Auch regenerative Energien belasten die Natur / Kompensation gesetzlich vorgeschrieben

22 Hektar Grünfläche gleichen Windpark aus

Mitglieder des SPD-Ortsvereins Dötlingen vor der etwa 15 Hektar großen Kompensationsfläche, auf der künftig Rinder weiden sollen.Harri Brendler und Rudi Zingler (v.r.) sind von dem Projekt überzeugt. - Fotos: Petzold

haidhäuser - Von Phillip Petzold. Für jedes Gebiet, auf dem ein Windpark entsteht, muss eine Ausgleichsfläche geschaffen werden. Mitglieder des SPD-Ortsvereins Dötlingen zeigten am Montagabend, welche Gebiete den Windpark Haidhäuser kompensieren sollen.

Ein Hase hoppelt über die grasbewachsene Brache, zwei Fasane huschen durchs Gesträuch. Am Umspannwerk für den Windpark Brettorf ist die Natur lebendig. Doch auch wenn Windkraft zu den grünen Energien zählt, ist der Bau von Windparks immer ein Eingriff in Natur und Landschaft. „Die Flächen, auf denen die Windräder stehen, werden versiegelt. Daher müssen für jeden Windpark Ausgleichsflächen entstehen, um der Natur etwas zurückzugeben“, erklärt Harri Brendler von der SPD Dötlingen. Im „landschaftspflegerischen Begleitplan“, der für jeden Windpark erstellt wird, sind für Brettorf bereits einige Flächen zu diesem Zwecke ausgewiesen.

Eine davon befindet sich direkt im Ort. Auf dem Areal Im großen Ort / Uhlhorner Straße wurden 20 Streuobstbäume gepflanzt. Das Gelände, auf dem sie stehen, dient zugleich als Weideland für „Vieh-Einheiten“, wie es im Amtsdeutsch heißt. In diesem Fall sind es Rinder, die sich an dem dichten Gras zwischen den eingehegten Bäumen laben.

Die größte und wichtigste Ausgleichsfläche ist aber ein etwa 15 Hektar großes Areal am Bassumer Weg, unweit des Windparks. Dort wurden bereits diverse Wiesengräser gesäht, die natürlich und ungedüngt wachsen sollen. Später wird dort Vieh weiden.

Die Entscheidung darüber, was als Ausgleichsfläche geeignet ist und wie groß diese sein muss, trifft die Naturschutzbehörde. Für Brettorf hat sie einen Gesamtbedarf von etwa 22 Hektar ermittelt. Wie genau diese Zahl zustande kam, ist nicht leicht nachzuvollziehen. „Das wird nach einem speziellen Verfahren ausgerechnet und hängt auch mit dem Zustand der Grundstücke zusammen“, sagt Brendler.

Doch nicht nur weitläufige Areale dienen als Ausgleichsfläche. Auch Grünstreifen am Straßenrand können bei entsprechender Bepflanzung als solche gelten. Von diesen gibt es auch in Brettorf einige. Ein Flickenteppich aus einigen größeren und vielen kleinen Flächen soll den Gesamtbedarf decken.

Derzeit wird bereits das letzte von zwölf Windrädern des Parks aufgestellt. Ans Netz geht die Anlage voraussichtlich Ende September. Das Projekt wird von der VR Energieprojekte Dötlingen geleitet. Eine Besonderheit des Windparks ist, dass er zur Hälfte Dötlinger Bürgern gehören wird. „Das gibt es in keiner anderen Gemeinde. Die Bürger sind tatsächlich Miteigentümer der Anlage“, erläutert Rudi Zingler, Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Dötlingen. Dadurch sollte in der Gemeinde Akzeptanz geschaffen werden. „Das war unsere Bedingung. Entweder die Hälfte des Parks gehört den Bürgern oder er wird nicht gebaut“, so Zingler weiter. „Damit können die Bürger selbst über überschüssige Mittel entscheiden, und die Steuereinnahmen bleiben in der Gemeinde.“

Doch bevor sich die Dötlinger beteiligen können, muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das Prospekt genehmigen, in dem alle Details des Vorhabens aufgeführt sind. Danach kann sich jeder volljährige Einwohner der Gemeinde mit 3 000 bis 50 000 Euro einbringen.

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