Theo Leijdekkers bietet erneut Kurse in Dötlingen an

Auf den künstlerischen Spuren von Georg Müller vom Siel

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Hildegard Stüber malte Stachelbeeren von einem Kalenderblatt ab und holte sich Tipps von Theo Leijdekkers. 

Dötlingen - Von Dierk Rohdenburg. Rund um die alte Lehmkate in Dötlingen riecht es nach Ölfarben und Terpentin. Das mag vor mehr als 100 Jahren ähnlich gewesen sein, denn damals lehrte der Maler Georg Müller vom Siel zumeist Frauen den Umgang mit Farben. In diesen Tagen ist es der Künstler Theo Leijdekkers, der sein Wissen vermittelt – auch vorrangig an Frauen.

Ob die Männer sich vor der künstlerischen Betätigung drücken, weil sie lieber an Autos herumschrauben oder Sport schauen? Diese Frage lässt sich kaum seriös beantworten. Fakt ist, dass die Kate an diesem Wochenende fest in Frauenhand war – zumindest bei den Lernenden.

Leijdekkers hat die Tradition der Künstlerkurse in der Kate wieder aufgegriffen. Sein Angebot richtet sich gleichzeitig an Anfänger wie an Fortgeschrittene. Diesmal hatte er eigene Ölgemälde mit Blumenmotiven mitgebracht, und auch die meisten Frauen wählten Florales, um es abzupinseln. Jede Künstlerin hatte dafür eine Abbildung dabei, die entweder naturgetreu oder gerne auch abstrakt dargestellt werden konnte.

„Ganz wichtig ist der Spaß bei der Arbeit. Dennoch sind wir aber auch sehr konzentriert“, erklärte die Wildeshauserin Sunhild Heinken-Raether, die bereits eigene Werke ausgestellt hat. Von Leijdekkers erhoffte sie sich gute Ratschläge, die sie auch bekam. Zudem schätzte sie seine lockere Art der Wissensvermittlung.

„Ölmalerei ist sehr schwierig für Anfänger“, sagte der Künstler. Sie habe aber auch den Vorteil, dass man länger durcharbeiten und Farben vermischen könne.

Hildegard Stüber aus Aschenstedt hatte sich ein Kalenderfoto mit Stachelbeeren zum Abmalen genommen. Vorsorglich hat sie auch das nächste Wochenende bei dem niederländischen Künstler gebucht, weil ihr Werk innerhalb von zwei Tagen nicht fertig werden dürfte.

Liesel Gerdes aus Ahlhorn hatte hingegen am Sonntag bereits das zweite Werk fertiggestellt. Nachdem sie im ersten Versuch Pflanzen vom Foto abgemalt hatte, pinselte sie danach einen Apfel auf die Leinwand. Er hatte zwar auf den ersten Blick ein wenig Ähnlichkeit mit einem Pfirsich, dennoch sah er so wohlgeraten und appetitlich aus wie die Schüssel mit Erdbeeren von Heinken-Raether, die kurz vor der malerischen Vollendung stand. „Ich komme jedes Jahr zu Theo“, sagte Gerdes. Zu Hause male sie meist mit Acryl, weil dort noch viele volle Tuben lägen. Zudem, so ihre Erfahrung, rieche es bei der Arbeit mit Öl doch sehr stark nach Terpentin und Lösemitteln – eben so, wie es vor über 100 Jahren in der Müller-vom-Siel-Kate gerochen haben mag.

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