Prozess wegen Schlägerei zweier Familien in Ahlhorn fortgesetzt

Schweigender Angeklagter sieht sich offenbar als Opfer

Wildeshausen/Ahlhorn - Von Ove Bornholt. Im Verfahren wegen der Schlägerei zweier Familien am 4. April 2015 auf der Auffahrt der Putenschlachterei Heidemark in Ahlhorn, haben am Montag zwei der damals ermittelnden Polizisten ausgesagt.

Vor dem Amtsgericht Wildeshausen schweigen die beiden Angeklagten zwar, doch bei den Beamten äußerte sich zumindest Radoslav Y. (30) kurz nach der Auseinandersetzung zur Sache. Er hatte laut Anklage mit einem Messer auf Metodi sowie Boris S. eingestochen und Letzteren lebensgefährlich verletzt.

Eine Beamtin (26) traf Radoslav Y. sowie dessen Vater Asen Y. und Bruder Emil Y. kurz nach der Schlägerei in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz Aumühle an. Der Pförtner von Heidemark hatte sie und einen Kollegen auf den Platz geschickt, wo sie sich zu Beteiligten der Schlägerei durchfragten.

Asen Y. habe aus einer Platzwunde am Kopf stark geblutet, und der Arm von Emil Y. sei stark angeschwollen gewesen. Radoslav Y. hingegen habe keine offensichtlichen Verletzungen gehabt. „Er sagte, er habe seinen Vater und Bruder zur Arbeit gefahren. Dort seien sie grundlos von sieben bis zehn Personen aus ihrem Fahrzeug gerissen und angegriffen worden. Mit großen Stöcken und einer Eisenkette“, erinnerte sich die Beamtin.

„Radoslav Y. vermutete die Familie S. hinter dem Angriff. Es gab wohl eine längere Fehde aufgrund eines Annäherungsversuchs“, so die 26-Jährige weiter. Seine Frau, Mimi M. (22), sei von jemandem aus der Familie S. angebaggert worden. Letzteres passt zu der Aussage von Mimi M., die vor Gericht angegeben hatte, von Metodi S. angemacht worden zu sein.

Jede Menge Blut im Wagen gefunden

Zeitgleich befragte ein 31-jähriger Kollege der Polizistin Metodi S., dessen Bruder Boris S. gerade im Krankenhaus Johanneum wegen der lebensgefährlichen Verletzung operiert wurde. Metodi S. schilderte der Polizei, die Familie S. sei von der Familie Y. angegriffen worden. Radoslav Y. habe mit einem Messer zugestochen. Im Wagen von Metodi S., der vorm Johanneum stand, stellten die Beamten jede Menge Blut und zwei etwa ein Meter lange Stöcke fest, an denen ebenfalls Blut haftete.

Die Suche nach einem Messer im Wohnwagen und Auto von Radoslav Y., die die Beamten nach den Hinweisen aus dem Johanneum begannen, förderte jedoch kein Ergebnis zutage. Die Waffe ist bis heute verschwunden.

Einig waren sich die beiden Beamten darin, dass die Kommunikation mit den bulgarischen Männern schwierig war. Hände und Füße habe man zur Hilfe genommen, sagte der 31-Jährige. Seine Kollegin meinte: „Es war alles vage.“

Das Verfahren, das seit dem 17. Oktober läuft, geht am 8. November weiter. Der letzte Termin ist der 13. Dezember.

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