Saal und Tagungsräume von Gut Altona in Schutt und Asche

Der Schock sitzt tief

Auch am Vormittag stieg noch Rauch aus dem Hauptgebäude auf. Unter Atemschutz machten sich die Feuerwehrleute auf die Suche nach restlichen Glutnestern. - Fotos: Schneider

Altona - Von Tanja Schneider. Nach dem Brand im Hotel „Gut Altona“ sitzt der Schock tief – bei Gästen, Einwohnern und natürlich der Familie Ahrmann, die das Traditionshaus seit mehr als 100 Jahren führt. „Wir müssen das erst einmal sacken lassen“, sagte Chef Heiner Ahrmann am Vormittag.

In der Nacht hatte die Familie mit ansehen müssen, wie Teile des Haupthauses in Flammen aufgingen. Auch im Laufe des Tages kam niemand zur Ruhe. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren waren mit umfangreichen Nachlöscharbeiten beschäftigt, die Betreiber mussten bereits organisatorische Fragen klären.

Inka Ahrmann suchte das Gespräch mit den verbliebenen Hotelgästen. Zudem musste schnell entschieden werden, ob die Jubiläumskonzerte der „Profisorischen“ am Abend sowie am Sonnabend stattfinden können. Gemeinsam entschloss man sich für die geplante Durchführung in der Festscheune. Was aus anderen Veranstaltungen wird, ist noch unklar.

Tagungsräume und der große Saal völlig zerstört

Fakt ist: Die Tagungsräume sowie der große Saal, der erst im Frühjahr renoviert worden war und eine neue Technik sowie Bühne erhalten hatte, sind völlig zerstört. Der komplette Bereich gleicht einem Trümmerfeld – zumal auch der Dachstuhl eingestürzt ist. Zwischenzeitlich war fraglich, ob der hintere Giebel hält. Aus dem Inneren stiegen auch am Vormittag noch Rauchschwaden auf. Unter Atemschutz bahnten sich die Feuerwehrleute ihren Weg durch verkohlte Holzbalken, angesengte Tische und Stühle, um letzte Glutnester aufzuspüren. Die Küche ist ebenfalls nicht nutzbar. Die Einsatzkräfte hatten im Laufe der Nacht die Zwischendecke einreißen müssen. Überall tropfte das Löschwasser.

„Wir müssen die Schäden zunächst genau betrachten"

Einigermaßen unberührt von dem Brand ist der rechte Teil des Gebäudekomplexes, in dem sich auch der 2013 entstandene Wintergarten befindet. Inwieweit dort Veranstaltungen über die Bühne gehen können, muss sich allerdings erst zeigen. „Wir müssen die Schäden zunächst genau betrachten und dann schauen, was überhaupt machbar ist“, sagte Heiner Ahrmann. Mit denjenigen, die Veranstaltungsräume gebucht haben, werde nach und nach Kontakt aufgenommen und nach Lösungen gesucht. Dies gelte auch für die Hotelbuchungen.

Die Gästehäuser auf dem Areal sind von dem Brand nicht betroffen. Vorsorglich waren in der Nacht aber rund 75 Gäste evakuiert und in den Räumen des Schützenvereines untergebracht worden. Einige reisten daraufhin ab, die anderen konnten gegen 3 Uhr in ihre Zimmer zurückkehren. Baulich verbundene Gebäudeteile, das neue Gästehaus, das erst Ende 2015 fertiggestellt wurde, sowie vor allem auch die benachbarte Scheune, in der Holzpellets lagern, mussten die Feuerwehren aufgrund der entsprechenden Windrichtung in der Nacht besonders vor Funkenflug schützen. Sie errichteten deshalb eine Riegelstellung, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.

Hotel war häufiger komplett ausgebucht

Für die Familie Ahrmann ist der Brand ein schwerer Schlag. Heiner und Inka Ahrmann hatten in den vergangenen Jahren ordentlich investiert, um den Betrieb auch für die nachfolgende Generation zukunftssicher aufzustellen. Unter anderem war das neue Gebäude mit 18 Zimmern entstanden. Dieses sollte zudem für eine Entspannung bei der Raumsituation sorgen. Denn das Hotel war häufiger komplett ausgebucht. Das Vier-Sterne-Haus ist aufgrund seiner Lage ein äußerst beliebtes Tagungshotel und daneben auch bei Hochzeitsgesellschaften sowie Vereinen und Verbänden aus der gesamten Region gefragt. 2011 hatten Ahrmanns den Wirtschaftspreis der Wildeshauser Mittelstandsvereinigung erhalten.

Wie beliebt und anerkannt der Betrieb in der Gemeinde Dötlingen ist, zeigen auch die Reaktionen auf den Brand. Vor allem in den sozialen Netzwerken machte sich Bestürzung breit. Viele drückten der Familie Ahrmann ihr Mitgefühl aus und wünschten ihr viel Kraft. Diese werden sie in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten auch benötigen.

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