Ehrenamtliche pflegen seit mehr als 25 Jahren Kriegsgräberstätte in Sannum

Volksbund zeichnet Feuerwehr und Reservisten aus

Viele Uniformen: Bürgermeister Thorsten Schmidtke (l.) und Evelyn Kremer-Taudien (Dritte von links) zeichneten die Reservisten und die Feuerwehr aus. - Foto: bor

Großenkneten - Für die langjährige Pflege der Kriegsgräberstätte Sannum haben die Reservistenkameradschaft und die Feuerwehr Huntlosen am Mittwochabend jeweils die goldene Verdienstspange des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhalten. Ohne ihren mehr als 25-jährigen Einsatz wäre die Stätte vermutlich inzwischen verwildert.

Bürgermeister Thorsten Schmidtke räumte während der Ehrung im Großenkneter Rathaus ein, der Ort läge im Niemandsland. Man rechne gar nicht damit, dass da noch was kommt. Tut es aber. Und zwar liegen dort rund 250 Zwangsarbeiter begraben. Da es sich dabei um Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes handelt, fallen sie ins Interessen- und Aufgabengebiet des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge und eben Freiwilliger wie in diesem Fall der Feuerwehr und der Reservisten. Letztere halten das Areal in Ordnung, planen einen neuen Zaun und in Verbindung mit Schülern eine Erinnerungstafel. Die Feuerwehr verschafft den fleißigen Helfern, die an dem abgelegenen Ort weder Wasser- noch Stromanschluss haben, technische Unterstützung.

„Sie leisten einen Beitrag, damit die Gräber nicht in Vergessenheit geraten“, lobte die Volksbund-Geschäftsführerin für den Bereich Weser-Ems, Evelyn Kremer-Taudien, beide Gruppen. Damit würde zugleich eine Mahnung an die jetzige Generation verstärkt werden, „wachsam zu bleiben bei Strömungen wie damals“. Viele Angehörige, die Kriegsgräberstätten besuchten – in diesem Fall vor allem aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion –, „freuen sich zudem, einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens zu finden“, ergänzte sie.

Schmidtke geizte ebenfalls nicht mit Lob: „Wenn andere shoppen oder ins Schwimmbad fahren, geht ihr auf diesen Friedhof und pflegt ihn.“ Dieser läge beschaulich mitten im Wald, aber eben auch ein wenig abseits. Er offerierte neben moralischer Unterstützung auch finanzielle Hilfe seitens der Gemeinde. Zum Beispiel für Hinweisschilder schon an der Hauptstraße.

Feuerwehr und Reservisten freuten sich über die Würdigung ihrer langjährigen Arbeit. Die Plakette werde sicher einen würdigen Platz finden, versicherte der Kameradschaftsvorsitzende Mario Addicks, der sich auch bei der Feuerwehr für die tatkräftige Unterstützung vor Ort bedankte. - bor

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