Landfrauenchor genießt Tage beim Unterallgäuer Bäuerinnenchor 

Blauweiße Blütenpracht soll sich in Gärten entfalten

Vor dem Schloss in Mindelheim wurde dieses Erinnerungsfoto „geschossen“. Rechts Landrat a.D. Dr. Hermann Haisch, der viele Informationen während der Rundfahrt an die Gäste weitergab. Links die frühere Chorvorsitzende Leni Lampert. - Foto: Hartmann

Harpstedt/Schöneberg - Von Harro Hartmann. Seit mehr als zwei Jahrzehnten besteht nunmehr die Freundschaft zwischen dem Unterallgäuer Bäuerinnenchor und dem Chor des Landfrauenvereins Harpstedt-Heiligenrode. Bei jedem der gegenseitigen Besuche sind die Bindungen enger geworden – egal, wer dabei als Gastgeber fungierte. Dies zeigte sich auch am vergangenen Wochenende, als sich der Landfrauenchor unter der Leitung seiner Dirigentin Linde Wessel mit einem Bus nach Schöneberg in den Landkreis Unterallgäu fahren ließ.

Dort erlebten die „Nordlichter“ einen überaus herzlichen Empfang vorm Dorfgemeinschaftshaus (DGH). An einem reichhaltigen Torten- und Kuchenbuffet stärkten sich die 28 Gäste nach fast zehnstündiger Anreise. Sie und die Gastgeberinnen fanden schnell zusammen, knüpften aber auch einige neue Kontakte.

Schon bald ging's in die Quartiere in den umliegenden Ortschaften auf den Höfen. Am Abend trafen sich beide Chöre im DGH in Schöneberg. Hier war alles für einen bayrischen Abend vorbereitet. Im Zuge eines kulinarischen Genusses während eines Drei-Gänge-Menüs und reichlich Getränken folgte die offizielle Begrüßung durch die Vorsitzende Irmgard Maier. Lieder als musikalischer Willkommensgruß fehlten ebenfalls nicht.

Linde Wessel dankte für die herzliche Aufnahme. Auch der Landfrauenchor gab die eine oder andere gesangliche Kostprobe zum Besten. Passend zu den sogenannten Küchenliedern hatten die Landfrauen ihre Küchentracht angelegt. Als kleine Gastgeschenke verteilten sie Päckchen mit Blumenzwiebeln. Letztere sollen in Gärten des Unterallgäus eine blauweiße Blütenpracht entfalten. Und die wiederum soll an die bestehende Freundschaft erinnern. Den gleichen Zweck erfüllt eine vor sieben Jahren vor dem Amtshof in Harpstedt gepflanzte Sommerlinde.

Am Sonnabendmorgen startete eine Rundfahrt durch den Landkreis Unterallgäu. Landrat a. D. Dr. Hermann Haisch ließ es sich nicht nehmen, die Führung selbst zu übernehmen und die Gäste mit vielen Informationen zu versorgen. Die Gruppe besuchte das Schloss von Mindelheim. Ebenso das örtliche Turmuhrenmuseum. Dort ging es nicht nur um die Geschichte der Turmuhren. Auch deren Funktionsfähigkeit bekamen die Besucher an verschiedenen Modellen vorgeführt. Den Aufstieg auf den Turm machten nicht alle mit. Zumindest nicht ganz bis nach oben. Immerhin neun Geschosse mit insgesamt 156 Stufen galt es zu „erklimmen“. Auf jeder Etage waren Turmuhren alter Art zu bewundern.

Spaziergang fiel wegen Nieselregens aus

Nach dem Mittagessen war Bad Wörishofen ein weitereres Ausflugsziel. Der eigentlich vorgesehene Spaziergang fiel wegen Nieselregens aus. Weiter ging es auf den Hof von Irmgard Maier und ihrer Familie in Mittelrieden. Die norddeutschen Berufskolleginnen und -kollegen erfuhren viel über die Betriebsstruktur des Milchviehbetriebes mit 65 Kühen. Sie durften einen Blick in den Stall werfen und erlebten den Melkroboter in Aktion. Die Zeit drängte. Am Abend stand ein Besuch des Weinfestes des Männerchores „Markt Wald/Oberneufnach“ in Verbindung mit einem Chorkonzert unter Mitwirkung zweier weiterer Chöre (Schützenchor Zaisertshofen und Sektkehlchen Hiltenfingen) auf dem Programm. Mit dieser Veranstaltung hatte der Unterallgäuer Bäuerinnenchor eine gute Wahl getroffen. Chorgesang und Geselligkeit bildeten eine unterhaltsame Mischung. Aus Sicht aller Beteiligten ging auch dieser Abend viel zu schnell vorüber.

Ausschlafen war tags darauf nicht angesagt. In Schöneberg wartete ein reichhaltiges Frühstück. Der gastgebende Chor trug Lieder in Hochdeutsch und Schwäbisch vor. Auch die „Nordlichter“ um Linde Wessel traten auf, um sich für die überaus große Gastfreundschaft zu und das tolle Besuchsprogramm zu bedanken. Die Dirigentin sprach im Namen der Landfrauen aus „Norddeutschland bei Bremen“, wie deren Heimatregion im Unterallgäu augenzwinkernd genannt wird, ihren aufrichtigen Dank aus. Leni Lampert, die frühere Vorsitzende des gastgebenden Chors, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die Freundschaft schon fast 25 Jahre anhält. Mit keinem der anderen Chöre, mit denen der Unterallgäuer Bäuerinnenchor Kontakt aufgenommen hatte, habe sich eine so herzliche Verbindung entwickeln und festigen können.

Beim Abschiednehmen kullerte später das eine oder andere Tränchen. Landrat a.D. Dr. Hermann Haisch hatte sein Alphorn mitgebracht, blies zwei Abschiedslieder und erntete dafür als Dank verdienten Beifall. Die Rückreise der Gäste in heimatliche Gefilde ging ohne Staus und Probleme über die Bühne.

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