Zuschauer erleben Comedian auf Neerstedter Bühne und Toilette

Muss Ausbilder Schmidt bald Milchkaffee ans Bett bringen?

Der Comedian Ausbilder Schmidt gastierte bereits zum dritten Mal im Theater „Neerstedter Bühne“. - Foto: Meyer

Neerstedt - „Wir müssen uns beeilen. Um 22 Uhr ist Schluss. Dann treffen sich hier die Mitglieder des Neerstedter Swingerclubs“, verkündete Ausbilder Schmidt dem 80-köpfigem Publikum im Theater „Neerstedter Bühne“. Dort präsentierte der Comedian, der am Freitagabend zum dritten Mal zu Gast war, sein Programm „Weltfrieden – Notfalls mit Gewalt“. Die Besucher band er von Anfang an interaktiv mit ein.

Zu den Klängen von Preußens Gloria und rhythmischem Klatschen marschierte Schmidt auf die Bühne und legte gleich los. Dass er jetzt seit fast drei Jahren eine Frau zur Chefin hat, schmecke ihm gar nicht, beschwerte er sich. Denn Ursula von der Leyen mache es den Rekruten viel zu leicht. „Demnächst darf ich den Luschen um 10 Uhr morgens noch Milchkaffee ans Bettchen servieren“, ahnte der Ausbilder Schlimmes. Diese Art von Humor kam beim Neerstedter Publikum gut an und wurde mit großem Beifall honoriert.

Doch plötzlich kippte die Stimmung. Ein Zuschauer meinte, ungefragt den Saal verlassen zu müssen, um kurz mal auf die Toilette zu gehen. Diese Disziplinlosigkeit konnte Ausbilder Schmidt natürlich nicht dulden und folgte dem 27-jährigen Dennis Wilke-Holtheide auf das „stille“ Örtchen. Die Abreibung gestaltete sich – wie die 79 Verbliebenen im Zuschauerraum per Funkmikrofon akustisch mitverfolgen konnten – recht milde, da dem Comedian ebenfalls die Blase drückte. Nachdem der Befehl „Jetzt Hände waschen!“ ausgeführt war, erwartete Ausbilder Schmidt und vor allem Wilke-Holtheide bei ihrer Rückkehr in den Saal ein tosender Applaus.

Kurz vor Pausenbeginn forderte der Comedian sein Publikum noch auf, bitte Fragen und Anregungen an die im Foyer aufgestellte Pinnwand zu heften. Diese würde er anschließend kompetent kommentieren.

Nach der Pause entfloh Ausbilder Schmidt, der im wahren Leben Holger Müller heißt, seiner Rolle für kurze Zeit und gab Anekdoten zum Besten. Er berichtete, was ihm während eines Truppenbesuches der Bundeswehr in Afghanistan widerfahren war und erzählte von Begegnungen mit Rudi Carrell und Jürgen von der Lippe. Müller stammt aus Idar-Oberstein. Nachdem er 1999 seinen Abschluss an der „Köln Comedy Schule“ gemacht hatte, erschuf er die Figur „Ausbilder Schmidt“, durch die er bekannt wurde und die er seither im Fernsehen und auf Bühnen verkörpert.

Der Comedian bewies beim Auswerten der Pausenkärtchen besondere Schlagfertigkeit: Ein Zuschauer wollte beispielsweise wissen, was Ausbilder Schmidt sagt, wenn er angeln geht. „Du, du und du, rauskommen!“, antwortete der 47-Jährige. Und was macht eine Handgranate im Bordell? „Puff!“, meinte der gewitzte Comedian spontan. Gegen 22 Uhr traf man sich zur Autogrammstunde im Foyer, mit der der ausgesprochen amüsante Abend zu Ende ging. - mmm

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