DRK-Mitgliederversammlung

Neuer Vorsitzender gewählt

Gerold Sprung (links) beglückwünscht seinen Nachfolger Ulrich Gamharter zu der gewonnen Wahl. - Foto: bor

Ganderkesee - Von Ove Bornholt. Gedrückte Stimmung herrschte zu Beginn der DRK-Mitgliederversammlung am Mittwochabend, doch am Ende standen alle Delegierten auf und klatschten für Gerold Sprung, der sein Amt als Vorsitzender gerade seinem Nachfolger Ulrich Gamharter aus Hude übergeben hatte.

Von den 43 stimmberechtigten Delegierten hatten 35 für Gamharter votiert, fünf hatten sich enthalten und drei mit „Nein“ gestimmt. Der neue Vorsitzende ist 46 Jahre alt, wohnt in Hude und ist Geschäftsführer der Medi-King Medical Trading GmbH in Oyten (Landkreis Verden). Die Firma handelt mit medizinischen Produkten und versteht sich auch als Anlaufstelle für Rettungsdienste.

Zuvor hatten Sprung und Landrat Carsten Harings jeweils ihre Sicht auf die Krise des DRK erläutert, die sich, wie Sprung sagte, „um Nuancen“ unterscheidet. Sprung hatte die Versammlung mit rund 100 Mitgliedern der Ortsverbände im Airfield-Hotel in Ganderkesee mit den Worten eröffnet: „Zum Feiern ist niemandem zumute.“ Damit hatte der scheidende Vorsitzende die Stimmung ganz gut erfasst.

Landrat verteidigt Entscheidung des Kreisausschusses

Und Landrat Harings‘ Grußwort war nicht dazu angetan, die Laune der DRK-Mitglieder zu heben. Er verteidigte die Entscheidung des Kreisausschusses, den Vertrag mit dem Roten Kreuz für den Rettungsdienst in den Gemeinden Hude und Ganderkesee zum Ende des Jahres zu kündigen. Ein oder mehrere Personen im DRK-Kreisverband Oldenburg-Land hätten absichtlich einen Schaden auf Kosten des Landkreises angerichtet, der bis zu 500.000 Euro betragen könne, fasste Harings den Informationsstand zum Zeitpunkt der Entscheidung Mitte Juni zusammen.

Mehrfach war zum Beispiel in anonymen Schreiben Kritik an der Kündigung zu lesen. Der Landkreis habe aber nicht leichtfertig gehandelt, betonte Harings. „Ich selbst habe mich eine Woche mit der Entscheidung geplagt, wie ich votieren soll.“ Wie er abgestimmt hatte, ließ er aber offen. „Am Ende ist es demokratisch entschieden worden, das muss man respektieren.“

Zudem solle bei Schuldzuweisungen nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden, gab der Chef der Kreisverwaltung zu bedenken: „Der Landkreis Oldenburg, der um bis zu 500.000 Euro betrogen wurde, ist ein Opfer und kein Täter.“ Gleichwohl bleibe das Rote Kreuz ein wichtiger Partner, so Harings. Auch die „perspektivische Fortsetzung des Rettungsdienstes für das DRK ist nicht ausgeschlossen“.

Harings machte seine Kritik am DRK aber ausdrücklich nicht an Sprung fest. Stattdessen würdigte er ihn zum Abschluss seiner zehnjährigen Amtszeit als Vorsitzender. „Gerold Sprung ist ein völlig integrer Mann, der etwas ausbaden musste, was ihm andere eingebrockt haben.“

Sprung: „Es war mindestens ein Fall von Betrug“

In seiner letzten Rede als Vorsitzender des Kreisverbands kam auch Sprung an den Tatsachen nicht vorbei. „Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Es war mindestens ein Fall von Betrug.“ Der ehemalige Geschäftsführer Jürgen Vosteen habe sich nicht genügend mit der Abrechnung auseinandergesetzt und Infos nicht an die Buchhaltung weitergegeben.

Der Kreisverband habe sich daraufhin von Vosteen getrennt, so Sprung. Als Nachfolger wurde Michael Venzke eingestellt. Der habe Mängel im Rettungswesen abgestellt. Zudem habe das DRK angekündigt, alle zu Unrecht abgerechneten Summen zurückzuzahlen. Mit diesen Argumenten hatte Sprung im Kreisausschuss für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geworben, sich aber offensichtlich nicht durchgesetzt. „Offenbar ist nicht bedacht worden, welche Verzahnungen es zwischen Haupt- und Ehrenamt gibt“, bemerkte er. Letzteres habe Schaden genommen.

Sprung blickt aber auch in die Zukunft. „Die Aufarbeitung muss zu Ende geführt werden“, gab er Gramhalter mit. Was die Ausschreibung des Rettungsdienstes im kommenden Jahr angeht, kündigt er an, dass „sich eine Rot-Kreuz-Bietergemeinschaft mit ziemlicher Sicherheit beteiligen wird“.

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