Rund 50 Bilder von Armin Mueller-Stahl locken Besucher ins Kunsthaus

Wenn sich ein Weltstar „die Knoten aus der Seele malt“

Auch wenn der Weltstar selbst nicht in Dötlingen weilte – zahlreiche Gäste besuchten die Vernissage zur Ausstellung der Werke von Armin Mueller-Stahl im Kunsthaus. Die einführenden Worte sprach Hans-Georg Hunold (r.). - Foto: Nosthoff

Dötlingen - Von Anja Nosthoff. „Was für ein Mann“, begann Hans-Georg Hunold am Freitagabend während der Vernissage im Kunsthaus Dötlingen seine Einführung zu den ausgestellten Druckgrafiken von Armin Mueller-Stahl. Schließlich handelt es sich bei dem 85-jährigen Künstler um einen Weltstar, berühmt geworden als Schauspieler, darüber hinaus aber ebenso studierter Konzertgeiger, Schriftsteller, Drehbuchautor, Maler und Zeichner.

„Diese stahlblauen Augen“, höre der Galerist aus Greven nördlich von Münster die Frauen bei Ausstellungen oft über den Weltstar schwärmen. Und Hunold ergänzte: „Wenn ich mit 85 Jahren auch nur noch halb so attraktiv wäre, dann wäre ich zufrieden.“ Doch nicht nur dem Mann durfte zur Vernissage gehuldigt werden, vielmehr lag das Hauptaugenmerk auf seinen Arbeiten. Das künstlerische Werk Mueller-Stahls umfasse Gemälde, Zeichnungen, Lithografien, Radierungen und Siebdrucke. Fernab einer Kritik nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ sei Mueller-Stahl tatsächlich ein künstlerisches Multitalent. „Er wuchs in Ostpreußen in einer kunstliebenden Familie auf“, versorgte Hunold die Besucher mit einigen biografischen Informationen. „Der unerfüllte Lebenstraum seines Vaters war es, Schauspieler zu sein.“ So sei Mueller-Stahl mit Bildern, Büchern, Musik und Schauspielerei um sich herum groß geworden. Die Familie musizierte gemeinsam. Zu Hause wurden auch Sketche gespielt.

Nach den Wirren des Krieges begann er ein Musikstudium, dann eine Schauspiel-Ausbildung. Schließlich wurde er zum gefeierten DDR-Filmstar, brach jedoch später mit dem Regime, was für ihn eine Zwangspause zur Folge hatte. In Westdeutschland knüpfte er dann an die alten Erfolge an. Noch im Alter von 60 Jahren wagte Mueller-Stahl erfolgreich das Abenteuer Hollywood. Mittlerweile sei Kalifornien seine zweite Heimat.

„Für einige ist Mueller-Stahl ganz klar Thomas Mann“, spielte Hunold auf einen der jüngeren berühmten Filme mit ihm an: „Die Manns“. Ebenso spielte er in der Verfilmung von „Die Buddenbrocks“ eine Hauptrolle. 2001 stellte Mueller-Stahl erstmals einige seiner Bilder aus. „Was macht ein Schauspieler, wenn der Job zu stressig ist, wenn er den Kopf wieder frei bekommen muss?“, fragte Hunold. Mueller-Stahl könne sich „mit seiner Geige die Knoten aus der Seele streichen oder sie sich mit einem Pinsel aus der Seele malen. „Nur beim Malen könne er wirklich fliegen, sagte Mueller-Stahl einmal“, berichtete der Galerist.

Rund 50 Werke sind nun in Dötlingen zu sehen. Darunter finden sich Landschaften, Frauenbilder, aber vor allem eine Fülle an Porträts. „Mueller-Stahl malt Persönlichkeiten, die ihm etwas bedeuten oder die ihn faszinieren“, so Hunold. Das sind Menschen wie Goethe, Schiller, John Lennon oder Bob Dylan, aber auch flüchtige Begegnungen auf der Straße. Einige Bilder huldigen der Weiblichkeit, einige der Musik. Menschen werden beim Musizieren dargestellt, wobei das Instrument im Mittelpunkt steht. Bei Mueller-Stahls älteren Werken dominiert neben dem Schwarz-Weiß eher die dunkle Farbpalette, die jüngeren Arbeiten sind bunter und fröhlicher – wie die äußerst farbenfrohe Serie der John-Lennon-Porträts.

Kunsthaus-Inhaberin Julia Neulinger-Kahl hatte der Ausstellung voller Aufregung entgegengefiebert und freute sich über die große Resonanz. „Und das ist erst der Auftakt“, kündigte sie an. Am 19. November steht um 19.30 Uhr die nächste Aktion an: Mitten in der Ausstellung wird Jens Walter sein Buch „Der Geist des Saxofons“ vorstellen. Zur Finissage wird „Die Farben des Herbstes“ mit Mueller-Stahl als alternden Maler gezeigt. „Ein wunderschöner Film – obwohl die schrullige Rolle eher untypisch für den charismatischen Mann ist“, so Neulinger-Kahl.

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