Bei Erfolg ist eine größere Anlage für 300 Tonnen Fisch pro Jahr geplant

Ostrittrumer Pilotprojekt soll Tilapia-Zucht voranbringen

Daniel Janssen (r.) und Claus Coorßen (l.) zeigten den FDP-Vertretern gestern die Fischzucht-Anlage.
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Daniel Janssen (r.) und Claus Coorßen (l.) zeigten den FDP-Vertretern gestern die Fischzucht-Anlage.

Ostrittrum - Von Tanja Schneider. Auf den ersten Blick wirkt es etwas unscheinbar – das, was sich in dem kleinen Raum in der Scheune auf dem Hof Coorßen verbirgt. Und dennoch könnte genau dies die hiesige Fischzucht einen großen Schritt voranbringen. Seit diesem Jahr zieht das Unternehmen Hansefisch-Anlagenbau in Ostrittrum Tilapia ohne Zusatz von Medikamenten und in einer extra entwickelten Kreislaufanlage als Pilotprojekt auf. Bei Erfolg könnte 2015 eine noch größere Anlage für die Produktion von 300 Tonnen Tilapia im Jahr entstehen.

„Mit dem Projekt wollen wir zeigen, dass es eine Alternative zu dem in Asien gezüchteten Fisch gibt, die wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich ist“, berichtete gestern Daniel Janssen, der neben Berend und Jan Aschenbeck zu den Gesellschaftern gehört. Letzterer wohnt direkt um die Ecke und konnte seine Nachbarn schnell für die Idee begeistern. Bereits im Februar war mit dem Bau der Anlage auf dem Hof Coorßen begonnen worden, seit fünf Monaten befinden sich die ersten Fische in den Becken. Aktuell sind es rund 7000 Tilapias in zwei Größen, die sich im 30 Grad Celsius warmen Wasser wohl fühlen.

Die erste Ernte des vielseitigen und maschinell gut zu verarbeitenden Fisches ist noch für Dezember geplant. „Dann haben die Tiere ein Gewicht von 600 bis 700 Gramm“, erläuterte Janssen gestern auch Vertretern der FDP, darunter der Landesfraktionsvorsitzende Christian Dürr und sein Stellvertreter Stefan Birkner. Zwei Ernten seien in 2014 geplant. Anschließend seien fünf bis sieben Durchgänge im Jahr möglich. „In dieser Pilotanlage kommen wir damit auf zehn Tonnen Fisch“, so Janssen.

Für die Schlachtung und Vermarktung konnte die Forellen Abel GmbH mit Sitz in Ganderkesee gewonnen werden. Zudem arbeitet die Hansefisch-Anlagenbau mit der Firma Meyer-Technik sowie Forschungsinstituten in Bremerhaven zusammen.

Betreut wird die Anlage von dem Oldenburger Biologen Marcus Zechelius, der vom Futter über die Kreislaufströmung in den Becken bis hin zum Abwasser alles im Blick hat. Letzteres sei bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit sowie bei der Genehmigung industrieller Anlagen ein entscheidender Faktor. „Wir haben es geschafft, dass in unserer Anlage kaum Abwasser anfällt“, sagte Janssen, und Zechelius ergänzte: „Durch unsere biologische Wasseraufbereitung ist der Austausch sehr gering.“

Alle Messwerte des Pilotprojektes werden derzeit akribisch gesammelt und ausgewertet. Schließlich sollen sie als Grundlage für die erste industrielle und laut Janssen dann bundesweit einmalige Tilapia-Zuchtanlage dienen, die nur ein paar Meter weiter entstehen könnte. „Unser Ziel ist es, im Sommer mit dem Bau der Anlage zu beginnen“, verriet er.

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