Herbert Bocks Forschungsergebnisse liegen in Buchform vor

Dissertation zeugt von unglaublicher Fleißarbeit

„Begehrt und umstritten. Der mittlere Hunteraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert“ – so heißt die als Buch erschienene Dissertation von Dr. Herbert Bock (Mitte), die der Autor selbst am 28. Oktober im Hotel „Zur Wasserburg“ vorstellt. Grußworte werden unter anderem auch Prof. Karin Holm (vorn links) und Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (vorn rechts) sprechen. - Archivfoto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Fortlaufend haben Prof. Dr. Dr. Bernd Ulrich Hucker, die beiden involvierten Doktoranden und die Projektbeiratsvorsitzende Prof. Karin Holm die Öffentlichkeit an dem bei der Uni Vechta angesiedelten Forschungsprojekt zur bäuerlichen Siedlungs- und Geschlechterhistorie auf dem Gebiet der heutigen Samtgemeinde Harpstedt teilhaben lassen. In Kürze bekommen geschichtsinteressierte Bürger nun Einblicke in ein ganz konkretes Ergebnis: Die Dissertation von Herbert Bock liegt in Buchform vor und wird dann feierlich präsentiert.

„Begehrt und umstritten. Der mittlere Hunteraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert“ – so heißt das Werk, das der Autor, der inzwischen bereits promoviert hat, am Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr, im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ vorstellt. Erschienen ist es im Kieler Solivagus-Verlag.

Bock war – wie Mareike Hustedt – als Doktorand in das von Prof. Hucker geleitete Forschungsprojekt involviert. Seine mit Auszeichnung gewürdigte Dissertation beleuchtet die gleichermaßen spannende wie wechselvolle Geschichte der Kirchspiele Colnrade und Harpstedt sowie hier ansässiger Bauerngeschlechter im Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

Anschauliche Einblicke in das ländliche Leben

Bock hat die geographische Lage bäuerlicher Siedlungen mit ihren Voraussetzungen und Abhängigkeiten untersucht sowie auch die Ortschaften nach ihrer ersten Erwähnung aufgelistet. Dabei fand er durchaus Bemerkenswertes heraus. Nur eine von vielen Erkenntnissen, die seine Forschungen zutage gebracht haben: Diverse Dörfer in der heutigen Samtgemeinde Harpstedt sind wesentlich älter, als bislang angenommen worden war. Sehr detailreich schildert Bock, wie sich historisch bedeutsame Großereignisse, etwa der Dreißigjährige Krieg oder die Reformation, auf die Kirchspiele Harpstedt und Colnrade ausgewirkt haben. Dabei saugte er auch aus bislang unveröffentlichten Quellen redensartlichen Honig.

Auf der Grundlage zahlreicher Archivalien gewährt Bock anschauliche Einblicke in das ländliche Leben, ohne dass er dabei die politischen Entwicklungen, die als „Wirkkräfte der Geschichte“ das Alltagsgeschehen bestimmten, aus den Augen verlöre. Seine wissenschaftlichen Recherchen zeugen von einer unglaublichen Fleißarbeit, gepaart mit einer hohen Sachkenntnis historischer Zusammenhänge, aber auch von geradezu pedantischer Gründlichkeit.

Herbert Bock hat frühere Besitzverhältnisse, das damalige Gerichts- sowie das Steuer- und Abgabenwesen ergründet und aus diesen Forschungen spannende Rückschlüsse auf die Lebensumstände der Bevölkerung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ziehen können.

„Kein Hort des Friedens“

In Exkursen befasst er sich mit der Chronik des Amts- und Kammerschreibers Johann Heinrich Redecker (1682–1764) aus dem Jahr 1758 und mit den ständigen Streitigkeiten mit der Stadt Wildeshausen im 16. und 17. Jahrhundert. Der Historiker untermauert mit Fakten seine These, wonach auch der Bereich der Kirchspiele Colnrade und Harpstedt kein Hort des Friedens und der Abgeschiedenheit gewesen ist. Die hiesige Bevölkerung, so weist er nach, habe insbesondere im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) erheblich gelitten, aber auch schon davor. Dass die Grafschaft Oldenburg, zu der das alte Amt Harpstedt gehörte, wegen der Neutralitätspolitik von Graf Anton Günther von Gräueln weitgehend verschont geblieben sei, widerlegt der Diepholzer eindrucksvoll.

Bock engagiert sich seit einigen Jahren in und um Harpstedt als Landeshistoriker. Erst nach seiner Pensionierung hatte er begonnen, Geschichte (mit den Schwerpunkten Spätmittelalter und frühe Neuzeit) sowie Geographie und Politikwissenschaft zu studieren.

Das nun publizierte Buch war 2015 als Dissertation von der Uni Vechta angenommen worden. Zur feierlichen Präsentation laden die Samtgemeinde Harpstedt, der Beirat des erwähnten Forschungsprojektes und der Solivagus-Verlag gemeinsam ein.

Grußworte sprechen eingangs Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, die Beiratsvorsitzende Prof. Karin Holm, Projektleiter Prof. Bernd Ulrich Hucker und Verleger Dr. Stefan Eick.

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