Die Wohnanlage „Goldbergshöfe“ nimmt Formen an 

„Für knöterige Eigenbrötler ist das nichts!“

Bei der Informationsveranstaltung erläuterte Manfred Schwarz (rechts) den Stand der Planung der Wohnanlage und berichtete über die Genossenschaft „Wi helpt di – Wohnen“. - Foto: Petzold

Dötlingen - Von Phillip Petzold. Wie ist auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben möglich? Wie kann eine Dorfgemeinschaft auf den demografischen Wandel reagieren und seine Folgen gestalten? Diese Fragen beschäftigen die Gemeinde Dötlingen seit mehreren Jahren. Am Montagabend wurde die bisherige Planung der „Goldbergshöfe“ vorgestellt, ein Wohnungsbauprojekt, das erste Antworten geben soll.

„Der Bau der Pyramiden ging schneller, als die Gründung der Genossenschaft ,Wi helpt di – Wohnen‘. Das verläuft schon fast in geologischen Zeiträumen“, erzählte Manfred Schwarz. Der Landarzt gehört zu einer Gruppe, die das Projekt schon seit der ersten Stunde ehrenamtlich betreut. „Die Verzögerung liegt auch daran, dass wir ein anderes Grundstück kaufen wollen, als eigentlich geplant“, so Schwarz weiter. Das neue Areal sei etwas kleiner, die Planungen mussten daher angepasst werden. Das noch zu erwerbende Grundstück am Goldbergsweg ist etwa 6 700 Quadratmeter groß. Voraussetzung für den Kauf ist die Gründung einer Genossenschaft. „Wir haben die Idee mit Hilfe hiesiger Architekten auf das neue Areal übertragen“, erläuterte Schwarz. Der Grundgedanke des gemeinsamen Wohnens soll dadurch umgesetzt werden, dass die Häuser um drei Innenhöfe angeordnet sind, in denen die Bewohner zusammekommen können. Das Angebot umfasst verschiedene Wohneinheiten, in denen Paare, Einzelpersonen, Familien oder auch Wohngemeinschaften mit zwei Personen leben können.

„Für knöterige Eigenbrötler ist das nichts. Die Grundidee des Wohnkonzeptes ist es, gemeinsam zu leben“, so Schwarz. Mit den Goldbergs-höfen solle nämlich kein klassisches Altenheim entstehen, sondern vielmehr Wohnraum für Menschen aller Generationen. Ziel sei es gleichwohl, dass die Bewohner auch ihren Lebensabend in den Wohnungen verbringen können. Als Voraussetzung dafür seien diese so gestaltet worden, dass eine Pflege – auch Palliativpflege – möglich sei. Dafür werden die Unterkünfte auch barrierefrei geplant.

„Wir wünschen uns eine gemischte Bewohnerstruktur. Nach welchen Kriterien die Bewohner ausgesucht werden liegt jedoch ganz in den Händen der Genossenschaftler“, verdeutlichte Schwarz. Über solche Detailfragen sollen diese später gemeinsam entscheiden. Prinzipiell könne jeder, der mitbestimmen möchte, Genosse werden. Gewinnabsichten sollten diese aber nicht im Sinn haben, denn auf Profit und hohe Renditen sei das Projekt nicht ausgelegt.

„Leute, das ist hier eine ganz spannende Geschichte. Diese Wohnform gibt es bislang noch nicht. Deswegen möchte ich das Projekt auch wissenschaftlich begleiten und schauen, wie sich das alles entwickelt“, kündigt der Arzt an.

Der auf dem anvisierten Grundstück stehende schützenswerte Baumbestand hat laut Schwarz ebenfalls Platz in dem Konzept: „Auch pflegebedürftige Bewohner sollen die Umgebung genießen und sogar vom Bett aus einen Blick ins Grüne werfen können.“ Zudem solle biologisch einwandfrei gearbeitet werden. Die Häuser sollen traditionell aus Holz und Stein erbaut werden.

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