„Grammophon & Schellack“ läuten „Kultur am Glockenturm“-Saison ein 

Alte Schlager, witzig und charmant serviert

„Mein kleiner grüner Kaktus“ und viele weitere Schlager-Evergreens serviert am 21. Oktober das Quartett „Grammophon & Schellack“.

Dünsen - Von Jürgen Bohlken. Musikalische Nostalgie, kriminalistischer Scharfsinn, ein weihnachtlicher Melodienreigen, plattdeutsches Theater und A-cappella-Gesang kommen im neuen „Kultur am Glockenturm“-Programm zusammen. Als abschließendes i-Tüpfelchen krönt ein weiteres Konzert der „Profisorischen“ am 7. April 2017 die mittlerweile siebte Veranstaltungssaison in der Zufluchtskirche in Dünsen.

Den Auftakt macht noch in diesem Monat das Quartett „Grammophon & Schellack“. Am Freitag, 21. Oktober, schicken sich die vier „befrackten“ und Zylinder tragenden Herren ab 20 Uhr in der Zufluchtskirche an, ein „hinreißendes Feuerwerk extravaganter Unterhaltungskunst“ zu entfachen. Mit Charme lassen sie dann „frech und frivol“ Schlager der 1920er- und teils auch 1930er Jahre musikalisch aufleben – in Gedenken an eine Zeit, „als man noch Fliege trug, den Schwarzen Freitag fürchtete und trotzdem in Champagner badete“, wie es augenzwinkernd in der Ankündigung des Konzerts heißt.

Das Publikum der Moderne soll in den Genuss der Lebensfreude kommen, die einst Hits wie „Oh Donna Klara“, „Wir machen Musik“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Frauen sind keine Engel“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ versprühten.

„Grammophon & Schellack“ liegt besonders daran, eine „wichtige Botschaft“ in das Jetzt zu tragen, die da lautet: „Heute ist die gute alte Zeit von morgen!“ Dem Publikum verheißt das Ensemble, „die Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins mit Musik, Sprachgewandtheit und viel Humor“ erleben zu können.

Wer sich mitreißen lassen will von den „verdeckten, aber dennoch offensichtlichen Botschaften“ der „immergrünen“ Schlagertexte und Lust auf „musikalisches, gesangliches Entertainment“ hat, kann sich seine Eintrittskarte im Vorverkauf für zehn Euro sichern. An der Abendkasse kostet das Ticket dann zwölf Euro. Der Vorverkauf läuft – wie gewohnt – über den Wesselhof in Dünsen sowie über Schreibwaren Beuke und das Bücherlädchen in Harpstedt.

Auch alle weiteren „Kultur am Glockenturm“-Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr in der Zufluchtskirche. Einlass ist jeweils ab 19.30 Uhr.

Ex-Kriminalist und -Profiler sowie Autor Axel Petermann gestaltet am Freitag, 4. November, eine Lesung in dem Dünsener Gotteshaus. Sein Buch „Auf der Spur des Bösen“ schaffte es 2010 sogar in die „Spiegel“-Bestsellerliste.

Petermann war ursprünglich nur als Ersatz für den Wehrdienst zur Polizei gekommen. Ein Kriminalistik-Dozent weckte dann aber sein Interesse an der Verbrechensaufklärung. Petermann durchlief die klassische Ausbildung bei der Polizei in Bremen. Von 1975 bis 2014 gehörte er der Kripo an. Nach der Kommissarsausbildung machte er als Mordkommissionsleiter und stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen von sich reden. Bis 1999 bearbeitete er mehr als 1000 unnatürliche Todesfälle. Es folgte eine kritische Auseinanersetzung mit den FBI-Methoden des Profilings. Bis zu seiner Pensionierung (2014) leitete Petermann die Dienststelle „Operative Fallanalyse“, die er selbst aufgebaut hatte. Er ist nach wie vor überzeugt davon, dass der Schlüssel zur Klärung eines Mordes oder Totschlags einerseits in der Interpretation der Spuren am Tatort liegt, andererseits aber auch in der Analyse der Opferpersönlichkeit; weil die Auswahl des Opfers und die Tatortspuren auf Entscheidungen des Verbrechers basierten, werde dadurch das Motiv deutlich und lasse Rückschlüsse auf das Täterprofil zu. Seit 2011 wirkt Petermann als ständiger Berater des Frankfurter „Tatort“.

Für ein adventliches Kontrastprogramm sorgen am 2. Dezember die „Churchies“. Der Chor aus Twistringen bringt dann Weihnachtslieder und Spirituals zu Gehör. Mit dem plattdeutschen Stück „Wenn hört denn nu dat Himmelreich?“, dargeboten von der Speelkoppel Hoyerswege, findet die „Kultur am Glockenturm“ im neuen Jahr, am 10. Februar, eine Fortsetzung. Das Saxophon-Quartett „Sistergold“ gibt sich am 3. März die Ehre. Es trägt dann „Glanzstücke“ aus seinem Repertoire vor – unter dem Motto „Vier Frauen, vier Saxophone, ein Sound“. Ein Wiedersehen und -hören mit der A-cappella-Truppe „Die Profisorischen“ gibt es dann am 7. April. Lachtränen und Gänsehaut seien „inklusive“, verspricht das „Kultur am Glockenturm“-Team.

Mehr zum Thema:

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Oppendorfer Nikolausmarkt mit buntem Programm 

Wintersport in der Skihalle Neuss

Wintersport in der Skihalle Neuss

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Meistgelesene Artikel

Nach Herzfund: Seltsame Fleischfunde und eine rapide verendete Hündin

Nach Herzfund: Seltsame Fleischfunde und eine rapide verendete Hündin

Auf den Westring kommt noch viel Verkehr zu

Auf den Westring kommt noch viel Verkehr zu

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Kommentare