Zwei eingebrochene Tiere beschäftigen die Neerstedter Feuerwehr über Stunden

Langwierige Rinder-Rettung aus dem Güllekeller

Die Atemschutzgeräteträger (kleines Bild) leisteten in der Güllegrube die Vorarbeit und legten den Tieren das Hebegeschirr an. Die übrigen Einsatzkräfte nahmen die Rinder in Empfang und brachten sie ins Freie. - Foto: Wilgen

Neerstedt - Ein Einsatz mit Ekelfaktor erwartete am Sonntag die Feuerwehr Neerstedt: Sie wurde am späten Nachmittag zu einer Großtierrettung auf einen landwirtschaftlichen Betrieb an die Neerstedter Straße gerufen. Dort waren zwei Rinder durch eine Öffnung im Außenbereich eines Stalls in den darunterliegenden Güllekeller eingebrochen. Um die Tiere befreien zu können, mussten einige der Brandschützer ebenfalls in die Grube steigen.

Wie Pressewart Jannis Wilgen mitteilt, mussten zunächst Vorbereitungen getroffen werden. Während die Feuerwehr mittels eines Teleskopladers den Spaltenboden entfernte, pumpte der Landwirt einen Teil der Fäkalien aus der Grube in ein Güllefass ab, um den Pegelstand zu senken. Unter Atemschutz und mit Wathosen ging es anschließend in den Keller. Dort ließ sich eines der Rinder recht schnell ein spezielles Hebegeschirr anlegen, mit dem Großtiere bis zu einem Gewicht von einer Tonne schonend angehoben werden können. Nach knapp einer Stunde war es nahezu unversehrt aus der Grube gehoben und ins Freie befördert.

Das zweite Tier sträubte sich allerdings und floh in einen kaum zugänglichen Gang des rund 200 Kubikmeter fassenden Güllekellers. „In diesem Bereich der unterirdischen Grube bestand keine Möglichkeit mehr, die Kuh durch das Entfernen des Spaltenbodens von oben zu erreichen“, berichtet Wilgen.

Die Feuerwehr sorgte deshalb am anderen Ende des Stalles für eine zweite Einstiegsöffnung, damit das Tier vom Atemschutztrupp eingekesselt und zu einem der Zugänge getrieben werden konnte. „Die Kuh verhielt sich jedoch recht eigenwillig und zeigte sich von den zahlreichen kreativen Maßnahmen der Feuerwehrkräfte unbeeindruckt. Sie ließ sich weder mit Futter anlocken, noch brachten sie grelle Blitzleuchten oder das laute Geräusch ausströmender Druckluft dazu, sich in Richtung der Ausgänge zu begeben“, so Wilgen weiter. 

Nicht einmal die Sirene eines Megaphons habe ansatzweise zum gewünschten Erfolg geführt. Erst durch den mühseligen Einsatz eines Wasserstrahls gelang es, das Tier zu einer der Öffnungen zu treiben. Kurz vor 21 Uhr war es aus seiner misslichen Lage befreit.

Für die Feuerwehr war dieser tierische Einsatz bei eisigen Temperaturen allerdings erst zu Ende, nachdem sämtliche Ausrüstung gründlich gereinigt worden war. Insgesamt waren die Einsatzkräfte fünfeinhalb Stunden vor Ort.

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