Nach Hockensberg-Beschluss: Wieker-Gruppe verlegt Firmensitz

Rückzug aus der Gemeinde

Weil sich der Gemeinderat für das Brakland als Standort für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet entschieden hat, verlegt die Unternehmensgruppe RDG nun ihren Firmensitz von Hockensberg nach Delmenhorst. - Archivfoto: Schneider

Hockensberg - Die Unternehmensgruppe RDG des Hockensbergers Heinz Wieker macht ihre Drohung wahr: Nach dem Beschluss des Dötlinger Gemeinderates für ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet am Standort „Brakland“ zieht sich die Gruppe aus der Gemeinde zurück. Eine entsprechende Mitteilung der FDP-Fraktion bestätigte am Freitag Geschäftsführer Peter Gremmert. Der Firmensitz wird demnach von Hockensberg nach Delmenhorst verlegt. Zudem werden „die üppigen freiwilligen Spenden der Wieker-Stiftung an Vereine und Institutionen in der Gemeinde ebenfalls wegfallen“.

Die Gruppe, bestehend aus der RDG Gebäudeservice GmbH und sechs Tochterunternehmen, verfügt bundesweit über elf Niederlassungen und rund 5 000 Mitarbeiter. Laut Firmen-Homepage liegt der Jahresumsatz bei etwa 59 Millionen Euro. Sowohl Unternehmensgründer Wieker als auch Geschäftsführer Gremmert wohnen im idyllischen Hockensberg. Ihre privaten Anwesen liegen unweit der Fläche, die nun weiter beplant wird. Gremmert hatte die Beratungen und Diskussionen im Bauausschuss sowie im Rat, die bereits seit gut einem Jahr laufen, persönlich verfolgt und war auch bei der Sitzung am 23. Juni dabei, als sich die CDU sowie die Mehrheit der SPD- und Grünen-Vertreter für den Standort „Brakland“ und gegen die Alternativfläche, für die die Liberalen votierten, aussprachen. Dierk Garms (FDP) hatte unmittelbar vor der Abstimmung noch vor den wirtschaftlichen Folgen durch einen möglichen Rückzug der Wieker-Gruppe aus der Gemeinde gewarnt.

Die FDP-Fraktion sieht sich jetzt bestätigt: „Aus Frust über das Abstimmverhalten der anderen Parteien sowie des Bürgermeisters hat die Wieker-Gruppe ihre Zelte in Dötlingen abgebrochen“, schreibt sie. Die Gemeinde habe nun ein großes Problem. Das Unternehmen sei weg, und das neue Gewerbe- und Industriegebiet noch in weiter Ferne. Wegen der angekündigten Klagen der Hockensberger sei zudem fraglich, ob das Vorhaben überhaupt umgesetzt werden könne.

„Der wirtschaftliche Schaden für Dötlingen beläuft sich jährlich auf einige Hunderttausend Euro“, beziffert der FDP-Ratsherr Eckehard Hautau die finanziellen Folgen der Firmensitz-Verlegung. Nach Angaben von Garms ist die Wieker-Gruppe Dötlingens drittgrößter Gewerbesteuerzahler. „Da frage ich mich, ob es Starrsinn oder wirtschaftlicher Unverstand der anderen Ratsvertreter war, das Unternehmen einfach ziehen zu lassen“, so der Liberale. Für den Fraktionsvorsitzenden Claus Plate ist dies keine wirtschaftsfreundliche Politik. „Man tritt seinem treuesten und beständigsten Steuerzahler nicht ohne Grund vor das Schienbein“, kommentiert er die aktuelle Entwicklung. - ts

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