Mehrere Varianten unter anderem durch Großenkneten und Wardenburg möglich

Tennet informiert Bürger über Trassen für 380kv-Leitung

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke (links) informierte sich mit dem Infrastrukturausschuss über den Trassenverlauf.

Großenkneten/Bakum - Die Firma Tennet hat Bürger in Großenkneten und Bakum in dieser Woche über mögliche Trassenverläufe für eine 380kv-Leitung informiert. Diese könnte entlang der A 29 durch Wardenburg und Großenkneten führen. Sie ist Teil der Verbindung Conneforde-Cloppenburg-Merzen.

Rund 450 Gäste hatten sich am Montagabend im Gasthof Hönemann in Vestrup eingefunden, um den Erklärungen von Bernhard Heidrich (Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems; ArL) und der Tennet-Mitarbeiter Matthias Wantia, Bernd Stark und Stefan Petersen zu lauschen. Der Großteil der Besucher kam aus dem Landkreis Vechta, aber auch Gäste aus den Kreisen Oldenburg und Cloppenburg waren da.

Fest steht jetzt: Im November oder Dezember wird Netzbetreiber Tennet den Vorschlag für eine Vorzugsvariante abgeben, 2017 soll dann das Raumordnungsverfahren starten. Der Vorschlag beeinflusst nicht die Untersuchung der einzelnen Varianten. Alle werden in das Raumordnungsverfahren aufgenommen, erklärte Heidrich. Das ArL entscheidet letztlich, welche Variante umgesetzt wird.

Am Mittwochnachmittag und -abend informierte Tennet Bürger im Landhaus Otte in der Großenkneter Ortschaft Sage-Haast. Skeptisch über das Vorhaben zeigte sich Anwohner Manfred Ahlers aus Sage-Haast. „Noch bin ich nicht davon überzeugt, doch deshalb bin ich ja hier, um mich zu informieren. Ich glaube, dass sich meine Meinung dazu nicht ändern wird“, sagte er.

Ähnlich skeptisch zeigte sich auch Frank Speckmann vom Bauamt der Gemeinde Wardenburg. Für ihn sei die Trasse unzumutbar, denn immerhin sei dabei unter anderem in Wardenburg eine Bestandsstraße betroffen. Auch gehe viel Natur verloren. In Wardenburg zeichnet sich auch die Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Leitung ab. Die Gemeinde unterstützt den Widerstand mit Plakaten, die auf Kosten der Kommune hergestellt werden sollen.

Ebenfalls wenig überzeugt zeigte sich Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke von dem Verlauf durch den Landkreis Oldenburg. „Immerhin sind es gut 20 Kilometer Freileitung, die nicht nur das Landschaftsbild beeinträchtigen, sondern auch erhebliche Einbußen und Einschränkungen für den Tourismus bedeuten würden.“ Der Verwaltungschef war mit dem Infrastrukturausschuss ins Landhaus Otte gekommen, um sich zu informieren.

Auch in Vechta regt sich Kritik

Auch in Vechta regt sich Kritik am möglichen Trassenverlauf. Diese könnte in dem Landkreis ein kleines Stück westlich der A 1 nach Süden führen. Neben Argumenten zum Naturschutz – etwa der Dinklager Burgwald und die Bakumer Kittelwiesen – kamen auch wirtschaftliche Gründe während der Podiumsdiskussion am Montagabend zum Tragen. So hinge die Wirtschaft Holdorfs und Dinklages stark von der A1 ab. Die anschließende Fragerunde, der sich ArL-Vertreter Heidrich und die Mitarbeiter von Tennet stellten, verlief sehr sachlich. Ein großes Thema war der Planungsgrundsatz der Bündelung, der landesraumordnerisch besagt, möglichst gleichartige Strukturen zu bündeln. Heidrich sagte, dass man bei einer Autobahn und einer Freileitung durchaus „ein Fragezeichen dahinter machen“ könne, da dies nicht mehr einer Bündelung im klassischen Sinne entspreche. Zudem sei irgendwann die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Dafür erhielt er viel Applaus.

Wichtig war auch die Frage nach Freileitungen oder einer Erdverkabelung. Was infrage kommt, werde im Raumordnungsverfahren geprüft, sagte Heidrich. Dass eine Kabelübergangsanlage vom Freiluft- zum Erdkabel ein bis zwei Hektar Fläche in Anspruch nehme, sorgte für Unverständnis. Ein Umspannwerk benötige 20 bis 30 Hektar Platz. Für Kritik sorgte auch die Länge der Trasse. Sie wäre mehr als zehn Kilometer länger als andere Varianten – und ein zusätzlicher Kilometer koste 1,5 Millionen Euro mehr, sagte Tennet-Mitarbeiter Wantia. Sein Kollege Petersen machte deutlich, dass Tennet grundsätzlich versuche, Waldquerungen zu vermeiden, was beim Burgwald wichtig ist, der überspannt oder erdverkabelt werden müsste. 

nu/jb/bor

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