Hotel- und Restaurantbetrieb läuft weiter 

Nach Brand: Haupthaus von „Gut Altona“ wird abgerissen

+
Der Brand zerstörte Tagungsräume, den großen Sitzungssaal und die Küche. In etwa vier Wochen wird das 150 Jahre alte Hauptgebäude des Hotels abgerissen. 

Altona - Von Phillip Petzold. Das Haupthaus des Hotels „Gut Altona“ wird voraussichtlich in vier Wochen abgerissen. Es wurde am 16. September durch einen verheerenden Brand total zerstört. Doch die Inhaberfamilie Ahrmann lässt sich von dem Vorfall nicht unterkriegen: Der Betrieb läuft weiter, die Planungen für den Neubau laufen.

Auf dem Gelände des Hotels kreischen die Sägen, Handwerker nehmen Maß und setzen Türen in die ehemalige Spargelhalle ein. Denn dort ist die provisorische Küche untergebracht. „Manche Geräte konnten wir weiter verwenden, andere mussten wir leihen“, erklärte Chef Heiner Ahrmann, dessen Familie den Betrieb schon seit 1888 führt. „Dafür mussten wir Elektrik umlegen, und das Gebäude braucht noch eine Isolation.“ Der Restaurantbetrieb ist dadurch gesichert – er läuft derzeit in der Wassermühle nebenan weiter. „Wir haben hier 60 Plätze und bieten eine etwas reduzierte Karte an“, erzählte Ahrmann weiter. Er und seine Familie trafen schnelle Entscheidungen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dadurch musste keiner der 40 Mitarbeiter entlassen werden. Die Ursache des Feuers lässt sich durch die schweren Zerstörungen nicht mehr mit Sicherheit klären. Gutachter gehen von einem Kabelbrand in einer Zwischendecke aus.

Der normale Hotelbetrieb ist von den Brandfolgen kaum betroffen – „nur“ fünf der 87 Zimmer wurden durch das Feuer vor drei Wochen unbrauchbar.

Veranstaltungen musste abgesagt werden

Ein herber Schlag ist aber die Zerstörung des großen Saals und der Tagungsräume. Zwei Hochzeiten konnte die Familie noch in der Scheune ausrichten, doch alle weiteren Veranstaltungen musste sie absagen. „Wir hatten jede Menge Anmeldungen für Gesellschaften, wie Hochzeiten und Weihnachtsfeiern“, sagte der Hotelchef. Auch Tagungen mit größeren Gruppen müssen sich momentan nach Alternativen umschauen. „Die haben einen großen Anteil des Geschäfts ausgemacht“, so Ahrmann. „Aber für normale Gäste sind wir weiterhin da.“

Doch die Familie blickt nach vorne: „Wir hoffen, im Mai wieder den Wintergarten öffnen zu können“, erzählt Ahrmann. Zwar haben die Flammen diesen weitgehend verschont, aber es muss ein neuer Boden gelegt und eine neue Giebelmauer errichtet werden.

Hauptgebäude wird abgerissen

Das Hauptgebäude hat es dagegen stärker erwischt. Es ist nicht zu retten und wird in etwa vier Wochen abgerissen. „Wir haben mit einem Architekten gesprochen, der uns am 15. Oktober seine Pläne für einen Neubau vorstellt“, berichtet Ahrmann. „Wir hoffen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und möchten natürlich in Anlehnung an das alte Gebäude wieder aufbauen.“ Er hofft auf einen Baubeginn im Frühjahr. „Es ist eine aufregende und schwere Zeit und wir wünschen uns eine glückliche Hand“, resümiert der Hotelier. „Ans Aufhören haben wir nie gedacht, auch unsere Kinder wünschen sich, dass wir als Familie das Saalgeschäft weiterführen und auch weiterhin Gesellschaften empfangen“, so Ahrmann. In zwei Jahren soll Sohn Vincent den Betrieb übernehmen, und auch Tochter Neele ist Teil der Geschäftsleitung.

„Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen, auch per Brief oder telefonisch – das ist schon sehr bewegend“, zeigte sich Ahrmann dankbar. „Wir freuen uns sehr, wenn die Gäste uns auch weiterhin die Treue halten.“

Mehr zum Thema:

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Jubiläum der Grundschule Horstedt

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Meistgelesene Artikel

Nach Herzfund: Seltsame Fleischfunde und eine rapide verendete Hündin

Nach Herzfund: Seltsame Fleischfunde und eine rapide verendete Hündin

Auf den Westring kommt noch viel Verkehr zu

Auf den Westring kommt noch viel Verkehr zu

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Bauerngolf als touristische Bereicherung?

Kommentare