Oldenburger Sänger beim GartenKultur-Musikfestival

Romantisches von Kammerchor und Combo

Der Oldenburger Kammerchor trat gemeinsam mit der Jazz-Combo vor etwa 250 Zuhörern in der Scheune auf dem Hof Schweers in Ostrittrum auf. - Foto: Nosthoff

Ostrittrum - Eine „Reise durch die Jahrhunderte zum Thema Liebe“ – so kündigte Johannes von Hoff, Leiter des Oldenburger Kammerchors, das Programm zum Konzert am Sonntagabend auf dem Hof Schweers in Ostrittrum an. Im Rahmen des GartenKultur-Musik-Festivals trat der Chor gemeinsam mit einer Jazz-Combo aus den Musikern Klaus Fey (Saxophon), Klaus Ignatzek (Klavier) und Jens Heisterhagen (Kontrabass) auf.

„Wir sind ganz überwältigt über den Zuspruch“, freuten sich die Gastgeberinnen vom Hof Schweers, Monika und Gitte Grashorn. Die rund 250 Konzertgäste fanden in der geräumigen Scheune bequem Platz und ließen sich alsbald von den romantischen Klängen in den Bann ziehen.

In Anlehnung an das „Hohe Lied der Liebe“ aus der Bibel läutete das Stück „Vidi speciosam“, eine sechsstimmige Motette aus dem 16. Jahrhundert von Tomás Luis de Victoria (1546-1611), das Konzert ein. Auch die Jazzmusiker ließen sich von dem alten kirchlichen Chorstück inspirieren. Sie nahmen den musikalischen Faden der Sänger auf und verwebten ihn auf ihre jazzige Weise zu etwas völlig Neuem.

Das darauf folgende Lied „Kung Liljekonvalje“ des schwedischen Komponisten David Wikander (1884-1955) kündigte von Hoff als ein „sehr inniges Stück“ an. „Es handelt von einem König, der den Tod der geliebten Prinzesin betrauert“, ließ der Chorleiter das Publikum wissen. Die Sänger sorgten dafür, dass die Musik den Zuhörern – ohne dass sie den Text verstehen mussten – zu Herzen ging.

Einem Stück aus dem Jahr 1916 widmete sich der Chor mit „I love my love“ von Gustav Holst (1874-1934). „Das Lied erzählt die Geschichte eines getrennten Liebespaares, das sich nach langer Zeit wiedersieht“, berichtete von Hoff. Einmal mehr ließ sich auch die Jazz-Combo damit auf ein Experiment ein: Das Saxophon übernahm den letzten Ton des Chores und leitete in eine Improvisation der Musiker über das eben gehörte Stück ein.

Die Liebe in ihren abertausend Facetten war auch in „Quando son più lontan“ aus den „Six Fire Songs“ von Morten Lauridsen (1943 geboren) Thema. „Es geht um die Liebe, auch wenn die Tonsprache dieses Mal herb statt liebevoll ist“, versicherte von Hoff. Es handele von den „Qualen eines Verliebten“, in dem die „grausame Flamme der Verzweiflung“ brenne, weil die von ihm Geliebte weit entfernt ist.

Neben mehreren Stücken von Lauridsen und auch Nils Lindberg (1933 geboren) waren ebenso einige Eigenkompositionen der beteiligten Musiker zu hören. So zum Beispiel „Trialogue“ von Fey oder das an das bachsche Air angelehnte „Change of Air“ von Ignatzek. Von Lindberg, einem schwedischen Jazzkomponisten, brachten Sänger und Musiker unter anderem „Höga Visan“ – ebenfalls eine Version des „Hohen Lieds der Liebe“ zu Gehör. Zum Finale erklangen „Shall I compare thee to a summer’s day“ von 1989 aus „O, Mistress mine“ sowie „As you are“ von 1977. 

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