Der Beckstedter Bach bietet Fischen keine Rückzugsräume: Renaturierung geplant

„Eine Kinderstube für Lachse und Meerforellen schaffen“

Der stark versandeten Altarm des Beckstedter Baches. Hier soll bald neues Leben einziehen.

Colnrade - Von Phillip Petzold. Der Fischereiverein Colnrade will den Beckstedter Bach in eine natürliche Form bringen. Die Planungen sind schon weitgehend abgeschlossen, der Antrag ist bewilligt. Es hapert nur noch an der Finanzierung.

„Schon als die Hunte begradigt wurde, hat mein Vater zu mir gesagt: ,Junge, wenn du mal die Gelegenheit dazu hast, mach‘, dass die Gewässer, irgendwann wieder natürlich werden‘“, erzählt Dieter Klirsch, erster Vorsitzender des Fischereivereins Colnrade. Damals seien viele Fehler gemacht worden. Klirsch kam der Bitte seines Vaters nach. Der Holtorfer Bach fließt bereits wieder in ursprünglicher Form, nun soll der Beckstedter Bach folgen.

„Der Finanzierungsplan steht. Es fehlen noch etwa 2 000 Euro, damit die Bingo-Stiftung ihren Anteil von fast 30 000 Euro bereitstellt“, so Klirsch. Die Umweltstiftung wird mit ihrem Beitrag den Löwenanteil der etwa 42 000 Euro teuren Baumaßnahmen tragen. Auch der Landkreis Oldenburg bezuschusst das Projekt mit voraussichtlich 8 000 Euro, der Fischereiverein selbst wird 1 500 Euro beisteuern.

Klirsch sorgt sich jedoch, dass das Gebiet danach zum Biotop erklärt werden könnte. Er und seine Anglerkollegen müssten dann wohl mit Einschränkungen rechnen. „Mit dem Projekt schaffen wir etwas, von dem wir uns in Zukunft auch einen Ertrag erhoffen“, so Klirsch. „Wir machen das aber nicht, damit wir dort direkt angeln können“, macht er deutlich. „Wir wollen Laichgewässer schaffen. Es geht uns also nur darum, den Fischen eine Kinderstube zu bieten. In dem Bereich wird niemand seine Rute auswerfen.“

Für den Vorsitzenden des Fischereivereins ist die Renaturierung auch Naturschutz. „Die Umgestaltung ist ein wertvoller Beitrag für die Tier- und Pflanzenwelt im und am Wasser. Aber auch für unsere Fische“, so Klirsch.

Er hat dafür gesorgt, dass die für die Umleitung des Gewässers benötigten Flächen zusammenkommen. Felder und Grundstücke wurden getauscht, gekauft und angepasst, sodass der Bach künftig unbesonnen mäandern kann.

Derzeit ist der Lauf stark versandet, teilweise nur einen halben Meter tief. Das Wasser fließt zu langsam und bietet Fischen keinen Unterschlupf. Durch Kurven und Ausbuchtungen solle dieser geschaffen werde.

„Es ist doch viel sinnvoller, wenn die Fische direkt hier laichen und wachsen können, als das wir sie extra einkaufen und aussetzen“, erläutert der Angler.

Klirsch hofft darauf, dass künftig neben Meerforellen, Neunaugen und Lachsen auch der Aal wieder heimisch wird.

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