Konfirmanden mit Luther-Stand bei Gemeindefest

Dötlinger nageln Reformwünsche an Tür

Die einfachen Sommerhüte der Kreativgruppe aus Zeitungspapier und buntem Krepp kamen bei jeder Altersgruppe gut an. - Foto: an

Dötlingen - Rund um die St.-Firminus-Kirche in Dötlingen war am Sonntagnachmittag einiges los. Zahlreiche Vereine und Gruppen präsentierten sich bei dem Gemeindefest.

Auf der Wiese pusteten Kinder Seifenblasen in die Luft, überall waren fröhliche und lachende Gesichter zu sehen. In angeregten Gesprächen tauschten sich die Besucher über Gemeinde- und Dorfangelegenheiten aus. Für Blickfänge sorgten bunt geschminkte Gesichter von Kinder und Jugendlichen sowie so manch eine Konfirmandin in schräger Kostümierung aus der Verkleidungskiste.

Besondere Hingucker waren außerdem die unzähligen Basteleien, die die Kreativgruppe mitgebracht hatte. Die betreute einen gut besuchten Bastelstand. Mit wenigen Handgriffen konnten die Besucher dort schicke Sommerhüte aus Zeitungspapier und buntem Krepp fertigen. Nicht nur Kinder waren dafür sofort Feuer und Flamme, auch gestandene Damen sammelten sich angesichts der Hitze in Scharen um den Stand und ließen an ihren Köpfen Maß nehmen. Schon kurze Zeit später nannten sie ein Prachtexemplar von Hut ihr Eigen, dem man seine einfache Herkunft auf den ersten Blick gar nicht ansah.

Gegenüber gab es schon einen Ausblick auf das „Luther-Jahr“ 2017, mit dem die evangelische Kirche den 500. Jahrestag der Reformation feiert. „Wir haben schon ganz viele Aktionen in Planung. Heute stellen wir als Ausblick die allererste vor, die aber das ganze Jahr lang weitergeführt wird“, erläuterte Hella Einemann-Gräbert.

Den Stand, in dessen Mittelpunkt eine Luther-Tür die Blicke auf sich zog, betreuten einige Konfirmandinnen. Sie hatten für die Besucher ein Quiz zum Leben und Wirken des Reformators vorbereitet und die richtigen Antworten inmitten einer Fülle von weiteren Informationen über ihn an die alte Kirchentür genagelt – so wie es Luther einst mit seinen Reformationsthesen getan hatte. Natürlich waren auch die Originalthesen an der Tür zu sehen.

Doch neben dem Quiz verteilten die Konfirmandinnen auch noch leere Zettel, auf denen die Besucher ihre eigenen Reformwünsche zur Kirche von heute verewigen konnten. „Denn auch heute sind sicher noch Reformen nötig“, meinte Einemann-Gräbert.

Bald schon waren zahlreiche Wünsche von Dötlinger Gemeindemitgliedern an der Tür zu lesen: „Weniger Bürokratie, mehr ‚Kirche von unten‘“, forderte man hier, „mehr Blicke über den Tellerrand“ dort. Ein anderer wollte mehr Jugenddiakone. Die Besucher konnten auch eintragen, wie sie sich mehr einbringen könnten. Dabei gab es die Idee, einen Trauerkreis für verwaiste Eltern anzuschieben. - an

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