Debatte um Schießsportzentrum in Ahlhorn / „Kompromiss ist nicht zu erwarten“

Bürgerinitiative setzt auf Konfrontation mit Jägerschaft

Peter Petersmann diskutierte mit NDR-Moderator Hans-Jürgen Otte über das Schießsportzentrum. - Foto: Beumelburg

Ahlhorn - Keine Bereitschaft zu einem Kompromiss zeigte der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Ahlhorn ohne Schießlärm“, Peter Petersmann, während einer öffentlichen Diskussion über das geplante Schießsportzentrum am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn. Stattdessen stellte er klar: „Die Jägerschaft will ihre Interessen durchsetzen, und eine Klärung ist nur noch über den Klageweg zu bekommen. Die Gelegenheit, Gespräche mit der Jägerschaft zu führen, ist vertan.“

In der Sache geht es um die ehemalige Schießanlage der Bundeswehr an der Straße „Zum Langen Moor“ in Ahlhorn, die die Jägerschaft Cloppenburg/Vechta umbauen und zum Üben nutzen will. Der Landkreis Oldenburg hatte dazu vor etwa einem Jahr die Genehmigung erteilt. Das Gelände gehört bereits der Jägerschaft. Der NDR hatte für Dienstagabend zu der öffentlichen Diskussion eingeladen.

Die BI befürchtet, dass der Lärm durch die Schüsse die Lebensqualität in der Umgebung mindert. Außerdem haben die Gegner Bedenken wegen der Umwelt. Zum Beispiel dadurch, dass Blei aus der Munition den Fluss Lethe verunreinigt. Hinzukommt, dass die Protestbewegung davor warnt, dass sich viele Altlasten im Boden aus Zeiten, als die Bundeswehr die Anlage noch betrieben hatte, befinden.

Bisher sind alle Klagen gegen das Projekt gescheitert. Doch der Streit darum geht weiter. Petersmann machte deutlich, dass er und die anderen BI-Mitglieder weitermachen werden. Eine Einigung ist also nicht zu erwarten. Laut Petersmann bestehen Verfahrensfehler, denn aus seiner Sicht waren es keine „sauberen Messungen“ in Bezug auf Lärm und negative Folgen für die Umwelt. Für ihn stellt sich vor allem die Frage, warum es ausgerechnet solch eine „Monsteranlage“ geben soll.

Petersmann fühlt sich in seinem Widerstand von der Politik, aber auch vom Bürgermeister und dem Bürgerverein (BV) Ahlhorn alleingelassen. Er bemängelte, dass sich keine Ratsmitglieder oder Verwaltungschef Thorsten Schmidtke an dem Diskussionsabend beteiligt hätten und auch der BV kein Interesse mehr daran habe. Das resultiere daraus, dass deren Mitglieder eine Schießanlage in Garlstorf bei Hamburg besichtigt hätten und sich ihre Besorgnis seitdem gelegt habe.

Aus Petersmanns Sicht hat sich der BV zu früh aus dem Geschehen „heraus geschlichen“. „Der Gemeinderat und der Bürgermeister haben ihre Hoheit auch zu früh abgegeben“, bedauerte er. Erste Baumaßnahmen seien auf dem Gelände anscheinend schon erfolgt. „Wir werden stets darauf achten, was hier passiert, denn ein Kompromiss ist in dieser Angelegenheit nicht zu erwarten“, sagte der Sprecher der Protestgruppe.

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