Ehrenamtliche der Diakonie berichten von ihren Erfahrungen 

Wenn „Frau Nicola“ Brücken für Flüchtlinge nach Deutschland baut

Die Flüchtlingshelfer Nicola Lampe und Andreas Everinghoff berichten Beate Pollak vom Kreis-Jugendamt und Maja Sleur von der Diakonie (von links) von ihrer Arbeit. - Foto: bor

Großenkneten - Zwei Flüchtlingshelfer der Diakonie, Nicola Lampe aus Sandhatten und Andreas Everinghoff aus Wildeshausen, haben am Mittwochabend von ihren Erfahrungen im Umgang mit jungen Asylbewerbern berichtet. Lampe betreut eine 15-Jährige in Wildeshausen, Everinghoff eine Zehnjährige und ihren elf Jahre alten Bruder, ebenfalls in Wildeshausen. Aus Rücksicht auf die persönliche Geschichte der jungen Menschen möchte die Diakonie nicht, dass die Namen der Betroffenen in der Zeitung stehen.

Lampe, die als Bankangestellte bei der OLB in Oldenburg arbeitet, baute durch mehrere gemeinsame Aktivitäten eine Vertrauensbasis bei der Teenagerin, die sie betreut, auf. „Wir waren in Oldenburg, im Wattenmeer und im Kletterpark“, nennt sie ein paar Aktionen. Letztere hätte sie und das junge Mädchen besonders zusammengeschweißt, „weil man einander dort gegenseitig sichern, sich helfen muss“. Zuerst habe die Syrerin sie immer „Frau Nicola“ genannt, inzwischen seien sie beim Du angelangt. „Von ganz zurückhaltend bis völlig euphorisch habe ich schon alles bei ihr erlebt“, sagt die 50-jährige Lampe. Sie habe ein eher mütterliches Verhältnis zu der 15-Jährigen, „aber auch ein freundschaftliches“, ergänzt sie.

Everinghoff, der als Lehrer an der Hauptschule in Wildeshausen unterrichtet, berichtet, der Umgang mit „seinen“ beiden Flüchtlingskindern mache enorm viel Spaß. Einmal die Woche mindestens unternehmen er und die beiden Geschwister etwas. Zum Beispiel Eis essen oder eine Tour ins Goldenstedter Moor. „Es ist interessant, wie schnell beide Deutsch lernen. Das entwickelt sich von Woche zu Woche weiter“, hat er beobachtet.

Dadurch, dass er den beiden nahe gekommen ist, erfährt er auch mehr und mehr von ihrem Schicksal. Zum Beispiel setzte sich der Junge vor zwei Wochen neben ihn und brach in Tränen aus, erinnert sich der 44-jährige Everinghoff. Es war der Tag, an dem die Offensive gegen den IS in Mossul begonnen hatte. Die Eltern der Kinder, die mit Onkel und Tante nach Deutschland gekommen sind, lebten damals noch dort. „Man ist auf einmal ganz nah dran“, so Everinghoff.

Wer sich vorstellen kann, wie Lampe und Everinghoff jungen Flüchtlingen zu helfen und Brücken nach Deutschland zu bauen, kann sich an Maja Sleur (Tel. 04435/389950) von der Diakonie wenden. 

bor

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