Am Tag der Deutschen Einheit wird wieder gehökert

Wo der frühe Vogel den Wurm fängt

Alle Jahre wieder Menschenschlangen, so weit das Auge reicht – der Colnrader Hökermarkt aus der Vogelperspektive.

Colnrade - Warum der Colnrader Hökermarkt am Tag der Deutschen Einheit auch unter denen so beliebt ist, die verkaufen wollen? „Weil wir dort faire Standgelder zahlen und wirkliche gute Umsätze erzielen.“ So oder ähnlich lauten Aussagen von Beschickern, die kein Problem damit haben, über Geld zu reden.

Doch es ist schon weit mehr als der schnöde Mammon, der die aktive Teilnahme so attraktiv macht. Die Händler wissen die professionelle Organisation ebenso zu schätzen wie die routinierte Zuweisung der Standplätze und den stressfreien Aufbau. Vor allem aber das besondere „Höker-Flair“. Ja, es wird tatsächlich gefeilscht, was das Zeug hält, und längst nicht jedes Verkaufsgespräch endet damit, dass Bares gegen Ware über den Tapeziertisch geht. Aber genau dieser Basar-Charakter schwebte Detlef Kähne vor, als er 1997 den Hökermarkt aus der Taufe hob – freilich ohne damals zu ahnen, welche Lawine er damit lostreten würde. Jahr für Jahr pilgern Besucher in fünfstelliger Zahl in den Colnrader Ortskern – in der Hoffnung, bei den gut 400 Anbietern fündig zu werden.

Marktzeit von 9 bis 17 Uhr

Die offizielle Marktzeit währt auch am kommenden 3. Oktober wieder von 9 bis 17 Uhr. Belebt sein wird die Hökermeile aber schon Stunden vorher. Dann sind auch die ehrgeizigsten Trödel-Jäger schon unterwegs. Manche halten, ausgestattet mit Taschenlampen oder Grubenleuchten, nur Ausschau nach technischen Raritäten; andere haben es auf Porzellan abgesehen, wieder andere auf alles, was alt und antik anmutet. Die breite Masse, die nicht unbedingt zielgerichtet stöbert, sondern einfach einen schönen Feiertag mit der Familie auf dem Hökermarkt verbringen und dabei vielleicht das eine oder andere Schnäppchen machen will, kommt zumeist, wenn „die Profis“ schon lange wieder weg sind. Die Anbieter entdecken oftmals Leute an ihren Ständen, die sie aus dem Vor-, Vorvor- oder Vorvorvorjahr kennen. Stammkundschaft – es gibt sie wirklich auf dem Hökermarkt.

Großer Pluspunkt: Kostenloses Parken

Die Organisatoren aus den Reihen des Feuerwehr-Fördervereins und des Sportclubs (SC) Colnrade haben für gewöhnlich alles im Griff. Kostenloses Parken unweit der Hökermeile gilt als großer Pluspunkt. Wer es besonders stressfrei haben will, der nutzt sie Shuttle-Busse, die ab Harpstedt und Wildeshausen verkehren, oder den „Park & Ride“-Parkplatz bei der Firma Stöver in Aldrup. Stellflächen für Menschen mit Behinderungen stehen bei der Hoco-Mühle an der Austener Straße zur Verfügung.

• Zum „Drumherum“ gehören unter anderem ein Mini-Karussell, das Ralf Dunger aus Barnstorf mit Muskelkraft antreibt, während er begleitend dazu musiziert, ein herkömmliches Kinderkarussell sowie ein Spider-Bungee-Trampolin, ebenso ein Kran mit Aussichtsgondel. Für südamerikanisches Summer-Feeling und heiße Rhythmen sorgt die Wildeshauser Samba-Truppe „acompasso“ mit einigen Auftritten an wechselnden Orten.

• Das Angebot an Gaumenfreuden ist breit gefächert und reicht von herzhaft bis süß. Übrigens gibt es nun doch auch wider Erwarten Erbsensuppe. Die kam bislang von Heiko Marchewa. Er bietet sie aber diesmal aus privaten Gründen nicht an. Kameraden der Feuerwehr Goldenstedt schließen die „Lücke“. Wer Lust auf Erbsensuppe hat, kriegt sie auf der Grünfläche zwischen Schulstraße und Hoboldsweg. Der Fischereiverein Colnrade preist – wie gehabt – seine Fischspezialitäten an. Die Ortsfeuerwehr lockt mit Frühstück, aber auch mit Nackensteaks vom Grill, Zaziki und Krautsalat. Eine Cafeteria mit Kuchen- und Tortenbuffet im Dorfgemeinschaftshaus organisiert und bewirtschaftet der SC Colnrade.

Die Standplätze auf der Hökermeile waren übrigens schon im Mai komplett vergeben. Hier gilt wie bei der Schnäppchenjagd: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

• Zu Arbeitseinsätzen im Vorfeld des Hökermarktes treffen sich die Helfer aus den Reihen der Ortswehr Colnrade morgen, Sonnabend, um 9 Uhr beim Feuerwehrhaus, außerdem am Mittwoch und Donnerstag um 17 Uhr (bis gegen 20 Uhr), am Freitag um 16 Uhr (bis gegen 20 Uhr) sowie am Sonnabend und Sonntag, 1./2. Oktober, dann wieder um 9 Uhr. Die Einweiser werden gebeten, sich am Hörermarkttag um 5 Uhr früh beim Colnrader Feuerwehrhaus einzufinden. 

boh

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