Auch aus energetischen Gründen / Kosten für zweigruppige Krippe steigen

Dach der Grundschule Dünsen wird größtenteils erneuert

Auch aus energetischen Gründen hat der Samtgemeindeausschuss eine „Kröte“ geschluckt: Das Dach des bisherigen Grundschulgebäudes in Dünsen wird größtenteils erneuert. - Archivfoto: Bohlken

Dünsen - Die redensartlichen „Nägel mit Köpfen“ hat der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss (SGA) in seiner jüngsten Sitzung gemacht: Gut zwei Drittel der bisherigen Grundschule Dünsen werden neu eingedeckt. Der Gebäudekörper, der vor acht Jahren auf Kosten der Gemeinde Dünsen ein neues Dach bekommen hatte, bleibt davon unberührt. Die zusätzliche Maßnahme lässt die Kosten für die zweigruppige Kinderkrippe, die am bisherigen Schulstandort entstehen soll, um voraussichtlich 141 500 Euro wachsen. Mit dieser Summe kalkuliert zumindest das Architekturbüro Glüsenkamp. Inbegriffen sind der Abriss, die Asbest-Entsorgung, sofern überhaupt nötig, Neueindeckung und Dachisolierung.

Auslöser für den SGA-Beschluss war die vermutete Asbestbelastung gewesen. Im Dach der Schule sollen Faserzementplatten verbaut worden sein. Dass sie mit Asbest belastet sind, gilt zwar als sehr wahrscheinlich, ist aber noch nicht mit letzter Gewissheit geklärt. So lange das Dach nicht geöffnet werde, bestünden keine gesundheitlichen Risiken, hatte sich Günther Glüsenkamp in einer Fachausschusssitzung geäußert.

Der SGA hält die beschlossene Dacherneuerung trotzdem für sinnvoll – nicht zuletzt auch aus energetischen Gründen, erläuterte Verwaltungschef Herwig Wöbse gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Gebäudekörper werde ohnehin runderneuert, und vor diesem Hintergrund liege es ja nahe, das Dach nicht auszusparen. „Der Politik ging es wohl auch darum, an dem Baukörper für lang Zeit Ruhe zu haben. Das Dach hätte man irgendwann sowieso anfassen müssen“, so Wöbse. Dies jetzt schon zu tun, mache sicher, so die Überlegungen, eher Sinn als später, wenn „darunter schon alles erneuert ist“. Auf lange Sicht wird sich die zusätzliche Investition amortisieren – als Folge von dauerhaften Einsparungen bei den Heizkosten.

Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Von daher gilt das Dach prinzipiell als eine Schwachstelle, aus der Heizenergie entweichen kann. „Wir werden die Dachisolierung natürlich auf den neuesten Stand bringen. Das bedeutet mindestens eine Verdoppelung der Dämmung“, erläuterte Wöbse. Hinzu komme: Die in dem alten Dach verwendete Glaswolle „würde man heute nicht mehr nehmen“; es gebe mittlerweile besser geeignete „Spezifikationen“.

Die Dacherneuerung wird die Samtgemeinde nun in die Ausschreibung mit aufnehmen. Dadurch verzögern sich in der Folge auch die Auftragsvergabe und der Baustart etwas. Bislang hatte der Samtgemeindebürgermeister gehofft, die Krippe im ersten Quartal 2017 in Betrieb nehmen zu können. Das sei mittlerweile ein sehr sportliches Ziel, räumte er ein. Die Inbetriebnahme werde sicher nicht schon im Januar oder Februar hinzubekommen sein. Wöbse weiß, dass sie Samtgemeinde zusätzlich vor der Herausforderung steht, qualifizierte Betreuungskräfte zu finden und einzustellen. Das sei heutzutage „nicht mehr ganz so einfach“. Gleichwohl hält der Samtgemeindebürgermeister daran fest, sich eher ehrgeizige Ziele zu setzen. Seine „Vorgabe“ für die Inbetriebnahme lautet nun: „Ende des ersten Quartals 2017“. - boh

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