Tennet bevorzugt Standorte, die gegen 380-kv-Leitung im Kreis Oldenburg sprechen

Keine Umspannwerke – keine Stromtrasse

Großenkneten/Wardenburg - Aus einer Präsentation des Stromnetzbetreibers Tennet geht hervor, dass der Konzern Standorte für Umspannwerke bevorzugt, die gegen einen möglichen Verlauf einer 380-kv-Leitung durch die Gemeinden Großenkneten und Wardenburg sprechen.

Ziel von Tennet ist es, in Kooperation mit den beiden Netzbetreibern Avacon und Amprion eine Trasse von Conneforde (Ammerland) nach Merzen (Osnabrück) zu errichten. Mehrere Verläufe sind möglich, darunter auch drei durch den Landkreis Oldenburg. Zwei hat Tennet bereits als nachrangig eingeordnet, da sich bereits bei der groben Planung zu viele Probleme zeigten.

Bleibt noch die Trasse F, die über Benthullen und Littel in der Gemeinde Wardenburg zur A 29 führt. Entlang der Autobahn geht es durch die Gemeinde Großenkneten zum Dreieck Ahlhorner Heide und von dort an der A 1 durch den Landkreis Vechta nach Süden. Dieser Korridor ist aus Sicht von Tennet interessant, da relativ hohe Bündelungspotenziale zum Beispiel mit der Autobahn bestehen. Teilweise gibt es dort auch bereits eine Stromleitung. Zudem ergeben sich keine großen Konflikte mit in der Region beheimateten Vogelarten, heißt es in den Antragsunterlagen.

Für die Leitung von Conneforde nach Merzen braucht Tennet zwingend zwei neue Umspannwerke zwischen dem 110-kv- und dem 380-kv-Netz im Raum Cloppenburg. Der Konzern bevorzugt die Standorte Hemmelte im Süden der Kreisstadt und Cloppenburg-Ost, wie aus der eingangs erwähnten Präsentation hervorgeht. Beide liegen fern der Autobahn, was klar gegen den Trassenverlauf F spricht, zu dem eher das Standortpaar „Autobahn“ südöstlich von Cloppenburg im Landkreis Vechta und Nikolausdorf (Gemeinde Garrel) passt. Letzteres lehnt Tennet in der Präsentation allerdings ab.

Großenknetens Gemeinderat Klaus Bigalke hofft, dass sich Tennet für Hemmelte/Cloppenburg-Ost entscheidet. „Der Weg wäre auch kürzer“, argumentiert er. In der Tat ist die Trasse F mit fast 104 Kilometern die längste Variante. „Wir prüfen gerade die Raumverträglichkeit“, so Bigalke. Großenkneten hatte wie Wardenburg Widerstand gegen die Leitung signalisiert. In letzterer Kommune gibt es eine Bürgerinitiative dagegen.

Im Landkreis Vechta ist Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck „relativ sicher“, dass sich der Trassenverlauf an der A 1 und damit auch durch Großenkneten und Wardenburg erledigt hat. Er ist Sprecher der betroffenen Kommunen und zeigt Optimismus nach dem Tenor: Wenn schon ein Umspannwerk nicht passt, passt auch keine Stromtrasse. Tennet will wahrscheinlich Anfang Dezember seine bevorzugte Variante vorstellen. - bor/nb

Rubriklistenbild: © dpa

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