Ausstellung in Ganderkesee zeigt Enkaustik

Aus den heißen Töpfen aufs Holz

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Brigitte Tüttelmann zeigt zwei ihrer Acrylwerke.

Ganderkesee - Schon als Kind hat Brigitte Tüttelmann gern mit Wachs gespielt, beziehungsweise „gekleit“, wie ihre Eltern sagten. Später studierte die Bremerin Kunst, unterrichtete lange am Gymnasium Ganderkesee und stellt jetzt 33 Werke unter dem Titel „Transformationen“ im Kulturhaus Müller aus. Dem Wachs ist sie dabei treu geblieben. Dazu bedient sie sich der Enkaustik, einer Technik, die schon die alten Ägypter kannten.

Dazu erhitzt Tüttelmann das Wachs von Kerzen und Bienen in einem Topf und gibt Farbpigmente dazu. Nachdem sich der Mix erwärmt hat, kippt die Künstlerin (Jahrgang 1946) die Masse oder Teile davon auf zwei Millimeter dünnen Karton. Mit einem Spachtel „malt“ sie dann das, was ihr als Motiv vorschwebt. Die Idee mus sie vorher schon entwickelt haben, denn das Wachs trocknet schnell und härtet dann aus. Dabei spielt auch der Zufall eine große Rolle, denn so manches Mal entwickeln die Verteilung und der Farbton des Wachses ein Eigenleben, was Tüttelmann allerdings nicht stört. „Es ist ein fließender Prozess, ich muss immer wieder eingreifen.“

Hin und wieder geht auch mal etwas schief. Mit einem Bild mit blauem Hintergrund war Tüttelmann unzufrieden und stellte kurzerhand den noch heißen Topf mehrfach auf den Karton. Durch die Abdrücke wirkt das Werk nun wie eine Wand voller Kacheln, wie sie aus alten Küchen bekannt sind.

Neben den Enkaustik-Bildern stellt die Hansestädterin, deren Bremer Mundart deutlich herauszuhören ist, auch Acrylwerke aus. Anders als die meisten Künstler hat sie die fantasievollen Motive, die zum Teil konkrete Objekte wie Treppenstufen oder ein Gesicht enthalten, zum Teil aber sehr frei interpretierbar sind, nicht auf eine Leinwand, sondern auf Metall gemalt. „Leinwand ist mir zu labberig“, meint Tüttelmann dazu.

Die Ausstellung wird am Freitag, 28. Oktober, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 22. Januar zu sehen. Die Schau ist die letzte in diesem Jahr im Kulturhaus Müller. Eine Künstlerinnenführung ist für Sonntag, 6. November, ab 15 Uhr angesetzt. Kinder können sich an den Sonnabenden, 29. Oktober und 26. November, jeweils von 15 bis 17 Uhr einen Eindruck verschaffen. Zudem hält der Imker Götz Neuber aus Klattenhof am Donnerstag, 17. November, ab 19.30 Uhr einen Vortrag über die Geschichte der Enkaustik. 

bor

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