Gemeinderat: Wer raus ist, wer neu einzieht und wer noch bangen muss

Gewinner, Verlierer und örtliche Unterschiede

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Für die Gemeinderatskandidaten war es am Sonntag eine lange Nacht. Erst spät, gegen Mitternacht, stand fest, welche Bewerber nun in das Gremium einziehen. Zwei sind sogar noch im Ungewissen und müssen die morgige Gemeindewahlausschuss-Sitzung abwarten. Denn in den Reihen der Liberalen hat sich aufgrund der Stimmverteilung eine etwas kuriose Situationen ergeben.

Wieland Garms (Bild) und Eckehard Hautau von der FDP haben beide 233 Stimmen geholt. Dennoch wird nur einer von beiden in den Rat kommen – per Losentscheid.

Bekanntlich hat die FDP um 5,11 auf 21,4 Prozent zugelegt und sich damit vier Sitze im Rat gesichert. Claus Plate (462 Stimmen) und Dierk Garms (310) sind gesetzt. Anders als berichtet, ziehen die stimmgleichen Wieland Garms und Eckehard Hautau (jeweils 233) aber doch nicht beide in den Rat ein. Das Los muss morgen entscheiden. 

Für die Liberalen zieht noch Constanze Wegjahn in das Gremium ein – über einen ganz knapp errungenen Listenplatz.

Denn Constanze Wegjahn steht ebenfalls noch ein Sitz zu. Sie hat zwar nur 82 Stimmen geholt, profitiert nun aber von ihrem zweiten Listenplatz – wenn auch recht knapp. Die Berechnung erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren, bei dem die Anzahl der Stimmen für die Liste, in diesem Fall 312, mit der Zahl der Sitze (4) multipliziert und durch die Gesamtstimmen (Liste plus Bewerber 1 955) geteilt wird. Demnach entfällt auf die FDP-Liste mit 0,638 ein „aufgerundeter“ Sitz. Auf diese Weise ist nicht nur Wegjahn in den Rat gerutscht, auch Willi Niehoff (CDU), Ute Ziemann (SPD) und Gabriele Roggenthien (Grüne) profitieren von Listenwählern.

Innerhalb der Parteien gab es so einige Gewinner und Verlierer. Zu Letzteren gehören die Ratsmitglieder Hans-Dieter Posch, Günter Graf (beide SPD), Uwe Krebs (CDU) und Evelyn Schürmann (Grüne), die alle aus dem Gremium ausscheiden werden. Sie hatten auch 2011 den Sprung in den Rat verpasst, waren aber nachgerückt. Bei der SPD holte Rudi Zingler mit 572 Stimmen erneut das beste Ergebnis, allerdings musste er rund 170 Stimmen abgeben – vor allem an den SPD-Neuling Thore Güldner, der nur elf Kreuze weniger als der „alte Hase“ erhielt. Gut schnitt bei den Sozialdemokraten zudem Insa Huck ab (348 Stimmen). Daneben wurde Ralf Metzing (177) direkt gewählt.

Wieland Garms und Eckehard Hautau (Bild) von der FDP haben beide 233 Stimmen geholt. Dennoch wird nur einer von beiden in den Rat kommen – per Losentscheid.

Die CDU musste insgesamt zwar Federn lassen, bleibt aber stärkste Kraft und behält sieben Sitze. Ihr „Zugpferd“ Anke Spille war mit 984 Stimmen die mit Abstand meistgewählte Kandidatin und konnte im Vergleich zu 2011 (872 Stimmen) noch einmal deutlich zulegen. Passabel waren auch die Ergebnisse der Ratsmitglieder Anne-Marie Glowienka, Gernot Kuhlmann und Beate Wilke. Mit Dietz Wiechers (230) und Ditte Höfel (193) wurden zudem zwei neue CDU-Gesichter direkt gewählt. In der Gunst der Stimmberechtigten lag auch Dirk Orth (247), der einen der zwei Grünen-Sitze erhält. Auffällig: Bei den Grünen entfielen rund 40,1 Prozent der Stimmen auf die Liste. Bei allen anderen Parteien kreuzten die Wähler bevorzugt die Bewerber an. Dort lag der Listenanteil nur zwischen rund 16 und 21 Prozent.

Lohnenswert ist auch ein Blick in die Wahlbezirke. Denn die Bürger haben je nach Ort recht unterschiedlich entschieden. Während es in Dötlingen und Neerstedt eher geringfügige Veränderungen im Vergleich zu 2011 gab, hat der Bereich „Geveshausen, Ostrittrum“ die Karten neu gemischt. Sowohl SPD als auch FDP haben dort mehr als acht Prozentpunkte gewonnen, die Grünen knapp 6,6 und die CDU sogar 10,5 Prozentpunkte „vergeigt“. In „Brettorf“ büßten CDU und SPD jeweils gut fünf Prozentpunkte ein, während die FDP ein Plus von fast 9,5 verzeichnete. Zudem war Brettorf das einzige Gebiet, in dem die Grünen mit 0,9 Prozentpunkten eine leichtes Plus erzielen konnten. Der CDU gelang dies lediglich in Dötlingen und Aschenstedt. Die SPD beurteilten die Wähler je nach Ort recht verschieden. Die Bandbreite reichte von dem guten Zuwachs in „Geveshausen, Ostrittrum“ bis hin zu einem 5,21-Prozent-Verlust in Brettorf.

Die Liberalen haben hingegen überall zugelegt – allerdings in höchst unterschiedlichem Ausmaß. In Aschenstedt und Dötlingen machten sie nur 0,8 beziehungsweise 0,89 Prozentpunkte gut. Im größten Wahlbezirk „Neerstedt“ gewannen sie 2,88, in Hockensberg hingegen 11,49 Prozentpunkte.

Bei den Parteien begann teilweise schon am Montag die Ursachenforschung. Auch im Neerstedter Rathaus standen die Zeichen noch auf Wahl. Die stellvertretende Gemeindewahlleiterin Elke Brunotte sah mehrere Gründe für die lange Nacht und das späte Eintrudeln der Ergebnisse. So musste unter anderem in zwei Wahllokalen doppelt ausgezählt werden.

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