Zwölfjähriger schreibt Drehbuch über die Zeit der Reformation

Nachwuchs-Filmemacher aus Sandkrug auf Luthers Spuren

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Zeitreise zur Reformation: Der zwölfjährige Lars Reinhardt (links) bei den Dreharbeiten. 

Huntlosen - Von Jörg Beumelburg. Der zwölfjährige Lars Reinhardt aus Sandkrug ist wohl einer von Deutschlands jüngsten Filmemachern. Am Sonnabend fiel in Huntlosen die letzte Klappe für sein Filmprojekt über die Zeit der Reformation.

„Es ist ein spannendes Thema, gerade zum 500. Reformationsjubiläums im nächsten Jahr“, sagte der junge Co-Regisseur. Bevor er mit dem Drehbuch beginnen konnte, hatte der Schüler der Liebfrauenschule gründlich recherchiert und viele Informationen über die Zeit Luthers zusammengetragen. Durch den Schulunterricht wusste er schon, dass er ein anspruchsvolles Thema vor sich hatte. Doch mit der über 70 Seiten umfassenden Drehbuchvorlage allein war es nicht getan. Auch Schauspieler, ein Drehort und vor allem Geld mussten organisiert werden. Der Ganderkeseer Manfred Scholz vom Oldenburger Lokalsender Oeins half ihm dabei und führte bei dem Film Regie. Er veranschlagte für das Projekt rund 10 000 Euro. Dafür galt es Sponsoren aufzutreiben. Fündig wurden sie bei der LzO, die 3 000 Euro beisteuerte, weitere 1 000 Euro kamen von Oeins. Auch der Oberkirchenrat der Evangelischen Lutherischen Kirche wollte sich finanziell beteiligen – allerdings nur gegen ein Mitspracherecht. Das lehnte Lars ab, worauf sich der Rat wieder aus dem Projekt zurückzog. Doch durch private Mittel konnte die offene Summe aufgetrieben und mit den Dreharbeiten begonnen werden.

Beteiligt waren insgesamt rund 100 Laien und Profis, darunter Schauspieler, sowie Licht-, Ton- und Kameratechniker. Gedreht wurde am Huntloser Moorweg auf dem Reiterhof von Gloria Hügerich und auch in Wildeshausen. In vier Wochen waren die Szenen für den 60-minütigen Streifen im Kasten. Am vergangenen Sonntag wurden die letzten Szenen abgedreht.

Lars geht in seinem Film der Frage nach, wie die einfachen Bürger mit den gewaltigen gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit umgegangen sind. Im Mittelpunkt der Story steht eine Familie aus der Reformationszeit. Die Geschichte setzt im Jahr 1521 ein, als die 13-jährige Lena vergisst, auf dem Markt für ein Brot zu bezahlen. Aus Angst, dass die Strafe Gottes ihre Familie gefährdet, verlässt sie ihr Zuhause. Ohne ihn zu erkennen, trifft sie unterwegs auf Martin Luther, der auf dem Weg nach Wittenberg ist.

Wer erfahren möchte, wie es mit Lena und Luther weitergeht, muss sich noch etwas gedulden: „Jetzt beginnt die Feinarbeit, nämlich das Schneiden des Filmmaterials. Dafür haben wir ein halbes Jahr eingeplant, sodass wir den Streifen bis Ostern 2017 zeigen können“, sagte Scholz. Nach der Premiere soll er dann in allen Bürgersendern Deutschlands und Österreichs gezeigt werden.

Alle Beteiligten zeigten sich stolz, an diesem Projekt mitgewirkt zu haben. „Ich habe so etwas zum ersten Mal gemacht und es hat viel Bock gemacht“, empfand der achtjährige Ben. Auch für die Hauptdarstellerin und leidenschaftliche Sängerin Anica Russo, die Lena spielt, war es ein besonderes Projekt, das ihr viel Spaß machte.

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