Vertrag mit der TSGW ist zum Jahresende gekündigt 

Rat muss Fundtierbetreuung regeln

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Bergedorfs Tierheimleiter Mark Ungnade informierte die Grünen-Ratsmitglieder Evelyn Schürmann und Sarah Orth (v.l.) über die Einrichtung, die dortige Unterbringung von Fundtieren und über die Ausbau-Pläne. 

Dötlingen/Bergedorf - Von Tanja Schneider. Die Frage der Fundtierbetreuung beschäftigt derzeit die Gemeinde Dötlingen. Nach dem ganzen Hickhack um ein neues Tierheim in Wildeshausen hatte sie den Vertrag mit der dortigen Tierschutzgruppe (TSGW) vorsorglich zum Jahresende gekündigt.

Nun muss eine Lösung her. Eine Möglichkeit wäre die Unterbringung im privatgeführten Tierheim Bergedorf. Dieses nahmen am Donnerstagnachmittag die Ratsmitglieder von Bündnis90/Die Grünen unter die Lupe.

„Bevor ich mich entscheide, wo wir unsere Fundtiere hingeben, möchte ich schon wissen, wie es dort aussieht“, begründete Evelyn Schürmann den Besuch. Gemeinsam mit Sarah Orth verschaffte sie sich einen Überblick über die Bedingungen, entdeckte Positives und Negatives.

In der Einrichtung werden nach Auskunft von Betreiber Mark Ungnade derzeit Fundtiere aus den Gemeinden Ganderkesee, Hude, Berne und Lemwerder, der Samtgemeinde Harpstedt, den Städten Delmenhorst und Brake sowie teilweise aus Bremen betreut. Trotz der Vielzahl an Vertragspartner sei noch Platz für eventuelle Fundtiere aus der Gemeinde Dötlingen. 

„Wir können 80 Katzen aufnehmen und beherbergen derzeit um die 60“, berichtete Ungnade. Bei den Hunden sei wesentlich mehr Luft nach oben. Die 60 Plätze seien momentan von 13 Hunden belegt. Die freien Kapazitäten nutzt die Einrichtung für sein Hundepensions-Angebot. Versorgt werden die Tiere von derzeit sieben Mitarbeitern, darunter drei Auszubildende.

Während die Hunde in Außenvolieren mit Blockhäusern untergebracht sind, gibt es für die Katzen Gruppenzimmer mit Innen- und Außenbereich. Kranke werden von gesunden Tieren getrennt. Nicht alle dürfen in die Gruppenzimmer, zum Beispiel, wenn sie sich mit anderen Tieren nicht vertragen oder besonders scheu sind. Sie leben stattdessen in Boxen. Diese stießen bei Schürmann auf wenig Wohlwollen. 

„Die Enge und der Umstand, dass diese Katzen nicht an die frische Luft kommen, bedrücken mich“, gestand sie. Ungnade zeigte für dieses Empfinden zwar Verständnis, betonte aber, dass es durchaus Gründe habe, warum diese Tiere in den Boxen gehalten werden. Zudem gäbe es Pläne, den Platz für diese Katzen auf zwei Quadratmeter zu verdoppeln. „Hoffentlich ab 2017“, sagte der Tierheim-Leiter.

Die Einrichtung hat ohnehin große Bauabsichten. Das Vorhaben werde derzeit noch vom Landkreis Oldenburg geprüft. So soll auf dem Gelände ein komplett neues Katzenhaus mit sechs Gruppenzimmern entstehen. „Geplant ist es achteckig mit einem Durchmesser von 14 Metern“, informierte Ungnade. Im bestehenden Gebäude könnten die Räume dann teilweise anders genutzt werden. „Wir benötigen beispielsweise einen größeren Quarantäne-Raum“, ergänzte er. 

Zudem solle ein tierärztlicher Behandlungsraum angebaut werden. In den kommenden Jahren könnte ebenso der hintere Teil, wo sich die Außenbereiche der Katzen und die Hundeunterbringung befinden, umgestaltet werden. Dies sei allerdings auch ein finanzielle Frage.

Schürmann vertrat in diesem Zusammenhang die Meinung, dass nicht gespart werden sollte, wenn es um das Wohl von Tieren geht. Ungnade hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Kosten für die Unterbringung bei den Städten und Gemeinden eine wesentliche Rolle spielten.

Da Dötlingen schon ab Januar eine Lösung für seine Fundtiere braucht, geht Orth davon aus, dass sich noch der jetzige Gemeinderat mit dem Thema befassen wird. Derzeit würden die Optionen ermittelt.

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