Großenknetens Sozialarbeiter Ralf Book berichtet

„Ralf, wir sind Ghetto-Kids, was sollen wir denn?“

Ralf Book

Großenkneten - Von Ove Bornholt. Brennpunkt Ahlhorn: Seit Juli ist der Sozialarbeiter Ralf Book in dem 8 000-Einwohner-Ort tätig. Es sei ganz klar, dass dort viele sozial schwache Familien lebten, sagt er. Am Montagabend informierte er den Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschuss der Gemeinde Großenkneten über seine Arbeit.

Streetwork beziehungsweise mobile Jugendarbeit richtet sich vorwiegend an junge Menschen – Jugendliche und junge Erwachsene –, die bewusst und aktiv oder auch durch soziale Benachteiligung von Ausgrenzung und mangelnder gesellschaftlicher Teilhabe bedroht oder bereits konkret betroffen sind. Soweit zur akademischen Definition der Zielgruppe von Sozialarbeiter Book. In Ahlhorn umfasst diese knapp 1 900 Menschen zwischen 12 und 27 Jahren. Der Gemeindemitarbeiter hat eine Teilzeitstelle mit 19,5 Wochenstunden für Streetwork, die bis Ende August 2018 befristet ist.

Book versucht, Kontakt zu den Menschen herzustellen, Brücken zu bauen, um Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dabei geht es auch darum, potenzielle Konfliktherde zu verringern. Zum Beispiel hat er montags ein Boxtraining mit einem ehrenamtlichen Trainer organisiert, zu dem die Jugendlichen einfach so – ohne etwa die Mitgliedschaft in einem Verein – kommen können. Bis zu 24 Teilnehmer kamen und lernen dort zum Beispiel Grundstellungen fürs Boxen, aber auch etwas fürs Leben, hofft Book. Damit bedient er die Grundsätze seiner Arbeit, nämlich ein niedrigschwelliges Angebot.

Book versteht sich auch als Interessenvertreter der jungen Leute. „Durch öffentliche Einflussnahme soll vorrangig eine gegenseitige Akzeptanz für alle Nutzer des öffentlichen Raumes geschaffen werden“, schreibt er auf der Internetseite der Gemeinde. Konkret geht es ihm darum, die Jugendlichen, von denen sich viele abgehängt und perspektivlos fühlten, zu erreichen. „Ralf, wir sind Ghetto-Kids, was sollen wir denn?“, habe er von einem Jugendlichen gehört, sagte Book im Ausschuss.

Oft zeigten sich schon in jungen Jahren Drogenprobleme. Um das Vertrauen der Jugendlichen nicht zu erschüttern, ging Book nicht ins Detail. Aber: „Vieles, was ich sehe, ist nicht nur grenzwertig. Es geht über die Grenzen hinaus.“ Gerade da sei es aber sinnvoll, wenn Jugendliche wüssten, sie könnten mit ihm reden, ohne Konsequenzen zu befürchten.

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