RegioVHS mit Personalsorgen konfrontiert

Erster Integrationskurs startet in Ganderkesee

Die Flüchtlinge lernen vier Stunden täglich Deutsch und die Feinheiten des Gesellschaftssystems hierzulande kennen. - Foto: bor

Bookholzberg - So richtig weiß regioVHS-Mitarbeiter Andreas Lembeck nicht, wie er an das Personal für die Integrationskurse der Volkshochschule für die Gemeinde Ganderkesee kommen soll. Was er allerdings weiß, ist, dass der erste Kurs mit 23 Teilnehmern jetzt gestartet ist und weitere folgen sollen.

Lembeck braucht perspektivisch zusätzlich zu den aktuell drei Fest- und Freibeschäftigten mehrere Sprachlehrer. Aber der Markt ist angespannt. Bis zum Herbst sollen sechs bis sieben Klassen parallel unterrichtet werden. Für das entsprechende Personal laufen zurzeit Auschreibungen. Doch um allen Flüchtlingen in der Gemeinde gerecht zu werden, bräuchte es mehr. 

Lembeck rechnet vor: 40 Leute warten in Ganderkesee noch auf ihren Alphabetisierungskurs, pro Klasse sind maximal 15 Teilnehmer erlaubt, ein Kurs dauert 18 Monate, vier Stunden wird täglich unterrichtet – das bindet eine Kraft vollständig. Und das nur für die Alphabetisierungskurse. In diesen lernen Flüchtlinge, die ausschließlich die arabische Schrift kennen, die lateinischen Zeichen. Das macht sie im Fachjargon zu „Zweitschrift-Lernern“.

Lembeck, der als Programmbereichsleiter bei der regioVHS angestellt ist, hofft, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Zukunft beim Einstellen von Sprachlehrern etwas „mehr Spiel“ erlaubt. Zurzeit müssen diese ein abgeschlossenes Studium einer Sprache – nicht zwingend Deutsch – und zumindest ein wenig Unterrichtspraxis nachweisen. Das Bamf trägt auch die Kosten für die Integrations- und Alphabetisierungskurse inklusive der Ausgaben für die An- und Abfahrt der Flüchtlinge.

Diese sind nach Lembecks Einschätzung hoch motiviert. Viele hätten monatelang auf diese Chance gewartet. „Da ist ihnen auch egal, ob sie eine Strecke mit dem Zug zum Unterrichtsort fahren müssen“, sagt er.

Durch die Kurse sollen die Flüchtlinge das Sprachniveau „B1“ erreichen, das sie dazu befähigt, eine Berufsausbildung aufzunehmen. In der Praxis weiß Lembeck allerdings, dass das nur auf 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer zutrifft. 

Der Rest brauche noch eine viermonatige Nachschulung, das sei aber eingeplant. Sollte es trotz des Integrationskurses allerdings nicht mit einem Job oder einer Ausbildung klappen, gibt es eine „Berufsbezogene Sprachförderung“. Diese hebt die Teilnehmer auf ein höheres Sprachniveau.

Allerdings ist dieses Angebot so neu, dass es noch keine Anmeldungen gibt. Diese würden über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit erfolgen. Die Personalsorgen nehmen so allerdings noch zu, denn auch dafür braucht es Ausbilder. Die Bezahlung übernimmt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die regioVHS-Ganderkesee organisiert die Seminare für die Kreise Vechta, Ammerland und Oldenburg sowie die gleichnamige Stadt und Delmenhorst. - bor

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