Gartenkultouristen lassen sich vom Wetter nicht abschrecken 

Wandeln, töpfern, weben

Mit Gertrud Nordbrock (links) starteten um 11 Uhr die Teilnehmer an der geführten Ganztagsradtour zu drei Privatgärten. 

Dötlingen - Von Nebel und Nieselregen ließen sich die Gartenkultouristen am gestrigen letzten Aktionstag des Jahres nicht entmutigen: Viele erkundeten wieder die eigens geöffneten Privatgärten in der Gemeinde – vom Stein- und Wassergarten in Simmerhausen über den Bäumegarten in Hockensberg bis zum Aschenstedter Wandelgarten.

Die Ausstellungsgemeinschaft der „Villa Vierzehn“ (von links): Gerd Battermann, Brigitte Becker, Elisabeth Schuller-Köster, Sabine Thies und Gitta Martens. Neben der Präsentation von Kunst und Kunsthandwerk gab es handwerkliche Vorführungen. J Fotos: Nosthoff

Direkt aus Dötlingen, aber auch aus Friesoythe und dem Saterland kamen die Besucher, die sich schon um 11 Uhr am Stand der Gästeführer am Parkplatz zur Loh einfanden. Dort startete die geführte Fahrradtour, die Gästeführerin Gertrud Nordbrock leitete. „Zuerst geht es den Hunteradweg entlang, dann an der Flachsbäke über den Vossberg und das Hölscher Holz bis zum Stein- und Wassergarten nach Simmerhausen“, erklärte Nordbrock. Weitere Stopps waren in Hockensberg und Aschenstedt geplant. Die „weit gereisten“ Besucher freuten sich darauf, mit der Gästeführerin gemeinsam Neuland zu erkunden. Der Ort Dötlingen war jedoch selbst den Friesoythern und Saterlandern nicht unbekannt. „Damals zur Schulzeit in Scharrel war Dietz Orth unser Lehrer“, verrieten sie ihre Verbindung zum Golddorf. Mit ihm hatten sie bereits vor Jahren eine Erkundungstour durch Dötlingen erlebt.

Im Wandelgarten der Familie Kulbach lebt nicht nur Wassergott Neptun – auch den „Hundert-Morgen-Wald“ galt es zu entdecken.

Bei den „Geveshauser Blickfängen“ in der „Villa Vierzehn“herrschte wie erwartet gegen Mittag trotz Nieselregen Hochkonjunktur. „Um diese Zeit sind die Leute während der Gartenkultour hier meist auf der ,Durchreise’ und legen einen Stopp bei uns ein“, erzählte Gerd Battermann. Die Ausstellungsgemeinschaft um Battermann und Brigitte Becker präsentierte ein breites Angebot an Kunst und Kunsthandwerk. Interessant waren für die Besucher außerdem die Vorführungen an Webstuhl und Töpferscheibe. Sabine Thies aus Bad Zwischenahn zeigte, wie in Drehtöpfertechnik Gefäße, Gebrauchsgeschirr und Objekte gefertigt werden. Bei Brigitte Becker ging es dagegen um Spule, Schiffchen, Kettfäden und Schussfaden. Sie arbeitete an ihrem Webstuhl an einem raffiniert gemusterten Schal. „Je nachdem, wie viel ich abgelenkt werde, kann der bis heute Abend fertig werden“, meinte Becker schmunzelnd. Elisabeth Schuller-Köster aus Oldenburg zeigte ihre Metallobjekte. Ebenfalls stellte „Lichte Momente“ aus Dötlingen ihre Leuchten in der „Villa Vierzehn“ und in der Diele aus. Als Ansprechpartnerin war Gitta Martens vor Ort. Ebenso spannend war die Entdeckungsreise durch Battermanns Bilderwelt, denn der künstlerische Fotograf und Grafiker zeigt den Alltag und die Welt oft aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. Untermauert werden die Bilder manchmal auch durch einige literarische Zeilen, die die Atmosphäre unterstreichen.

Herbstliches Ambiente inmitten der Natur genossen die Besucher des Aschenstedter Wandelgartens von Nicole und Markus Kulbach. Dort steckte der Wassergott Neptun mit seinem Dreizack den grünen Kopf aus dem Gartenteich. Mitten im dichten Nadelwald überraschte das „Hundert-Morgen-Wald-Schild“ und wollte den Besucher mitnehmen in Winnie Pooh’s Kinderbuch-Welt. Auf dem Kinderspielplatz war ein ausgedienter alter Trecker mit Baggerschaufel neben Trampolin und Holzpferd das Highlight. Im großen Auslauf mümmelten die Kaninchen vor sich hin, während an anderer Stelle die Hühner die Besucher aus ihrem Gehege heraus beäugten. „Außerhalb der Gartenkultour laufen die hier überall herum“, verriet Nicole Kulbach schmunzelnd. Sie freute sich über das große Interesse trotz des mittelmäßigen Wetters. „Dadurch merkt man doch, dass eben nicht alle nur noch pflegeleichte Gärten wollen, sondern dass viele auch die Leidenschaft für das Gärtnern teilen.“ 

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