Survival-Ausbilder zu Besuch im Kindergarten „Waldburg“

Feuer mit Wasser machen? Das geht!

Die „Krokodile“ staunten, als Marco Masannek ihnen zeigte, wie leicht ein Wattepad brennt – erst recht, wenn es zuvor mit Wachs durchsetzt worden ist. - Fotos: Bohlken

Harpstedt - Feuer machen? Ja, aber niemals allein. Wenn überhaupt, dann nur unter Aufsicht. Und unter gar keinen Umständen im Wald! Das hatten die „Krokodile“ längst verinnerlicht, als Marco Masannek sie am Donnerstag im (DRK-)Kindergarten „Waldburg“ besuchte, um ihnen zu erklären, welcher Hilfsmittel sich der Mensch bedienen kann, um ein Feuer zu entfachen.

Zur Einstimmung griff der Survival-Ausbilder, der auch die Sportschule Sabukai betreibt, auf die geläufigen Utensilien zurück. Er hielt ein Feuerzeug an ein Stück Holz. Viel passierte da nicht. „Es dauert ganz schön lange, bis es brennt“, verriet der 40-Jährige, dessen Tochter Maja (4) selbst zur Gruppe der „Krokodile“ gehört. Sodann wiederholte er das Experiment mit viel leichter entzündlicher Baumrinde, ehe er sich zu den weniger bekannten Methoden des „Entflammens“ vorarbeitete.

Feuer machen durch Kurzschluss – auch das funktioniert.

„Was ist das?“, fragte er, als er zu Stahlwolle griff. „Stoff?“, rätselte ein „Krokodil“. Ein anderes Kind kam der Sache mit seinem Tipp, „Wolle“, schon näher. „Das benutzt ihr zu Hause in der Küche, um Töpfe zu putzen“, erklärte Masannek. „Fühlt mal! Ein bisschen pieksig. Oder?“, warf Erzieherin Nadine Gans-Schrader ein. Masannek „zerfledderte“ die Stahlwolle ein wenig und schloss damit eine Neun-Volt-Blockbatterie kurz. Wenig später begannen ein paar Stahlfäden zu glühen. Das reichte, um erneut „Zunder“ in der Feuerschale in Brand zu setzen. „Und wie kriegen wir das jetzt wieder aus?“, stellte der kleine Silas eine durchaus berechtigte Frage. Die Antwort gab das Feuer selbst. Es erlosch nach kurzer Zeit von ganz allein.

Routiniert gelang es Masannek, mit einem Magnesiumstab und einem Stück Eisen, dass er daran rieb, rund 3 000 Grad heiße Funken zu erzeugen und damit aufs Neue Brennmaterial zu entflammen. Feuer mit Wasser machen? Selbst das funktioniert! Eine mit etwas Flüssigkeit gefüllte Flasche wirkt wie ein Brennglas. Allerdings nur, wenn die Sonne scheint. Da sie den Kindern diesen Gefallen nicht tat, musste sich das Experiment auf bloße Theorie beschränken. Staunen ließ die „Krokodile“ indes die leichte Entflammbarkeit eines mit Wachs durchsetzten, „zerbröselten“ Wattepads. „Hier lerne ich ja noch was fürs Leben“, gestand Nadine Gans-Schrader.

Im weiteren Verlauf tauchte Masannek in die Welt der chemischen Oxidationen ein – kindgerecht, versteht sich. Mit Hilfe von Kaliumpermanganat und Glycerin oder optional Zucker veranschaulichte er, wie miteinander reagierende Substanzen ohne oder mit wenig manuellem Zutun zu brennen beginnen.

Neben den „Krokodilen“ freuten sich die „Löwen“ schon vorab auf die Lehrstunde. Beide Gruppen befassen sich seit einiger Zeit mit dem Thema Feuer – sowohl mit den Gefahren als auch mit dem Nutzen als Licht- und Hitzequelle. Reibung erzeugt Wärme. Das ist den Kindern längst klar. Und dieses Wissen machten sie sich bei den „Feuer-Experimenten“ im Freien zunutze. Angesichts rechts „schattiger“ Temperaturen tat es durchaus gut, sich dann und wann kräftig die Hände zu reiben. 

boh

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