„London Suite“ erzählt vier Geschichten

Allergisch auf die Liebe

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Vergeblich versuchte sich die berühmte Schriftstellerin, angesichts der skandalhungrigen Pressemeute mit Yoga-Übungen zu beruhigen.

Neerstedt - In ein Londoner Nobelhotel verwandelte sich am Sonntagnachmittag das Neerstedter Theater. Die „Weberknecht Bühne“ aus Hamburg zeigte mit „London Suite“ ein hochdeutsches Stück. Dies bestand aus vier Einaktern, die für sich gesehen werden konnten, jedoch alle in dem Hotel spielten. Neil Simon schrieb diese Szenen. Von Jürgen Wölffel stammt die deutsche Fassung.

Die Hotelsuite wurde einmal zum Schauplatz einer Pressekonferenz, bei der eine berühmte Schriftstellerin angesichts der skandalhungrigen, hartnäckigen und nicht gerade wahrheitsliebenden Journalisten vergeblich versuchte, sich mit Yogaübungen zu beruhigen. „Warum tun sie das?“, fragte die Grande Dame schließlich, als die Flut der immer wiederkehrenden persönlichen Fragen und süffisanten Unterstellungen nicht abebben wollte. Während eine eifrige Reporterin noch damit beschäftigt war, die Berühmtheit mit allen Mitteln zu einer skandalösen Aussage zu überreden, legte Journalist Tom der Geläuterten eine Hand auf die Schulter: „Das wissen Sie doch selber. Weil es genau das ist, was die Leute hören wollen.“ So trennten sich Star und Reporter schließlich doch noch im Einvernehmen – und nicht ohne persönliche Autogrammstunde.

Als der Vorhang sich zum zweiten Mal öffnete, bewohnten Mutter und Tochter die Suite. Die junge Frau war der Ansicht, dass ihre Mutter sich nach sechs Jahren Trauer um den verstorbenen Mann doch wieder einer neuen Beziehung öffnen sollte. Dabei schien die Mutter mit ihrem Leben zwischen exzessivem Schuhe-Shopping, den alltäglichen Gewohnheiten und Schrullen sowie der geliebten Tochter, dem akzeptiertem Schwiegersohn und dem vergötterten Enkel ganz zufrieden zu sein.

Schließlich schaffte es die Tochter aber doch, die anspruchsvolle Witwe zu einem Date mit dem schottischen Großgrundbesitzer zu überreden, den sie auf dem Flug von New York nach London kennengelernt hatten und der im gleichen Hotel weilte. Vielversprechend ließ sich das Rendevous mit dem attraktiven, intelligenten, wohlhabenden und anständigen Mann an. Bald schon war von dem Junggesellen jedoch nur noch ein allergisches Schnaufen, Keuchen und Zucken zu vernehmen, sodass das Date im Krankenhaus endete – mit der Diagnose „gefühlsbedingte allergische Reaktion“. Nachdem die Mutter gegen 2 Uhr nachts in die Suite zurückkehrt war, schwatzten Mutter und Tochter wie zwei Freundinnen über das vermasselte Treffen und amüsierten sich königlich über das verrückte Erlebnis. Schließlich kam dabei auch noch ein gut gehütetes Geheimnis zur Sprache.

Die „Weberknecht“- Schauspieler brachten zudem noch eine Schauspielerin und ihren schwulen Ex-Mann auf die Bühne, der um das Mitleid und um das Geld seiner reichen Verflossenen für seinen schwerkranken Freund buhlte. Auch ein Mann mit Bandscheibenvorfall, der das Hotel nach seinen verschwundenen Wimbledon-Karten absuchte, war mit von der Partie.

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