Gästeführer können auch für individuelle Touren gebucht werden

Mancher „Streifzug“ muss sogar kindgerecht sein

Wünschen sich eine gute Resonanz auf die kommenden Gästeführungen: Heinrich Sudmann, Maren Jehlicka, Anke Rüdebusch, Heinfried Sander und Margret Bädeker (v.l.).
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Wünschen sich eine gute Resonanz auf die kommenden Gästeführungen: Heinrich Sudmann, Maren Jehlicka, Anke Rüdebusch, Heinfried Sander und Margret Bädeker (v.l.).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Nein, eine Statistik zur Anzahl der 2015 von Anke Rüdebusch, Heinfried Sander, Margret Bädeker, Michael Grohe, Uli Sasse und Heinrich Sudmann durch die Samtgemeinde Harpstedt geführten Gäste gebe es nicht, sagt Maren Jehlicka aus der Verwaltung. „Einschließlich der individuell gebuchten Touren dürften es aber schon 1000 bis 1500 Menschen gewesen sein“, schätzt die Mitarbeiterin aus dem Bürgermeister-Vorzimmer. Nachdem ihr Kollege Andre Mutke innerhalb des Amtshofes auf eine andere Stelle gewechselt ist, fällt die verwaltungsinterne Zuständigkeit für die Gästeführungen nunmehr in ihren Aufgabenbereich.

Der neue Programm-Flyer, gedruckt in einer Auflage von 600 Exemplaren, liegt nicht nur im Amtshof und in der Stecho-Scheune zur kostenlosen Mitnahme bereit, sondern in Kürze unter anderem auch bei den Harpstedter Tankstellen, im Bücherlädchen, bei Schreibwaren Beuke, im Hotel „Zur Wasserburg“ oder in der Bäckerei Stratmeyer. 13 Gästeführungen sind enthalten (siehe Kasten). Der „Abend im Oktober“ ist nicht dabei. „Die Gästeführer wollten damit mal pausieren“, erläutert Maren Jehlicka. Die Radtour „in Nachbars Garten“ geht hingegen in die „nächste Runde“, und dazu erscheint zu gegebener Zeit ein Extra-Flyer. Dieses Angebot erfreut sich eines stetig wachsenden Zulaufs, was erwarten lässt, dass sich auch im kommenden Frühling wohl mindestens wieder drei Radler-Gruppen auf den Weg machen, um Einblicke in „grüne Oasen“ privater Besitzer gewährt zu bekommen. Wohin die Reise geht, verraten die Gästeführer absichtlich nicht. „Die Gärten stehen aber schon fest“, sagt Anke Rüdebusch. „Wir achten darauf, dass die Gruppen nicht zu groß werden. Das muss händelbar bleiben“, ergänzt Maren Jehlicka.

In den Flyer aufgenommen worden ist eine Radtour rund um das Thema „Energie“ in Kooperation mit dem Landfrauenverein. Primär an nicht mehr so mobile Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, wendet sich indes Margret Bädeker mit der Aktion „Frühlingserwachen“, die Interessierte optional mit einem Frühstück im Hotel „Zur Wasserburg“ verbinden können. Die Erkundung der Landschaft

„Die wollten nur noch

rein ins Verlies“

zwischen Delme und Hunte setzt Heinfried Sander fort; diesmal führt er Radler in den Raum Dötlingen/Wildeshausen. Auch an der Absicht, Interessierten mit den Jahren die Sehenswürdigkeiten aller Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Harpstedt zu zeigen, hält er fest: Im Sommer wird Prinzhöfte das Ziel sein. Die Feierabend-Radtouren mit Anke Rüdebusch finden ebenso eine Fortsetzung. Trotz widriger Witterungsbedingungen hatte diese Veranstaltung 2015 noch einen schönen Verlauf genommen. Anke Rüdebusch erinnert sich gern an den Aufenthalt im alten Forsthaus im Hölscherholz zurück: „Es war interessant, was die Leute, die jetzt dort wohnen, zu erzählen hatten.“ Für gewöhnlich hätten die Gästeführer Glück mit dem Wetter. „Das liegt wohl an unserem sonnigen Gemüt“, vermutet Rüdebusch schmunzelnd.

Auch individuelle Führungen können – je nach Dauer – für 25, 35 oder 40 Euro pro Gruppe gebucht werden. Dafür gibt es eine echte Nachfrage. 2012 und 2013 etwa sei der Christusgarten ein beliebtes Ziel gewesen, erinnert sich Heinfried Sander. „Gruppen kamen aus dem gesamten Raum zwischen Hamburg und Osnabrück und wollten bis zu vier Stunden in Harpstedt verweilen.“ Mittlerweile sei das Interesse am Bibelgarten allerdings etwas abgeebbt, zumal die Anlage ja nicht mehr neu sei. Viele – insbesondere ältere – Gäste „wollen viel sehen, aber wenig laufen“, spricht Sander aus Erfahrung.

Gelegentlich zeigen die Gästeführer sogar Gruppen von Kindern Sehenswürdigkeiten. Solche Führungen müssten natürlich kindgerecht ausgearbeitet werden, weiß Sander. Er erzählt von einer guten Zusammenarbeit mit der Grundschule Harpstedt – und von den vier vierten Klassen, die sich, verteilt auf zwei Tage, mit ihm auf den Weg durch Harpstedt gemacht hatten, um Geschichte hautnah vermittelt zu bekommen. Die Schüler seien „sehr aufmerksame Zuhörer gewesen“ und hätten „viele Zwischenfragen gestellt“. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen denkt Heinrich Sudmann an eine Amtshof-Besichtigung mit Kindergartenkindern zurück: „Die wollten zuletzt gar nichts mehr sehen, sondern nur noch rein ins Verlies, in den ehemaligen Kerker.“

Der Kreis der Gästeführer könnte übrigens noch etwas wachsen: Zwei Interessierte aus der Samtgemeinde durchlaufen aktuell eine 100-stündige Ausbildung.

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