beschlussempfehlungen, sondern in bestimmten Angelegenheiten, etwa Auftragsvergaben, auch Beschlüsse fasste, gehörten bislang nur der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter an. Künftig fallen nun alle Entscheidungen abschließend im Rat.

Der alte und neue Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte, Klaus Stark (sitzend), mit seinen Stellvertretern Esref Kizilkara (rechts) und Marko Kleinert.

Die SPD hat ihre eigene absolute Mehrheit zwar verloren und stellt noch fünf von elf Mandatsträgern, bildet nun aber zusammen mit dem Grünen Hans-Joachim Dyck eine (Mehrheits-)Gruppe, die Reinhard Wixforth (SPD) zu ihrem Sprecher auserkoren hat. Von dieser „Koalition“ profitiert auch der grüne Ratsneuling. Die Gruppe räumte ihm Sitz und Stimmrecht im Bau- und Wegeausschuss ein; Dyck hatte das am Herzen gelegen.

Der Erhalt des Fachausschusses war unstrittig gewesen, zumal aktuell gleich drei Bauleitverfahren die Gemeinde Kirchseelte beschäftigen, und zwar das Wohngebiet „Westlich des Hügelweges“ sowie je ein Erweiterungsvorhaben der Firma „Sommer und Backhaus“ (im „Gewerbepark Kirchseelte“/Muna) und des „Dreimädelhauses“ (B-Plan „Ördekenbrück“). Der Vorsitz im Bau- und Wegeausschuss obliegt Marko Kleinert. Neben ihm und Dyck arbeiten außerdem Reinhard Wixforth und Carsten Eicke (für die Mehrheitsgruppe) sowie Birgit Zypress (für die CDU) darin mit.

Das Bürgerauto wird in Kürze Thema sein

Als erster Stellvertreter steht dem Bürgermeister – wie bislang – Esref Kizilkara (SPD) zur Seite; der zweite, Marko Kleinert, rekrutiert sich aus den Reihen der CDU und trat die Amtsnachfolge von Bernd Meyer (ebenfalls CDU) an. Die Wahlgänge gingen in offener Abstimmung über die Bühne. Keiner der durchweg einstimmig gewählten Anwärter musste sich gegen einen Gegenkandidaten behaupten. Zum Verwaltungsvertreter von Klaus Stark berief der Rat Esref Kizilkara. Das alleinige Vorschlagsrecht für dieses Amt lag beim Bürgermeister.

In Kürze wird der Kirchseelter Rat in die Sacharbeit einsteigen. Schon in der ersten Dezember-Hälfte werde voraussichtlich eine Sitzung nötig sein, um das Thema „Elektromobilität im Landkreis Oldenburg“ zu behandeln, sagte Klaus Stark gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Hintergrund sind die „Bürgerautos“ mit E-Antrieb, von denen – wie berichtet – auch Kirchseelte eins bekommen soll. 

Der gemeindliche Eigenanteil an den Kosten muss im Haushalt Berücksichtigung finden. Er dürfte sich nach Einschätzung des Bürgermeisters – wie in Dünsen – bei etwa 20.000 Euro bewegen. Für das Bürgerauto sollen ehrenamtliche Fahrer gefunden werden. Vereinen und Organisatoren, etwa der Jugendfeuerwehr, möchte die Gemeinde zudem die Chance geben, den Van für Transportzwecke auszuleihen. Viele Einzelheiten bedürfen noch einer Klärung. Der Bürgermeister hat für Anfang kommenden Jahres eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Bürgerauto ins Auge gefasst.

Drei Ratsmitglieder verabschiedet

Zurück zum Rat: Darin wirken gleich vier neue Mitglieder mit: Lucas Marquardt (CDU), Gerfried Holthusen (FDP), Hans-Joachim Dyck (Bündnis 90/Die Grünen) und André Laukstadt (SPD). Drei bisherige Mandatsträger hat Klaus Stark indes mit Blumen und Gutscheinen des „Eichen-Hofes“ verabschiedet. 

Reinhard Müller (FDP) war im Januar 2012 für Eckhard Philipp nachgerückt; Stefan Meyer-Jacob (CDU) hatte für eine Wahlperiode dem Kommunalparlament angehört; der Dritte im Bunde der Geehrten, Heinrich Meyer (SPD), gehörte dem Rat hingegen fast 30 Jahre lang an.

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