Verein ProSzenium punktet mit Kriminalkomödie in Kirchseelte

Acht Frauen, acht Motive und jede Menge Abgründe

Unerwartetes, Spannung, bitterböser Humor: „Die acht Frauen“ hat alles, was eine Kriminalkomödie braucht. - Foto: Wolfgang E. Witt

Kirchseelte - Spannung lag am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Kirchseelte in der Luft: Der Theaterverein ProSzenium aus Delmenhorst bot rund 100 Zuschauern mit der Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ einen unterhaltsamen Abend in zwei Akten. Spielleiterin Petra Wahed-Harms hatte mit der Truppe neun Monate lang geprobt; die Aufführung des einstudierten Stücks in Kirchseelte war die achte und zugleich letzte.

„Normalerweise spielen wir im Villa Familienzentrum in Delmenhorst. Dass wir heute hier sind, ist ein Novum“, sagte Wahed-Harms. Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark kennt ein Mitglied des Vereins und besuchte eine Vorstellung in Delmenhorst. Er fand „Die acht Frauen“ so ansprechend, dass er das Ensemble bat, eine Vorstellung in Kirchseelte einzuplanen. Nicht ohne Hintergrund: Stark wünscht sich generell eine Bereicherung des kulturellen Lebens in „seiner“ Gemeinde.

Der Spielleiterin liegt es indes am Herzen, den Zuschauern gutes Theater zu bieten. „Schon die Proben waren sehr spannend. Wir haben dabei versucht, die Hintergründe herauszuarbeiten.“ Das Stück, ein fast in Vergessenheit geratenes literarisches Juwel, heißt im französischen Original „Huit femmes“ und stammt aus der Feder von Robert Thomas. Schon 1958 erlebte es seine Uraufführung. 2002 adaptierte es der französische Filmregisseur und Drehbuchautor François Ozon für die Leinwand. In seinem Heimatland gehörte „Acht Frauen“ damals zu den zehn erfolgreichsten Filmen des Jahres – wohl auch wegen der Mitwirkung so großer Stars wie Catherine Deneuve, Isabelle Huppert und Fanny Ardant.

„Haben uns hier sehr wohl gefühlt“

Der Verein ProSzenium hat mit dem Stück seine 14. Produktion auf die Bühne gebracht. Schauplatz der Handlung ist das Frankreich der 1950er-Jahre. Die hübsche Studentin Suzanne will nach der Rückkehr in ihr idyllisches Heimatdörfchen im tief verschneiten Landhaus ihres Vaters mit ihrer großen Familie Weihnachten verbringen. Doch alle Hoffnungen auf ein schönes, friedvolles Fest zerschlagen sich, als der Hausherr mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wird. Verdächtig scheinen alle acht in der Villa anwesenden Frauen zu sein. Jede stand in einer anderen Beziehung zum Opfer; jede hätte ein Mordmotiv gehabt.

Die Ereignisse überschlagen sich: Das Telefon funktioniert plötzlich nicht mehr. Auto-Zündkabel sind durchschnitten, und das Gartentor ist versperrt. In dem mit rabenschwarzem und bitterbösem Humor durchsetzten Stück tun sich bei der Suche nach der Mörderin immer neue Abgründe auf.

Das Ensemble erntete verdienten Beifall. Ines Paetzoldt, Pressesprecherin der Gruppe und auch gleichzeitig Darstellerin, sagte nach der Aufführung in Kirchseelte: „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt, tolle Bedingungen vorgefunden und eine sehr gute Resonanz bekommen.“ 

aro

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