Indie-Pop: „Pele Caster“ im „Liberty’s“

„Ein Song, der live nicht geht, ist keiner“

Das Leben auf Tour sei der eigentliche Grund, warum er Musik mache, sagt Stefan „Pele“ Götzer. - Foto: Stefan Baumgart

Harpstedt - „Ein Song, der live nicht funktioniert, ist keiner“, sagt Stefan „Pele“ Götzer, der mit „Pele Caster“ am 1. September die Reihe „Kultur am Donnerstag“ im „Liberty’s“ in Harpstedt fortsetzt. Das Hutkonzert beginnt um 20 Uhr – bei freiem Eintritt.

Götzer hatte als 15-Jähriger in Datteln die Band „Astra Kid“ ins Leben gerufen. Zehn Jahre und drei Alben später wollten zwei der Bandmitglieder etwas anderes machen als Musik. Sie auszutauschen – das kam für den Begründer nicht in Betracht. Daher trennte sich „Astra Kid“ 2005, als der Durchbruch greifbar nahe schien. „Pele“ stieg 2006 als Bassist bei der Kölner Combo „Klee“ ein, mit der er seither regelmäßig tourt.

Mit „Pele Caster“ geht er einen Schritt zurück – und „back to the roots“. Dahinter verbirgt sich ein Indie-Pop-Rock-Projekt, ein Konglomerat aus befreundeten Musikern um Frontmann „Pele“. Seit 2010 tourt die Truppe rastlos in unterschiedlichen Besetzungen durchs Land. Aktuell feilt sie im Studio an ihrem zweiten Album: „14 Anrufe in Abwesenheit“ lautet der Arbeitstitel. Von 2011 datiert indes der Debüt-Tonträger „Wasimmer“.

„Ich bewege mich selten mit Musik auf den Ohren oder nur aufs Smartphone starrend durch die Welt, sondern betrachte die Außenwelt als unerschöpflichen Fundus“, beschreibt „Pele“ die Quelle der Inspiration für sein Songwriting. Das „Leben auf Tour“ sei für ihn der „Grund, warum ich Musik mache“. Wert lege er darauf, neue Stücke auf ihre LiveTauglichkeit zu prüfen. Jedes Konzert sei anders. Das treffe auf „Pele Caster“ besonders zu. Das Projekt bestehe aus 16 Mitstreitern mit unterschiedlichsten Instrumenten; da sich oft erst kurz vor Konzerten entscheide, wer davon als Begleitmusiker auftrete, bleibe es immer „spannend“.

• Auf einen kleinen regionalen „Support“ darf sich übrigens das Harpstedter Publikum freuen: Alexander Reuter und Jannes Waterstrat bereichern das Konzert auf akustischer Gitarre und Akkordeon zusätzlich. Ein Hang zu verträumter Melancholie wird ihnen nachgesagt. In ihren Stücken besingen sie, um nur zwei Beispiele zu nennen, alte Grammophone, die einst verbotenen Jazz von Schellack spielten, oder Verlorenheitsgefühle und die hoffnungsvolle Frage, „ob die nette, aber beinahe gänzlich unbekannte Person aus der Nachbarschaft diese vielleicht auch empfindet“. Die Formation ist noch jung. Anfang 2016 trat Reuter erstmals mit einzelnen Songs auf offenen Bühnen in Bremen auf. Als sein Großvater ihm ein Akkordeon vermachte, reifte die Idee, das Singer/Songwriter-Projekt zu erweitern. Und zum Glück gab es da mit Waterstrat jemanden, der dieses Instrument beherrscht. Beide hatten sich durch das Zusammenspiel in einer früheren Band kennengelernt und machen noch heute Seite an Seite in der Bremer Band „brennholzverheih“ eine Kombination aus Ska und Reggae.

Im Frühling bestritten sie ihre ersten Auftritte zu zweit – mit einem breiteren Repertoire an Songs. - eb/boh

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